Wien (OTS) – Heute legen Beschäftigte der chemischen Industrie am
Chemiepark Linz
für zwei Stunden ihre Arbeit nieder. Für die Arbeitgeberseite ist das
ein fatales Signal: Während die Branche im internationalen Wettbewerb
auf Grund der hohen Lohnstückkosten immer weiter zurückfällt, wählt
die Gewerkschaft den Konflikt. „Seit 2020 haben wir in Österreich
kumuliert zwölf Prozent höher abgeschlossen als in Deutschland. Das
sind jährlich 500 Millionen Euro Kostennachteil, die unsere
Unternehmen mit sich schleppen“ , so Ulrich Wieltsch, Obmann des
Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO). Deutschland
hat für 2026 eine Nulllohnrunde vereinbart und Österreich soll laut
Gewerkschaft weiter drauflegen. Der Kostenabstand zu unserem
wichtigsten Absatzmarkt und direkten Mitbewerber wächst damit weiter
an.
Die Gewerkschaft blendet die wirtschaftlichen Fakten aus und
setzt stattdessen auf öffentliche Inszenierung. „600 verlorene
Arbeitsplätze allein im vierten Quartal 2025, 18 Prozent
Produktionsrückgang bei chemischen Erzeugnissen in den letzten drei
Jahren und die Antwort der Gewerkschaft ist Streik. Das ist keine
Interessenvertretung, das ist Realitätsverweigerung auf dem Rücken
der Arbeitnehmer“ , betont Wieltsch.
Die Arbeitgeberseite appelliert an die Gewerkschaft, die nächste
Verhandlungsrunde am 2. Juni mit dem nötigen Realitätssinn zu führen.
Über den FCIO
Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) in
der WKÖ ist die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen
Industrie in Österreich. Die etwa 230 Mitgliedsunternehmen
produzieren in unterschiedlichen Sektoren z.B. Pharmazeutika,
Kunststoffe und Kunststoffwaren, Fasern, Lacke, Düngemittel oder auch
organische und anorganische Chemikalien. Die mehr als 50.000
Beschäftigten der Branche stellten 2024 Waren im Wert von 19,3
Milliarden Euro her. www.fcio.at