„Ein Amerikaner in Rom – Papst Leo XIV.“ im „kreuz & quer“-Porträt

Wien (OTS) – Ein Jahr nach seiner Amtseinführung deutet sich eine
Richtung an, die
Papst Leo in seinem Pontifikat eingeschlagen hat. Als Bürger der USA
und des südamerikanischen Peru kennt er die nördliche und die
südliche Hemisphäre, hat als Ordensoberer der Augustiner die
kirchlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse auf allen Kontinenten
kennengelernt: der Papst, ein Weltbürger, als mahnende Stimme des
Friedens und der Versöhnung in einer Zeit, die von starken
nationalistischen Tendenzen und bewaffneten Konflikten geprägt ist.
Im Rahmen eines multimedialen Schwerpunkts der ORF-Hauptabteilung
„Religion und Ethik“ (Details unter https://presse.ORF.at ) zeichnet
Peter Beringer in seinem filmischen „kreuz & quer“-Porträt „Ein
Amerikaner in Rom – Papst Leo XIV.“ am Dienstag, dem 5. Mai, 2026, um
23.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON Herkunft und Werdegang von Robert
Francis Prevost nach und beleuchtet die Akzente, die er als Papst Leo
XIV. in seinem ersten Amtsjahr gesetzt hat.

Vor einem Jahr, am 8. Mai 2025, wählte das Kardinalskollegium im
Konklave den neuen Papst: Robert Francis Prevost, US-Amerikaner, der
auch die peruanische Staatsbürgerschaft besitzt. Der Wahlvorgang
hatte nur eineinhalb Tage gedauert. Der gewählte Papstname, Leo XIV.,
bezieht sich auf einen Vorgänger, dessen Enzyklika rerum novarum als
Fundament der katholischen Soziallehre gilt: Papst Leo XIII., von
1878 bis 1903 auf dem Stuhl Petri. Das zeigt an, dass Papst Leo in
Kontinuität zu Papst Franziskus die soziale Frage und das Thema
Gerechtigkeit besonders wichtig ist.

Zweifellos hatte Papst Franziskus den in Lateinamerika
verankerten Ordensmann Robert Francis Prevost als möglichen
Nachfolger aufgebaut. Als langjähriger Generalprior der Augustiner
kannte sich Prevost mit der römischen Kurie und dem Staatsapparat des
Heiligen Stuhls gut aus. Seit 2023 war er Kardinal und Präfekt des
Dikasteriums für die Bischöfe – Prevost saß damit bereits an
zentraler Position in der Weltkirche.

Wichtige Anliegen von Franziskus setzt Papst Leo fort – etwa den
besonderen Fokus der Kirche auf Menschen in Armut und am Rand der
Gesellschaft. Leo XIV. gilt jedoch als weniger impulsiv bzw. als
strukturierter und diplomatischer als sein Vorgänger. Die jüngste
Auseinandersetzung zwischen US-Präsident Donald Trump und Papst Leo
XIV. hat jedoch gezeigt, dass der bisher als eher „zurückhaltend“ und
„still“ eingeschätzte Petrus-Nachfolger mit klaren Aussagen Stellung
bezieht, wenn es die Situation erfordert. So, wie er auch angesichts
bewaffneter Konflikte und Kriege als Mahner des Friedens den
politisch Verantwortlichen ins Gewissen redet.

Innerkirchlich versucht der neue Papst die verschiedenen Lager
zusammenzuhalten: Reformer hat er mit der Absage, Frauen zu
Diakoninnen zu weihen, vorerst ernüchtert, obwohl er insgesamt
Veränderungen offen gegenübersteht. Konservative versucht er, ins
Boot zu holen. Zugleich kommt er der schismatischen Piusbruderschaft,
die ohne päpstliche Erlaubnis Bischöfe weihen will, nicht
leichtfertig entgegen. Die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen
den Traditionalisten und Rom könnten neuerlich eskalieren.