Jahresbilanz der Schuldnerberatung Niederösterreich präsentiert

St. Pölten (OTS) – Die Jahresbilanz 2025 der Schuldnerberatung
Niederösterreich
präsentierten heute, Mittwoch, die Landesrätinnen Christiane Teschl-
Hofmeister und Eva Prischl gemeinsam mit Michael Lackenberger, dem
Geschäftsführer der Schuldnerberatung NÖ, im Landhaus St. Pölten. Die
hohe Inflation und die Teuerung hätten Spuren hinterlassen, so
Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister: „Bund und Land haben
verschiedene Maßnahmen gesetzt, um gegenzusteuern und betroffene
Menschen zu entlasten.“ Die öffentliche Hand könne nicht alles
abfedern, so Teschl-Hofmeister weiter: „Hier leistet die
Schuldnerberatung wertvolle Arbeit, denn die allermeisten Kundinnen
und Kunden, die zur Schuldnerberatung gehen, sind unverschuldet in
ihre Situation gekommen.“ Die Beratung habe das Know-how, Chancen und
Perspektiven in fast jeder Situation zu schaffen.

„Knapp 4.000 Personen haben die Schuldnerberatung in Anspruch
genommen, 59 Prozent davon waren männlich, 41 Prozent waren weiblich.
Die größte Gruppe, die die Schuldnerberatung aufsucht, ist im
mittleren Alter, also zwischen 41 und 45“, berichtete die
Landesrätin. Einer der positiven Punkte sei, dass die
Durchschnittsverschuldung um rund 9.000 Euro geringer sei als im Jahr
davor: „Sie liegt bei 77.386,85 Euro.“ Der Anteil der Kundinnen und
Kunden unter 25 Jahren lag bei etwa sechs Prozent, erläuterte Teschl-
Hofmeister: „Das ist gar nicht so schlecht, schlecht ist allerdings,
dass die Durchschnittsverschuldung mit 29.780 Euro einen Höchstwert
im langjährigen Vergleich darstellt.“ Deshalb sei es besonders
wichtig, die Finanzkompetenz der jungen Menschen zu stärken, man habe
etwa die Förderungen für den Finanzführerschein von 2024 auf 2025
verdoppelt, und es gebe das Programm „Frauen und Finanzen – Reden wir
über Geld“, damit gerade Frauen mehr Finanzkompetenz entwickeln.
Außerdem forderte die Jugend-Landesrätin vom Bund, mehr Finanz- und
Wirtschaftskompetenz in die Lehrpläne einzubauen.

Der Weg in die Schulden sei oft schleichend, sagte Landesrätin
Eva Prischl: „Die Jahresbilanz der Schuldnerberatung Niederösterreich
zeigt deutlich, wie wichtig die professionelle, niederschwellige und
kostenlose Beratung für die Menschen ist.“ Arbeitsplatzverlust,
Krankheit, unbedachtes Konsumverhalten, Ratenzahlungen und exzessives
Onlineshopping oder die Unterschätzung der laufenden Fixkosten würden
relativ oft in die Zahlungsunfähigkeit führen: „Arbeitsplatz- und
Einkommensverlust führen mit rund 42 Prozent, bei Jugendlichen sogar
mit 46 Prozent die Statistik an“, erklärte Prischl. Das
Konsumverhalten sei der Verschuldungsgrund für 22 Prozent in der
Statistik, „bei Jugendlichen sogar der zweithäufigste Grund mit 32
Prozent.“ Die Verschuldung führe oft zu physischen und psychischen
Erkrankungen, so die Landesrätin: „Der dauerhafte finanzielle Druck
führt bei den Menschen zu Stress, Angstzuständen, Depressionen,
Schlafstörungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Problemen. Studien zeigen,
dass etwa acht von zehn Personen durch Überschuldung krank werden.“

Die Schuldnerberatung leiste hier unverzichtbare Arbeit: „Sie
bietet rechtliche und wirtschaftliche Unterstützung und gibt vor
allem auch eine Perspektive. Die Durchschnittsverschuldung liegt bei
Männern bei circa 87.692 Euro, bei Frauen bei 62.767 Euro. Die
jüngste Person, die beraten wurde, war nur 18 Jahre alt, die älteste
89 Jahre alt“, zählte Prischl auf. „Die Jahresbilanz macht deutlich,
dass insbesondere einkommensschwache Haushalte von Verschuldung
betroffen sind.“ Das geringere Einkommen mache es schwierig,
nachhaltig aus den Schulden zu kommen. Ein besonders wichtiges
Angebot sei für die Landesrätin das Betreuungskonto: „Die
Schuldnerberater greifen hier unter die Arme, um die Finanzen zu
strukturieren und laufende Verpflichtungen wie Miete, Energie et
cetera verlässlich zu erfüllen. 6,35 Prozent mehr Konten wurden durch
die Schuldnerberatung betreut.“

Michael Lackenberger, Geschäftsführer der Schuldnerberatung
Niederösterreich bilanzierte: „Im Jahr 2025 waren an unseren fünf
Standorten 41 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, 22 davon als
Schuldnerberaterinnen und Schuldnerberater, in Vollzeitäquivalenten
sind das 18,57 Beraterinnen und Berater, die im Schnitt 485
Klientinnen und Klienten 2025 betreut haben.“ In fast allen Bereichen
seien die Beratungen zwar leicht gesunken, „die Fälle werden aber
komplizierter und aufwendiger“, so Lackenberger. „Das kann man daran
erkennen, dass die Anzahl der von uns durchgeführten Interventionen
mit 36.218 einen neuen Rekord erreicht hat.“ Die Zahl der betreuten
Personen sei auf 9.023 gesunken, durch die aufwendigere Tätigkeit
habe man etwa in Hollabrunn und Wiener Neustadt aktuell die
Kapazitätsgrenzen erreicht.

Weitere Informationen beim Büro LR Teschl-Hofmeister,
Pressesprecher Dieter Kraus, Tel.: 02742/9005-12655, E-mail
[email protected] , beim Büro LR Königsberger-Ludwig unter
02742/9005-12576, Anton Heinzl, und e-mail [email protected]
oder bei der Schuldnerberatung NÖ unter www.sbnoe.at .