Tirols Tourismus bilanziert positive Wintersaison, aktuelle Studie bestätigt wirtschaftliche Bedeutung der Branche

Innsbruck (OTS) – Trotz eines Dämpfers im März weist Tirols
Tourismusstatistik in der
bisherigen Wintersaison ein positives Ergebnis aus. Nach fünf von
sechs Monaten stehen 24,7 Millionen Nächtigungen (+2,8%) und 5,7
Millionen Gästeankünfte (+3,9%) zu Buche. Diese guten Zahlen seien
erfreulich, dürfen allerdings nicht über die Herausforderungen für
die Betriebe hinwegtäuschen, heißt es seitens der Branche. Die
Buchungslage für die Sommersaison ist derzeit noch von Zurückhaltung
geprägt. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Studie die große
wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für das Land auf.

„Trotz globaler Krisen und wirtschaftlicher Herausforderungen
fällt die bisherige Bilanz der Wintersaison gemessen an der Nachfrage
positiv aus, daher dürfen wir durchaus zufrieden damit sein“, fasst
Tirols Tourismuslandesrat Mario Gerber das aktuelle Ergebnis
zusammen. Konkret verzeichnet Tirols Tourismusstatistik nach fünf von
sechs Monaten der Wintersaison – von November 2025 bis März 2026 –
24,7 Millionen Nächtigungen (+2,8%) und 5,7 Millionen Gästeankünfte (
+3,9%). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist leicht, um 0,1
Tage, zurückgegangen und liegt bei 4,3 Tagen.

„Die ungebrochene Lust auf Urlaub in Tirol und die damit
verbundene robuste Entwicklung der Nachfrage ist angesichts der
aktuellen geopolitischen Lage keine Selbstverständlichkeit, sondern
zeugt vom großen Engagement der Branche“, betont Landesrat Gerber.
Ein Beispiel dafür seien die vielfältigen Veranstaltungen und
Angebote, um die Nachfrage auch abseits der typischen Ferienzeiten
und insbesondere in Richtung Saisonende zu beleben. „Der Tourismus
unterstreicht damit seine Rolle als stabilisierende Kraft für die
heimische Wirtschaft und das Land insgesamt und erweist sich gerade
in unseren Tälern als alternativlos.“

Zwtl.: Tourismus als Wirtschaftsmotor für Tirol

Diese wesentliche Bedeutung veranschaulicht eine aktuelle Studie
der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) zum
Tourismusjahr 2024/25. „Der Tourismus entfaltet über direkte,
indirekte und induzierte Effekte eine breite Wirkung, sodass die
Wertschöpfung insgesamt 10,2 Milliarden Euro beträgt“, zitiert
Landesrat Gerber aus der Studie. „Mehr als jeder vierte Euro in Tirol
wird im Zusammenhang mit dem Tourismus erwirtschaftet.“ Die
Wertschöpfung basiere maßgeblich auf tourismusnahen Dienstleistungen,
weise jedoch auch substanzielle Effekte in viele andere Branchen wie
Bau, Handel, Verkehr und Immobilien auf.

Darüber hinaus zähle der Tourismus zu den Beschäftigungsmotoren
Tirols. „Fast 83.000 Vollzeitäquivalente und damit mehr als jeder
vierte Arbeitsplatz in Tirol stehen in Zusammenhang mit dem Tourismus
und sichern damit in erheblichem Ausmaß Jobs und Einkommen“,
verdeutlicht Gerber. Zudem löse die Branche Steuern und Abgaben in
Höhe von Ꞓ 6,3 Milliarden Euro aus.

Zwtl.: Nahmärkte bilden Fundament für Nachfrage

Heruntergebrochen auf die Herkunftsländer zeigt sich einmal mehr
die Bedeutung der Nahmärkte. Mit 12,4 Millionen Nächtigungen (+3,1%)
tragen Gäste aus Deutschland weiterhin die Hälfte des Tiroler
Nächtigungsvolumens im Winter bei. Dahinter folgen die Niederlande
mit 3,8 Millionen Nächtigungen (+0,3%) und der Heimmarkt Österreich
mit 1,6 Millionen Nächtigungen (+2,2%). „Es ist erfreulich und
gleichzeitig bemerkenswert, dass sich die Nahmärkte – allen voran
Deutschland – trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds positiv
entwickelt haben“, kommentiert Tirol Werbung-Geschäftsführerin Karin
Seiler das Ergebnis. Aus dem Vereinigten Königreich gab es mit
950.000 Übernachtungen ebenfalls ein Plus (+3,9%), aus der Schweiz
mit 860.000 Übernachtungen ein kleines Minus (-0,7%).

