Wien (OTS) – „Der Zivildienst ist ein Friedens- und Sozialdienst.
Dieser
Grundcharakter des Zivildiensts muss leitend sein für alle
Reformüberlegungen“, fordert Diakonie-Direktorin Maria Katharina
Moser. „Ich halte das gerade angesichts der veränderten Weltlage für
entscheidend. Verteidigung hat ein Ziel: Friedenssicherung. Dafür ist
es notwendig, denn Sinn für Frieden und Demokratie zu stärken, dazu
leistet der Zivildienst als Friedens- und Sozialdienst einen
wesentlichen Beitrag.“
Dass Bundesministerin Claudia Bauer den Zivildienst als „wichtige
Säule“ für Pflege, Behindertenbereich und Kindergarten würdigt und
den Zivildienst attraktivieren will, begrüßt die Diakonie. Wichtig
findet die Diakonie-Direktorin, dass Bauer klargestellt hat, dass 12
Monate die absolute Obergrenze für die Verlängerung des Zivildienstes
sein müssen.
Zwtl.: Freiwilliges Sozialjahr muss anrechenbar bleiben
Kritisch sieht Moser die Unterordnung des Zivildienstes unter die
„innere Sicherheit“ und Überlegungen zu seiner Integration in die
Landesverteidigung. Vielmehr diene der Zivildienst der sozialen
Sicherheit, „und die ist wesentlich für Demokratie und Frieden.
Genauso wie internationale Einsätze. Demokratie, Frieden und soziale
Sicherheit müssen international gefördert werden.“
Die Diakonie fordert einen breiten Beteiligungsprozess der
betroffenen Organisationen in der Frage der Reform der
Einsatzbereiche für Zivildiener. „Dazu gehört auch die
Anrechenbarkeit des Freiwilligen Sozialjahres auf den Zivildienst.
Sie ist ein wesentlicher Baustein für die Attraktivität des
Zivildienstes gerade in den von Bauer mehrfach angesprochenen
Bereichen Pflege und Gesundheit in Österreich.“
Zwtl.: Attraktivierung: Tätigkeiten erweitern, Kindergarten aufwerten
Um den Zivildienst zu attraktivieren, fordert die Diakonie, die
Hilfstätigkeiten der Zivildienstleistenden zu erweitern. „Ein
qualifizierter Einsatz ist immer noch mit bürokratischen, praktischen
und finanziellen Hürden verbunden. Daher können Einrichtungen zu
wenig Gebrauch davon machen“, so Moser.
Die Diakonie fordert auch eine Aufwertung des Zivildienstes in
Kindergärten. Die der Diakonie sind in Kategorie 3 eingestuft, d.h.
sie bekommen kein Zivildienstgeld vom Bund. „Wieso Kindergärten nicht
gefördert werden, ist für uns nicht erschließbar“, wundert sich
Moser.