Neues Weltraum-Forschungsprojekt in Wiener Neustadt startet

St. Pölten (OTS) – „Wir investieren in die Wissenschaft, denn sie
bringt Lösungen für
die Zukunft. Gerade die Weltraumforschung ist dabei nicht nur wichtig
für die Sicherheit, sondern sie bringt auch konkrete Innovationen für
unseren Alltag. Außerdem stärkt diese hochspezialisierte und
technisierte Forschung auch die Wirtschaft in Niederösterreich. Daher
unterstützen wir jetzt ein neues Forschungsprojekt aus Wr. Neustadt“,
so Wissenschaftslandesrat LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Er ist
überzeugt: „Neue Erkenntnisse helfen, Niederösterreich und die Welt
weiterzuentwickeln, das Leben leichter und das Zusammenleben besser
zu machen.“

Das Forschungsunternehmen der FH Wiener Neustadt, die FOTEC
Forschungs- und Technologietransfer GmbH, wird im Forschungsprojekt
IBEAM (Investigating Beam Emission and Mechanics) hochpräzise
elektrische Antriebssysteme für Satelliten, sogenannte Field Emission
Electric Propulsion (FEEP) Triebwerke, weiterentwickeln. Diese
Technologie ist essenziell für Erdbeobachtung, Navigation und
wissenschaftliche Missionen und ermöglicht besonders
treibstoffeffiziente und exakte Bahnmanöver. Ein besonderer
Schwerpunkt von IBEAM liegt auf der Erforschung neuartiger
Ionenemitter sowie auf Strahlungstests mit hochenergetischen Protonen
am MedAustron in Niederösterreich. Damit wird untersucht, wie robust
diese Schlüsselkomponenten unter realistischen Weltraumbedingungen
sind – ein wichtiger Schritt für langlebige und zuverlässige
Satellitensysteme.

Bernhard Seifert, Leiter des Bereichs „Aerospace Engineering“ bei
der FOTEC, erklärt das Potential von elektrischen Antriebssystemen
für zukünftige wissenschaftliche Weltraummissionen: „Satelliten zur
Erdbeobachtung müssen sehr präzise ausgerichtet werden. Unsere FEEP
Triebwerke sind dafür bestens geeignet und ermöglichen aufgrund ihres
geringen Treibstoffverbrauchs eine lange Missionsdauer. Im Rahmen von
IBEAM sollen Faktoren identifiziert werden, die sich negativ auf die
Lebensdauer auswirken können. Dies hilft, unsere Triebwerke noch
besser an die harschen Bedingungen des Weltraums anzupassen.“

Das Projekt, das vom Land Niederösterreich mit 80.000 Euro
unterstützt wird, wird in enger Zusammenarbeit mit der Fachhochschule
Wiener Neustadt umgesetzt und bindet Studierende aktiv in die
Forschungsarbeiten ein. Pernkopf: „Dadurch wird nicht nur
Spitzenforschung betrieben, sondern auch gezielt der
wissenschaftliche Nachwuchs in der Region gefördert.“

Niederösterreich ist bereits heute ein wichtiger globaler Player
im Bereich der Weltraumforschung. Internationale Kooperationen,
beispielsweise mit der ESA, eigene Labore und Forschungseinrichtungen
und ein eigener Studiengang im Bereich „Aerospace Engineering“ in
Wiener Neustadt unterstreichen die wachsende Bedeutung des
Bundeslands als Raumfahrt- und Technologiestandort. Technologien, die
ursprünglich für den Einsatz im All entwickelt wurden, finden später
oft Anwendung im täglichen Leben, beispielsweise GPS-Systeme,
kabellose Kopfhörer oder Photovoltaikanlagen.

Nähere Informationen beim Büro LH-Stv. Pernkopf unter 02742/9005-
12704, Jürgen Maier, und e-mail [email protected] .