Österreichisches Rotes Kreuz im Libanon: „Nirgends ist es sicher – 700.000 Menschen sind auf der Flucht!“

Wien (OTS) – – Für Interviews vor Ort: Magdalena Penninger,
Delegationsleiterin
des Österreichischen Roten Kreuzes in Beirut (Deutsch)

Mehr als zehn Tage nach der Eskalation gehen die Angriffe im Nahen
Osten unvermindert weiter. Besonders betroffen sind hunderttausende
Menschen im Libanon, wie Magdalena Penninger vor Ort schildert. Die
34-jährige Oberösterreicherin leitet die Delegation des
Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) im Libanon. „Explosionen,
Luftalarm und Menschen, die aus Angst aus der Stadt flüchten – hier
in Beirut sind das wieder alltägliche Bilder. Viele nehmen nur mit,
was sie tragen können, und suchen im ländlichen Raum Schutz.
Währenddessen zwingen auch die Kampfhandlungen im Süden Libanons die
Menschen, ihr Zuhause zu verlassen. Nirgends im Land ist es sicher!
Mindestens 700.000 Männer, Frauen, Kinder sind auf der Flucht.“

117.000 Geflüchtete in Notunterkünften

Das Libanesische Rote Kreuz hilft in den Notunterkünften – bisher
wurden 538 Unterkünfte errichtet, in denen 117.000 Menschen
untergebracht sind -, unterstützt mit Hilfsgütern sowie medizinischer
Versorgung der Verletzten und trägt maßgeblich zur landesweiten
Blutversorgung bei. Penninger: „Mehr als 13.000 Freiwillige stehen in
Alarmbereitschaft, um Leben zu retten und weitere Notunterkünfte zu
errichten.“

Das Österreichische Rote Kreuz setzt seit 2013 Projekte im Land –
insbesondere im Bereich Wasserversorgung – um und hilft aktuell bei
der Umsetzung der Notfallpläne. Neun der derzeit als Notunterkünfte
genutzten Schulen hat das ÖRK mit Reparaturen, Wasser und
Sanitäranlagen unterstützt, mit Mitteln der Austrian Development
Agency (ADA). Weitere Notunterkünfte sollen folgen. „Bitte
unterstützen auch Sie unsere Hilfe mit Ihrer Spende!“

Der Syrisch-Arabische Rote Halbmond ist vor allem in der
Grenzregion tätig und versorgt Geflüchtete aus dem Libanon. Auch in
allen anderen Ländern der Region – darunter Iran, Israel,
Afghanistan, Türkei – sind die Teams des Roten Kreuzes und Roten
Halbmondes im Einsatz: Versorgung von Verletzten, psychosoziale
Unterstützung, Betreuung von Geflüchteten, Hilfsgüterverteilung,
Vorbereitungen auf Fluchtbewegungen.

Libanon: Ein Rotkreuz-Kollege in der Nacht auf Mittwoch
verstorben

„Mit Ihrer Spende können unsere Kolleginnen und Kollegen ihre
lebensrettende humanitäre Arbeit unter extrem schwierigen Bedingungen
fortsetzen“, so ÖRK-Präsident Gerald Schöpfer. Gleichzeitig mahnt er:
„Die Hilfe kann nur weitergehen, wenn humanitäre Organisationen
geschützt sind. Leider wurden sieben Kolleginnen und Kollegen im Iran
im Einsatz verletzt, ein iranischer Kollege verlor außer Dienst sein
Leben. Im Libanon wurden zwei Kollegen getötet, einer von ihnen in
der Nacht auf Mittwoch im Einsatz für Menschen in Not. Nach dem
Humanitären Völkerrecht dürfen weder humanitäre Helferinnen und
Helfer noch Zivilbevölkerung oder zivile Infrastruktur wie Schulen
angegriffen werden!“

Das Rote Kreuz bittet dringend um Spenden:

Österreichisches Rotes Kreuz

IBAN: AT57 2011 1400 1440 0144

BIC: GIBAATWWXXX

Erste Bank: BLZ 20.111

Kennwort: Naher Osten

Oder online unter wir.roteskreuz.at/naher-osten

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