Tierärztekammer: Impfen als zentrale Säule der Prävention – „Prevention is better than cure“

Wien (OTS) – Anlässlich des „World Vaccination Day“ am Montag, den
20. April 2026,
hebt die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) vor dem Hintergrund
aktueller Entwicklungen in der Tiergesundheit die zentrale Bedeutung
von Impfungen als grundlegende Präventionsmaßnahme hervor. Unter dem
Leitprinzip „Prevention is better than cure“ wird die Notwendigkeit
betont, präventive Strategien konsequent zu stärken und
weiterzuentwickeln.
„Impfungen sind ein unverzichtbares Instrument, um Tiergesundheit
nachhaltig zu sichern und Infektionskrankheiten wirksam vorzubeugen.
Sie schützen nicht nur Tiere, sondern leisten auch einen
entscheidenden Beitrag zur öffentlichen Gesundheit und zur Stabilität
unserer landwirtschaftlichen Systeme“, erklärt ÖTK-Präsident Mag.
Kurt Frühwirth.
Impfungen tragen darüber hinaus wesentlich zur Reduktion des
Arzneimitteleinsatzes bei und fördern eine nachhaltige,
verantwortungsvolle Tierhaltung. Sie sind damit ein zentraler
Baustein moderner veterinärmedizinischer Präventionskonzepte.

Zwtl.: Neubewertung bestehender Maßnahmen in der
Tierseuchenbekämpfung

Im Kontext der Bekämpfung hochansteckender Tierseuchen,
insbesondere der Maul- und Klauenseuche (MKS), weist die
Tierärztekammer auf die Notwendigkeit einer kontinuierlichen
Evaluierung bestehender Strategien hin. Die derzeit angewandte Praxis
des sogenannten „Culling“, also der Tötung ganzer Tierbestände – auch
dann, wenn diese notgeimpft und gesund sind – ist aus
epidemiologischer Sicht wirksam, steht jedoch zunehmend im Fokus
ethischer und gesellschaftlicher Diskussionen.
„Wir müssen uns die Frage stellen, ob bestehende Maßnahmen noch
zeitgemäß sind. Der Ansatz ‘Vaccination is better than cull’ gewinnt
zunehmend an Bedeutung und sollte auf Basis aktueller
wissenschaftlicher Erkenntnisse differenziert geprüft werden“, so
Frühwirth.
Vor diesem Hintergrund erscheint es geboten, alternative Ansätze
verstärkt in die fachliche und politische Bewertung einzubeziehen.
Die Tierärztekammer spricht sich nachdrücklich für eine
Weiterentwicklung präventiver Maßnahmen aus und appelliert an
Entscheidungsträger*innen in Politik, Wissenschaft und Praxis,
ethisch vertretbare Strategien stärker zu berücksichtigen.

Zwtl.: Nachhaltige Prävention als Leitprinzip

„Impfungen bleiben ein tragender Pfeiler moderner
Präventionskonzepte,“ betont Frühwirth und fordert auf bestehende
Paradigmen in der Tierseuchenbekämpfung kritisch zu hinterfragen und
im Lichte aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie
gesellschaftlicher Erwartungen weiterzuentwickeln.
„Nachhaltige Prävention ist der Schlüssel zu einer
verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Tiergesundheitspolitik.
Unser Ziel muss es sein, Gesundheit zu erhalten, statt nur Krankheit
zu bekämpfen“, sagt Frühwirth abschließend.
Die Tierärztekammer bezieht in diesem Zusammenhang klare Position:
Eine konsequente Stärkung präventiver Maßnahmen ist essenziell für
den Schutz von Tier und Mensch sowie für die langfristige Sicherung
einer nachhaltigen Landwirtschaft.