Wien (OTS) – Anmeldung zum Vortrag
Der Handel mit Kompensationsgutschriften war seit seiner
Verankerung im Kyoto-Protokoll von 1997 umstritten. Seit dem zeigt
sich, dass Skandale um Millionen von Phantomgutschriften die
Geschichte des Clean Development Mechanism prägten. Auch der
sogenannte ‚freiwillige‘ Kompensationsmarkt, den bisher vor allem
Konzerne nutzen, um Produkte als CO2-neutral zu vermarkten, stand von
Anfang an in der Kritik. Recherchen deckten auf, dass auch hier
Millionen von Phantomgutschriften gehandelt wurden. Im Vortrag blickt
Dipl.-Biol. Jutta Kill zurück auf 20+ Jahren Handel mit
Kompensationsgutschriften und zeigt auf, warum in der Folge der
jüngsten Skandale ergriffene ‚Qualitäts-Initiativen‘ zukünftige
Skandale nicht werden verhindern können.
Zur Vortragenden: Jutta Kill arbeitet freiberuflich eng mit dem
World Rainforest Movement zusammen, u.a. in Recherchen zu den
Auswirkungen von Instrumenten des ‚grünen‘ Kapitalismus und damit
verbundenen Landkonflikten im Globalen Süden. Seit 25 Jahren
beschäftigt sie sich mit dem Emissionshandel und dokumentiert, wie
systemische Widersprüche und Interessenkonflikte bei der
Zertifizierung von Kompensationsprojekten den Handel mit
Phantomgutschriften begünstigen und CO2-Neutralitätsversprechen
wirkungsvollen Klimaschutz behindern und zunehmend Konflikte um Land
im Globalen Süden anheizen.