GÖD-Justizwachegewerkschaft: Personalnotstand spitzt sich dramatisch zu

Wien (OTS) – In Gesprächen in der Sonderanstalt für Jugendliche
Münichplatz wurde
gestern die äußerst angespannte Personalsituation erneut
thematisiert. Seit langer Zeit ist das bekannte Problem des massiven
Personalmangels ungelöst. Ein Drittel der vorgesehenen Planstellen
ist weiterhin unbesetzt.

Gleichzeitig wird die Belagszahl durch das zuständige Ministerium
laufend erhöht. Diese Entwicklung verschärft die ohnehin prekäre Lage
zusätzlich und bringt die Bediensteten zunehmend an ihre körperlichen
und psychischen Grenzen.

Die Beamtinnen und Beamten leisten Außerordentliches. Viele sind
mittlerweile am Limit, Erschöpfung und Verzweiflung machen sich
breit. Dass es bislang zu keinen schwerwiegenden Vorfällen gekommen
ist und der Dienstbetrieb für die Jugendlichen überhaupt noch
aufrechterhalten werden kann, ist ausschließlich der hohen Loyalität,
dem Pflichtbewusstsein und dem persönlichen Einsatz der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken.

Auch die Volksanwaltschaft hat bereits auf den dringenden
Handlungsbedarf hingewiesen. Dennoch ist bis heute keine nachhaltige
Verbesserung erkennbar. Vielmehr entsteht der Eindruck einer
zunehmenden Handlungsunfähigkeit der zuständigen Dienstbehörde.

Die Beschäftigten fordern daher umgehend wirksame Maßnahmen zur
Entlastung des Personals, eine rasche Nachbesetzung offener
Planstellen sowie realistische Rahmenbedingungen für einen sicheren
und professionellen Betrieb der Einrichtung.

„Ein weiteres Zuwarten ist weder den Bediensteten noch den
Jugendlichen in der Anstalt zumutbar“, betont Claudia Gradinger.