Heute vor 33 Jahren VGT-Obperson Augenzeuge: Jäger in UK ermordet Tierschützer

Wien (OTS) – Es war der 3. April 1993. Ein schöner, sonniger Tag in
Cambridgeshire
in East Anglia, im Osten Englands. Der letzte Jagdtag der
Jagdgesellschaft „Cambridgeshire Foxhounds“, die zu Pferd und mit
Hunderudel Füchse zu Tode hetzt. Anwesend waren aber auch etwa 30
Tierschützer:innen, darunter die heutige VGT-Obperson DDr. Martin
Balluch, damals als Post-Doc im Department for Applied Mathematics
and Theoretical Physics der Uni Cambridge, wo auch Stephen Hawking
forschte, angestellt. Die Tierschützer:innen rannten ins Feld und
verhinderten so, dass die Fuchsjagd stattfinden konnte. Die anwesende
Polizei sah sich außer Stande, die Tierschutzaktion zu beenden. Die
Jagd wurde also abgebrochen. Darüber ärgerte sich der Jagdleiter
derart, dass er seinen Transporter mit seinen 3 Pferden und 40
Jagdhunden belud und dann in die Menge der Tierschützer:innen, die
sich am Weg nach Hause befanden, hineinfuhr. Einem der Tierschützer,
dem 15 jährigen Tom Worby aus Milton Keynes, gelang ist nicht mehr
rechtzeitig, zur Seite zu springen. Er geriet unter das
Transportfahrzeug, das ihm mit dem linken Hinterrad über den Kopf
fuhr. Der Jäger beging Fahrerflucht, der junge Tierschützer, dem das
Blut aus Nase, Mund und Augen rann, starb in den Armen seiner
Partnerin vor Ort.

VGT-Obperson DDr. Martin Balluch war Augenzeuge: „Ich stand auf
der Straße etwa 100 m vor dem Transportfahrzeug, wie es zu dem Mord
kam. Ich konnte ganz deutlich sehen, wie der Tierschützer zuerst
seitlich mitgeschliffen wurde und um Hilfe rief. Dann rutschte er
unter das linke Hinterrad. Brutale physische Gewalt seitens der
Jägerschaft gegen Tierschützer:innen ist leider keine Seltenheit. In
Österreich hat ein Jäger im Jahr 1991 in Vitis im Waldviertel einer
Tierschützerin mit dem Schrotgewehr in den Bauch geschossen, weil sie
ihn bei der Jagd auf ausgesetzte Zuchtfasane behinderte. Es gab auch
viele Fälle in Österreich, bei denen Jäger:innen Tierschützer:innen
physisch attackierten oder ihnen durch den Regenschirm schossen. Am
20.11.2017 attackierte der heutige Landesjägermeister von Salzburg,
Maximilian Mayr-Melnhof, zwei Tierschützer, verletzte sie und nahm
ihnen mit Gewalt die Videokameras und ein Funkgerät weg. Vor Gericht
log er dann, um sich zu schützen. Dennoch stellte das
Landesverwaltungsgericht, das zuständig war, weil er als
Jagdschutzorgan gehandelt hatte, die genannten Fakten fest. Gewalt
gegen Tiere geht eben Hand in Hand mit Gewalt gegen Menschen. Und
dieser Landesjägermeister schwadroniert dann öffentlich vom Schutz
von Leib und Eigentum vor dem Wolf. Er selbst schädigt aber ohne zu
zögern andere Menschen an Leib und Eigentum. Und dann stellt er sich
als überzeugten Christen dar, der im Salzburger Dom bei der
Hubertusmesse von der Kanzel predigt. Weit her mit der Liebe zu
seinem Nächsten und mit dem Gebot, nicht zu lügen, ist es bei ihm
aber offenbar nicht.“