Wien (OTS) – Angesichts der bevorstehenden Zentralmatura übt der
freiheitliche
Bildungssprecher NAbg. Hermann Brückl scharfe Kritik an der
Bildungspolitik der Bundesregierung und insbesondere an NEOS-
Bildungsminister Wiederkehr. Seit Einführung der standardisierten
Zentralmatura an den allgemeinbildenden höheren Schulen im Schuljahr
2014/2015 werde eine strukturelle Ungerechtigkeit im Fach Mathematik
ignoriert.
„Seit mittlerweile über einem Jahrzehnt ist bekannt, dass der
Umfang der Mathematik-Zentralmatura für Gymnasien und Realgymnasien
ident ist, obwohl der Unterrichtsumfang in der Oberstufe deutlich
unterschiedlich ausfällt. Gymnasiasten haben weniger
Mathematikstunden, müssen aber dieselbe zentrale Prüfung absolvieren
wie Schüler aus Schulformen mit mehr Mathematikunterricht. Diese
Schieflage ist schlicht unfair“, betonte Brückl.
Trotz zahlreicher Hinweise aus der Praxis habe bislang kein
Bildungsminister Schritte gesetzt, um diese offensichtliche
Benachteiligung zu korrigieren. „Auch der sich selbst gerne als
Reformminister inszenierende NEOS-Bildungsminister Wiederkehr setzt
hier keinerlei Akzente. Statt die bekannten strukturellen Probleme im
System zu lösen, beschäftigt sich das Ministerium mit
bildungspolitischem Schattenboxen“, kritisierte Brückl.
Als Beispiel nannte der FPÖ-Bildungssprecher die zuletzt
angestoßene Debatte über mögliche Stundenkürzungen im Bereich der
Fremdsprachen. „Der Minister denkt – offenbar unabgesprochen
innerhalb der Koalition – über Einschnitte bei Fremdsprachen nach.
Währenddessen bleiben zentrale Probleme wie die unfaire Gestaltung
der Mathematik-Zentralmatura weiterhin ungelöst“, so Brückl.
Während Österreich in ideologischen und teilweise realitätsfernen
Debatten feststecke, verliere das Bildungssystem zunehmend den
Anschluss an europäische Standards. „Unsere Schüler brauchen endlich
klare bildungspolitische Prioritäten, Leistungsorientierung und faire
Rahmenbedingungen – keine dauernden Strukturdebatten ohne Ergebnis.“
Besonders kritisch sieht Brückl auch Wiederkehrs
bildungspolitische Bilanz aus seiner Zeit als Wiener
Bildungsstadtrat: „Wer sich seine fünf Jahre in Wien ansieht, erkennt
schnell, dass dort im Bildungsbereich vielfach Chaos und Stillstand
herrschten. Diese Bilanz lässt leider erahnen, wie sich die
Bildungspolitik auf Bundesebene in den kommenden Jahren entwickeln
könnte. Wiederkehr hat sich als Bildungsstadtrat in Wien eben nie
schützend vor die Kinder gestellt und hat auch keine notwendigen
Integrationsmaßnahmen getroffen. Die Rechnung wird jetzt präsentiert“
Abschließend forderte Brückl eine rasche Evaluierung der
Mathematik-Zentralmatura: „Wenn gleiche Prüfungen für
unterschiedliche Unterrichtsrealitäten gelten, ist das weder fair
noch sinnvoll. Diese Ungerechtigkeit gehört endlich beseitigt.“