Wien (OTS) – Angesichts der dramatischen politischen Lage im Iran
setzen das
Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) und
die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) ein gemeinsames
Zeichen der Solidarität. Mit dem neuen SAFE Fund (Support for
Academic Freedom and Education) wird ein Fonds zur raschen und
unbürokratischen Unterstützung iranischer Studierender in Österreich
eingerichtet.
Dramatische Lage im Iran
Bereits seit Jahren stehen Menschen- und insbesondere
Frauenrechte im fundamentalistischen Iran unter Druck. Etliche
Protestbewegungen setzen sich für eine Demokratisierung ein und
erleben brutale Repression durch die iranischen Streitkräfte. Auch
seit Beginn der jüngsten Protestwelle zu Jahresbeginn reagiert das
iranische Regime mit massiver Gewalt und schwerwiegenden
Menschenrechtsverletzungen. Tausende Menschen wurden getötet oder
verletzt, zudem wurde Anfang Jänner eine landesweite Internetsperre
verhängt. Die Europäische Union hat aufgrund der anhaltenden
Repression die iranische Revolutionsgarde auf die Terrorliste
gesetzt, wodurch umfassende Sanktionen in Kraft getreten sind.
Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner setzt nun gemeinsam mit
der ÖH einen wichtigen Schritt für die soziale Absicherung iranischer
Studierender in Österreich.
Iranische Studierende in Österreich unter Druck
Derzeit sind rund 3.000 iranische Studierende an österreichischen
Hochschulen inskribiert. Zahlreiche verzweifelte Betroffene wenden
sich seit Kurzem an das BMFWF, die Ombudsstelle für Studierende und
die ÖH. Die Studierenden berichten vor allem von sozialen und
finanziellen Notlagen, fehlenden Geldtransfers sowie von einer stark
gestiegenen psychischen Belastung aufgrund der Situation in ihrem
Herkunftsland und der eingeschränkten Kommunikation mit ihren
Familien.
SAFE Fund: rasche und unbürokratische Hilfe
Wissenschaftsministerin Holzleitner möchte vor diesem Hintergrund
mit dem SAFE Fund (Support for Academic Freedom and Education)
betroffene iranische Studierende rasch und unbürokratisch
unterstützen. Ziel ist es, den Zugang zur Hochschulbildung sowie zur
akademischen Teilhabe weiterhin zu sichern. Die konkrete
Ausgestaltung und die Höhe der Unterstützungsleistungen werden
derzeit gemeinsam zwischen Wissenschaftsministerium und ÖH
abgestimmt.
Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner dazu:
„Die aktuelle Lage im Iran ist erschütternd. Wenn der Einsatz für
die Demokratie mit Terror und Gewalt beantwortet wird, müssen wir
eine klare Haltung einnehmen. Iranische Studierende verlieren infolge
politischer Repression den Kontakt zu ihren Familien und geraten
zunehmend in finanzielle Notlagen. Gerade in einer solchen Situation
ist es unsere Verantwortung, Solidarität zu zeigen. Akademische
Freiheit und demokratische Werte gehören untrennbar zusammen –
deshalb errichten wir gemeinsam mit der ÖH einen Fonds zur
Unterstützung von Härtefällen.“
Auch die Österreichische Hochschüler_innenschaft unterstreicht
die Bedeutung der Maßnahme und verweist auf die zunehmenden
Unterstützungsanfragen sowie die Verantwortung, Studierende in
Krisensituationen nicht allein zu lassen.
Selina Wienerroither, aus dem ÖH-Vorsitz:
„Die Situation im Iran ist auch für iranische Studierende im
Ausland eine enorme Belastung. Viele kämpfen um ihre Existenz, weil
sie aufgrund der repressiven Maßnahmen des Regimes plötzlich
finanzielle Unterstützung verloren haben. In dieser kritischen
Situation schaffen wir mit dem SAFE Fund Entlastung: Iranische
Studierende sollen sich keine Sorgen machen müssen, ob sie ihr
Studium noch fortsetzen können oder nicht.“
Viktoria Kudrna, aus dem ÖH-Vorsitz:
“Als Österreichische Hochschüler_innenschaft setzen wir uns für
alle Studierenden ein – unabhängig der Herkunft. Mit dem SAFE Fund
sorgen wir dafür, dass die Möglichkeit zur Teilnahme für iranische
Studierende am Studium weiterhin gegeben ist und setzen ein Zeichen
konkreter Unterstützung für Betroffene.”
Ausblick und nächste Schritte
Die Antragstellung für den SAFE Fund soll ab Mitte Februar über
die Website der ÖH möglich sein. Die Struktur des Fonds orientiert
sich an bestehenden Unterstützungsangeboten in der Zusammenarbeit
zwischen ÖH und BMFWF. Das heißt, die soziale Bedürftigkeit und
konkrete Fördersumme werden in einem qualitativen Prozess erhoben,
mit einer maximalen Förderhöhe von etwa Ꞓ 1.000 pro Person .
Akademische Freiheit weiterhin im Fokus
Der neue Fonds fügt sich in eine Reihe von bestehenden Maßnahmen
von Wissenschaftsministerin Holzleitner zum Thema
Wissenschaftsfreiheit und Demokratie ein. Bereits im Mai 2025 wurde
angesichts massiver politischer Eingriffe in die Forschungsfreiheit
in den USA ein „Perspektivenpaket“ verabschiedet. Das Paket
beinhaltete unter anderem eine vereinfachte Berufung für Professuren
aus den USA, eine zentrale Informationsplattform sowie
Förderprogramme für internationale Forschende und ein
Stipendienprogramm für Studierende.