Wien (OTS) – Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin
setzen
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig , Landwirtschaftskammer
Österreich-Präsident Josef Moosbrugger und der Obmann des
Landwirtschaftsausschusses, Georg Strasser, ein klares Zeichen für
die Sicherung des Standorts Österreich und die Wettbewerbsfähigkeit
der europäischen Landwirtschaft.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig: „2026 ist das Jahr der
Weichenstellungen und der Chancen für die EU-Landwirtschaft. Jetzt
wird entschieden, wie die nächste Gemeinsame Agrarpolitik aussieht
und wie das EU-Budget gestaltet wird. Ich kämpfe auf EU-Ebene für ein
ausreichend dotiertes, zweckgebundenes Agrarbudget, für den Erhalt
der ländlichen Entwicklung sowie für verlässliche Rahmenbedingungen
und Stabilität für unsere bäuerlichen Familienbetriebe.“
Europas Bäuerinnen und Bauern stehen unter massivem Druck: Sinkende
Erzeugerpreise, steigender Wettbewerb und wachsende bürokratische
Auflagen belasten die Betriebe zunehmend. Zusätzliche
Herausforderungen entstehen durch das neue Handelsabkommen Mercosur,
die den Konkurrenzdruck durch ein Freihandelsabkommen mit einem
agrarischen Billigproduzenten mit schlechteren Produktionsstandards
weiter erhöhen.
Herkunftskennzeichnung als Schlüssel für fairen Wettbewerb
Bundesminister Norbert Totschnig hat sich bis zuletzt klar gegen das
Handelsabkommen ausgesprochen und sich für strengere Schutzmaßnahmen
eingesetzt. Durch den Druck Österreichs und die Initiative
verbündeter Staaten konnten diese auch verankert werden.
„Wir sind ein Qualitätsproduzent und stellen hochwertige Lebensmittel
her. Wenn südamerikanische Ware mit österreichischen
Qualitätsprodukten konkurriert, müssen Konsumentinnen und Konsumenten
auf einen Blick erkennen können, woher ein Produkt stammt und sich
bewusst für österreichische Produkte entscheiden können“, so
Totschnig . Daher fordert er eine verpflichtende
Herkunftskennzeichnung in der gesamten EU. „Herkunftskennzeichnung
ist kein Detail, sondern ein zentraler Wettbewerbsfaktor. Wer nach
höchsten Standards produziert, muss im Regal auch sichtbar und
wählbar sein“ , ergänzt er.
Mehr Wettbewerbsfairness bei Betriebsmitteln und Standards gefordert
„Versorgungssicherheit ist Sicherheit, was gerade in diesen
weltpolitisch turbulenten Zeiten berücksichtigt werden sollte. Die EU
-Kommission muss daher dringend handeln, um die Wettbewerbsfähigkeit
und Zukunftsfitness der europäischen Landwirtschaft wieder zu
verbessern. Derzeit sorgt sie nämlich verstärkt für minderqualitative
und dadurch billigere Konkurrenzprodukte bei gleichzeitiger
Verteuerung zentraler Betriebsmittel wie Dünger. So geht es nicht
weiter“ , kritisiert LKÖ Präsident Josef Moosbrugger , der sich für
vergleichbare Standards bei Importprodukten, echte Vereinfachungen
statt kosmetischer Korrekturen und Zukunftsperspektiven für die
bäuerlichen Familienbetriebe ausspricht.
„Mehr Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und Industrie
kann nicht auf Kosten der Landwirtschaft geschaffen werden. Wenn etwa
die europäischen Düngemittel-Hersteller geschützt werden, darf das
nicht zu noch höheren Betriebsmittelkosten für die ohnehin unter den
niedrigen Erzeugerpreisen leidenden Ackerbauern führen. Diese
Maßnahme (CBAM) muss dringend ausgesetzt werden“ , fordert
Moosbrugger , der sich auch für mehr Wettbewerbsfairness innerhalb
der EU ausspricht, was etwa die Energie-, Treibstoff- und Lohn(neben)
-Kosten für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe betrifft.
Schleuderpreise gefährden Existenzen
Obmann des Landwirtschaftsausschusses, Abgeordneter zum Nationalrat
DI Georg Strasser: „Wenn der Handel weiter auf Schleuderpreise setzt,
sperren Betriebe zu und die Produktion wandert ab. Für Konsumentinnen
und Konsumenten sind das an der Kasse oft nur wenige Cent, für unsere
Bauernfamilien geht es um Existenzen. Beste heimische Lebensmittel
gibt es nicht zum Nulltarif. Es geht um einen fairen Anteil der
Bäuerinnen und Bauern am Verkaufspreis. Wer täglich beste Qualität
aus Österreich, kurze Wege und hohe Standards will, muss anerkennen,
dass Lebensmittel einen Wert haben. Rabattschlachten bei
Grundnahrungsmitteln dürfen nicht länger Geschäftsmodell sein, weil
sie am Ende genau jene treffen, die täglich hart arbeiten und auch
das Risiko tragen.“
Abschließend halten Totschnig, Moosbrugger und Strasser fest: „Im
Mittelpunkt stehen die Menschen auf unseren bäuerlichen
Familienbetrieben. Sie müssen produzieren können und dürfen – und
müssen für ihre harte Arbeit fair entlohnt werden. Dafür setzen wir
uns konsequent ein, in Österreich und auf europäischer Ebene.“