Zwtl.: März und April als Herausforderung

Während die Quellmärkte in ihrer Bedeutung stabil bleiben,
verschiebt sich das Reiseverhalten der Gäste. „Sie fokussieren ihre
Urlaube in Richtung der Kernmonate Dezember bis Februar“, bringt es
Seiler auf den Punkt. Während es dadurch das frühere Jännerloch in
dieser Form nicht mehr gebe, gehe die Nachfrage im März und April
zurück. „Zu dieser Zeit ist der Winter bei den Menschen nicht mehr so
präsent, sie orientieren sich in Richtung Sommeraktivitäten und
wärmere Gegenden.“

Die Tirol Werbung hat daher eine halbe Million Euro in
zusätzliche Mittel für die Winterkampagne, den „Gletscherfrühling“
gemeinsam mit den 5 Tiroler Gletschern sowie Livebilder aus den
Skigebieten investiert, um zusammen mit Partnern wie
Tourismusverbänden oder Seilbahnen den Spätwinter noch stärker ins
Bewusstsein potenzieller Gäste zu bringen. Darüber hinaus hat die
Tirol Werbung das Projekt „Attraktiver Ganzjahrestourismus“
initiiert, um insbesondere auch für die Monate März und April
passende Angebote zu entwickeln. 16 Tourismusverbände – vor allem aus
dem Tiroler Unterland – arbeiten aktiv mit.

Zwtl.: Kleine Betriebe unter Druck

Aus betrieblicher Sicht bleibe vor allem die Wirtschaftlichkeit
eine Herausforderung, konstatiert Alois Rainer, Spartenobmann
Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Tirol:
„Hohe Nachfrage ist nicht gleichbedeutend mit hohen Erträgen.“ Rainer
verweist auf den aktuellen Fitness-Check, eine Analyse von
Österreichischer Hotel- und Tourismusbank (OeHT), Prodinger sowie
Kohl & Partner: „Diese Untersuchung zeigt, dass vor allem die kleinen
Betriebe aufgrund von Preissteigerungen und gestiegenen
Mitarbeiterkosten unter Druck stehen und vielfach negative Ergebnisse
schreiben.“ Das betreffe Tirol aufgrund der familiengeprägten
Unternehmensstruktur in besonderem Maße. „Die Ergebnisse der
Untersuchung sind zwar auf die Gastronomie bezogen, lassen sich
allerdings gleichermaßen auf die Hotellerie umlegen“, so Rainer.

Untermauert wird das vom Saisonalen Tourismusbarometer, einer
repräsentativen Befragung unter Tirols Unterkunftsbetrieben: 2024
gaben noch 60 Prozent der Betriebe an, die gestiegenen Kosten
vollständig an die Gäste weitergeben zu können. In der aktuellen
Befragung liegt der Wert bei nur mehr 33 Prozent.

Zwtl.: Noch leicht verhaltene Prognose für den Sommer

Der Ausblick für die Sommersaison, die mit 1. Mai beginnt, ist
angesichts der globalen Krisen und Unsicherheiten aktuell noch von
leichter Zurückhaltung geprägt. Laut Tourismusbarometer sehen 15
Prozent der Befragten eine bessere Buchungslage als im Vorjahr, für
51 Prozent ist sie gleich gut. Für den Sommer 2025 lagen diese Werte
höher – bei 20 bzw. 57 Prozent. Am nachfragestärksten erweist sich
einmal mehr der deutsche Markt: Knapp 65 Prozent der
Unterkunftsbetriebe halten derzeit bei einem ähnlichen Buchungsstand
wie im Vorjahr, ein gutes Fünftel konnte sogar mehr Buchungen aus
Deutschland generieren. Das Preis- und Buchungsmonitoring der Tirol
Werbung sieht die Gesamtnachfrage für den Sommer 2026 auf einem
ähnlichen Niveau wie im Vorjahr.

Was die Nachfrage nach Arbeitskräften betrifft, so hatten knapp
85 Prozent der Betriebe zum Befragungszeitraum des
Tourismusbarometers (Mitte März bis Anfang April) ihre relevanten
Jobs für den Sommer besetzt.

Bildmaterial finden Sie unter: presse.tirol.at/bilanz-
wintersaison-2025-26