Wien (OTS) – Generaldirektorin Fatima Hellberg nutzt die
Ausstellungs-Umbauphase
des mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien für einen
programmatischen Aufbruch: Mit dem Tolia Curriculum wird ab 22. Mai
2026 erstmals in der Geschichte des Hauses der Entstehungsprozess
einer Ausstellung öffentlich zugänglich.
Ab 20. Juni wird die Eröffnungsausstellung Terminal Piece auf fünf
Ebenen erlebbar. Die von der Bühnenbildnerin Anna Viebrock gestaltete
Eingangsebene zeigt auf 700 m 2 Werke der mumok-Sammlung in einem
außergewöhnlichen Setting und wird bis 30. September bei freiem
Eintritt für alle Menschen offenstehen.
Im Oktober 2025 hat Fatima Hellberg die Generaldirektion des
mumok übernommen. Was sie seit diesem Zeitpunkt mit ihrem Team
vorbereitet hat, wird ab dieser Woche erlebbar: ein Museum, das sich
öffnet – für neue Formate und für eine andere Art, Kunst zu erleben.
Mit dem gestrigen Tag schlossen die laufenden Ausstellungen. Nun wird
ab-, um- und aufgebaut: Am 20. Juni eröffnen mit Terminal Piece und
Tolia Astakhishvili, Figure of the Child , die ersten beiden
Ausstellungen der neuen Direktion. „Ein Museum lebt durch das, was es
aufnimmt, und durch das, was es zurückgibt. Unsere Arbeit basiert auf
einem aktiven Austausch mit der Öffentlichkeit, der nun beginnt“ ,
sagt Fatima Hellberg.
Zwtl.: Tolia Curriculum: Kunst im Entstehen erleben
Ab 22. Mai öffnet das mumok seine Türen für eine Form der
Zugänglichkeit, die es in der Geschichte des Hauses bisher nicht
gegeben hat. Die Künstlerin Tolia Astakhishvili – zuletzt mit
Ausstellungen im MoMA PS1 und im SculptureCenter in New York
vertreten – entwickelt und installiert ihre bisher größte Ausstellung
Figure of the Child vor den Augen des Publikums. Für Tolia
Astakhishvili beginnt eine Ausstellung nicht mit der Eröffnung,
sondern mit dem Prozess: Das Museum wird zu einem Atelier, einem Ort
der Begegnung – zu einem lebendigen Raum. Vier Wochen lang, täglich
außer montags, bietet das Tolia Curriculum ein dichtes Programm aus
Workshops, Vorträgen, Filmvorführungen, Lesungen und partizipativen
Formaten – für Erwachsene, Familien und Kinder.
Den Auftakt setzt am Freitag, 22. Mai 2026 Laurids Ortner, der
Architekt des mumok. Zwei Jahrzehnte nach der Fertigstellung des
Hauses spricht er unter dem Titel Herzkammer über die Strukturen, die
sichtbar werden, wenn sich ein Haus verwandelt. Als Zeichen ließ
Fatima Hellberg vergangene Woche die Fenster in den
Ausstellungsräumen des mumok, die lange zugemauert waren, wieder
öffnen.
Am ersten Wochenende des Tolia Curriculum wird es kreativ: Am 23.
Mai lädt das Open Studio ein, Zeichnungen weiterzuführen, die Tolia
Astakhishvili begonnen hat. Am 24. Mai eröffnen Harun Farockis
Einschlafgeschichten ein poetisches Format für Familien und Kinder.
In den folgenden Wochen entfaltet sich ein Programm von großer
Bandbreite: Die Musiker*innen Vera Pulido und Roman Lemberg bespielen
das Haus mit Klang. Der Autor Kristian Vistrup Madsen präsentiert
Texte unter dem Titel The Heart is a Pump . Die Künstlerin Veronica
Brovall gestaltet Workshops für Erwachsene und Kinder, bei denen man
eingeladen ist, mit Gipsformen zu experimentieren. Tolia
Astakhishvili selbst leitet Tai-Chi und Qi Gong im Museum. Der
Künstler Florian Meisenberg blickt in seinen Future Readings in die
Zukunft. Zum Abschluss präsentiert der Künstler James Richards ein
Filmprogramm. „Ein Museum muss kein Ort fertiger Antworten sein. Es
kann ein Raum sein, in dem man Komplexität erlebt und aushält. Und in
dem etwas bleibt, wenn man ihn verlässt“ , so Hellberg. „Deshalb
laden wir herzlich dazu ein, diese besondere Gelegenheit zu nützen,
um Teil von Tolias Ausstellungsprozess zu werden und eigene Spuren zu
hinterlassen.“
Zwtl.: Anna Viebrocks Bühne für die mumok-Sammlung – erlebbar bis 30.
