Tomaselli/Grüne zu Rechnungshofbericht: Luxuswohnstrategie der BIG-Tochter ARE ist unangebracht

Wien (OTS) – Der heute veröffentlichte Rechnungshofbericht zum
Bauprojekt VIENNA
TWENTYTWO bestätigt zentrale Kritikpunkte, die die Grünen bereits
seit Jahren an der Immobilienstrategie der BIG-Tochter Austrian Real
Estate (ARE) geäußert haben. „Statt ihren öffentlichen Auftrag ernst
zu nehmen und leistbaren Wohnraum zu schaffen, hat die ARE unter
türkiser Führung im Finanzministerium zunehmend auf Luxusprojekte und
Renditemaximierung gesetzt“, sagt die Rechnungshof- und
Wohnbausprecherin der Grünen, Nina Tomaselli.

Bereits seit Sommer 2020 haben die Grünen – gestützt von
Recherchen und auch im Untersuchungsausschuss – vor dieser
Entwicklung gewarnt. Das Projekt VIENNA TWENTYTWO ist ein Beispiel
dafür, wohin diese Strategie führt: Mietwohnungen werden laut
aktuellen Immobilienanzeigen zu deutlich über 20 Euro pro
Quadratmeter angeboten und lägen damit klar über dem Wiener
Durchschnitt bei Neuvermietungen. Auch die Eigentumswohnungen mit
rund 10.000 Euro pro Quadratmeter wären für die meisten Wienerinnen
und Wiener unleistbar.

„Besonders problematisch ist zudem die Zusammenarbeit mit
privaten Immobilieninvestoren mit spekulativen Geschäftsmodellen“,
mahnt Tomaselli. Die ARE holte sich beim Projekt VIENNA TWENTYTWO die
mittlerweile insolvente SIGNA-Gruppe als Partner ins Boot. „Dass eine
solche Strategie hohe Risiken birgt, zeigt nun der Rechnungshof
schwarz auf weiß“, so die Rechnungshofsprecherin der Grünen.

Der Rechnungshof fordere seit Jahren ein Überdenken der
aggressiven Expansionsstrategie der ARE sowie eine Ausrichtung des
staatlichen Unternehmens nach den wohnpolitischen Zielen der Politik.
„Diese Empfehlungen liegen seit Jahren am Tisch – und werden genauso
lange von der ÖVP ignoriert“, betont Tomaselli.

Der nun zuständige Wirtschaftsminiser Wolfgang Hattmannsdorfer
sei daher dringend gefordert, die bestehenden Rechnungshof-
Empfehlungen endlich umzusetzen und die ARE strategisch neu
auszurichten. „Öffentliche Immobiliengesellschaften müssen sich am
öffentlichen Auftrag orientieren – und nicht an Luxusprojekten oder
spekulativen Partnerschaften.“

„Wenn staatliche Unternehmen Wohnungen zu Luxuspreisen errichten
oder verkaufen, verschärft das die Wohnkrise zusätzlich. Die ARE muss
wieder zu ihrem ursprünglichen Auftrag zurückfinden: leistbaren
Wohnraum für die breite Bevölkerung zu schaffen“, so die Rechnungshof
– und Wohnbausprecherin der Grünen.