September bei freiem Eintritt
Am 20. Juni eröffnet Terminal Piece , die erste Ausstellung unter
der Leitung von Fatima Hellberg – eine Gesamterfahrung, die sich über
fünf Ebenen des mumok erstreckt und Werke aus der Sammlung mit neuen
Arbeiten und externen Leihgaben verbindet. Jede Ebene bildet einen
eigenen Akt und untersucht unterschiedliche Aspekte der Beziehung
zwischen Kunstwerk und Betrachtenden.
Als Prolog zur mehraktigen Ausstellung erarbeitet die
Bühnenbildnerin Anna Viebrock eine außergewöhnliche
Sammlungspräsentation für die Eingangsebene des mumok. Es entsteht
ein begehbares Gesamtkunstwerk – eine Bühne, die sich mit jeder
Bewegung verändert. Die Blicke schweifen durch unterschiedliche
Räume: eine Kirche, ein Wohnzimmer, einen Keller. Werke aus der mumok
Sammlung werden zu Akteurinnen in dieser Inszenierung. Die Hängung
ist ungewöhnlich für ein Museum, denn sie ist der Präsentation in den
privaten Wohnräumen der Sammler*innen nachempfunden: Peter und Irene
Ludwig, Wolfgang Hahn – Menschen, die mit Kunst gelebt haben. Gezeigt
werden zentrale Arbeiten unter anderem von Lutz Bacher, Joseph Beuys,
Bruno Gironcoli, Hans Haacke, Sol LeWitt, Friederike Mayröcker,
Dieter Roth, Gerhard Rühm, Rudolf Schwarzkogler, Octavian
Trauttmansdorff, Rosemarie Trockel und Franz West.
Dieser Prolog ist von 20. Juni bis 30. September bei freiem
Eintritt zugänglich. „Wir leben in einer Zeit, in der alles teurer
wird. Eintrittspreise stellen für viele Menschen eine reale Barriere
dar. Ich habe mich daher entschieden, hier einen Kontrapunkt zu
setzen und in unsere Sammlungspräsentation einzuladen“ , sagt Fatima
Hellberg. Ermöglicht wird der freie Eintritt durch die großzügige
Unterstützung des mumok Board und private Fördermittel. „Unsere
Sammlung ist öffentliches Gut. Ich verstehe es als meinen Auftrag,
sie sichtbar und zugänglich zu machen“ , so Hellberg.
Zwtl.: Öffnung nach innen: Zusammenarbeit als Prinzip
Was für das Publikum gilt, gilt auch für die Menschen im Haus.
Fatima Hellberg ist überzeugt: Ein Museum, das nach außen offen ist,
muss diese Haltung nach innen leben. „Ich habe in den vergangenen
Monaten ein Haus kennengelernt, das über außergewöhnlich engagierte
Menschen verfügt. Die Zusammenarbeit möchten wir weiterentwickeln –
hin zu mehr Austausch und gemeinsamer Verantwortung. Nach den
Eröffnungen werden wir diesen Prozess strukturiert angehen. Ich
möchte alle einladen, das Haus gemeinsam zu gestalten“ , so Hellberg.
Denn die Frage, wie ein Haus nach innen funktioniert, sei keine rein
interne Angelegenheit – sie entscheide darüber, was nach außen
sichtbar wird. Fatima Hellberg schließt: „Ein Museum, das Neugier,
Offenheit und Begegnung verkörpert, muss genau das auch in seiner
eigenen Arbeitsweise leben. Darauf will ich in den kommenden Monaten
verstärkt Aufmerksamkeit lenken.“
Zwtl.: Weiterführende Informationen:
Das mumok bietet mit dem Tolia Curriculum von 22. Mai bis 18.
Juni täglich außer montags ein vielfältiges Programm aus Workshops,
Vorträgen, Filmvorführungen und partizipativen Formaten.
Das vollständige Programm finden Sie unter www.mumok.at/curriculum .
Am 20. Juni eröffnet Terminal Piece , eine Ausstellung, die sich
über fünf Ebenen des Hauses erstreckt. Parallel dazu ist Tolia
Astakhishvilis Einzelausstellung Figure of the Child zu sehen. Das
mumok ist am Eröffnungstag von 14 bis 20 Uhr geöffnet; Führungen und
Programm finden stündlich bei freiem Eintritt statt.
Die Eingangsebene mit Anna Viebrocks Sammlungspräsentation auf
700 m 2 ist von 20. Juni bis 30. September bei freiem Eintritt
zugänglich.
Pressefotos zum Download finden Sie hier:
https://www.mumok.at/presse/aktuelle-ausstellungen/tolia-
astakhishvili-curriculum
https://www.mumok.at/presse/kuenftige-ausstellungen