„Report“: Aufschrei der Justiz, Kampf um leistbaren Wohnraum und Kaderschmiede Cartellverband

Wien (OTS) – Yilmaz Gülüm präsentiert den „Report“ am Dienstag, dem
16. Juni 2026,
um 21.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON mit folgenden Themen:

Aufschrei der Justiz

In den Gefängnissen protestieren die Wachebeamten und halten
Warnstreiks ab, der Personalmangel wird immer dramatischer.
Österreichs Gefängnisse sind überbelegt und unterfinanziert, die
Gerichte überlastet. Das Justizsystem stehe vor dem Zusammenbruch,
warnen jene, die es noch aufrechterhalten. Laura Franz und Patrick
Gruska sprechen mit Betroffenen und Experten und gehen der Frage
nach, was es bräuchte, um Haftanstalten und Gerichte zu entlasten.
Außerdem konfrontieren sie die zuständige Justizministerin mit der
steigenden Kritik an ihr und ihrer Arbeit.

Dazu ein Live-Gespräch mit Gernot Kanduth, Präsident der
Richtervereinigung

Der Kampf um leistbaren Wohnraum

Wer derzeit in Wien eine Mietwohnung sucht, muss sich meistens
hinten anstellen. Die 32-jährige Nina Kugler hat bereits an
Massenbesichtigungen mit 50 Leuten teilgenommen. Den Zuschlag bekommt
meist die Person mit dem höchsten Einkommen. Vor allem für junge
Menschen wird es dadurch zunehmend schwieriger, eine leistbare
Wohnung zu finden. Doch auch in anderen Bundesländern ist Wohnraum
teuer. Der 62-jährige Altenpfleger Peter Steiner stößt bei seiner
Wohnungssuche in Salzburg regelmäßig auf 50-Quadratmeter-Wohnungen um
rund 1.200 Euro im Monat. Laut einer OECD-Studie sind die Mieten in
Österreich in den vergangenen 15 Jahren um mehr als 75 Prozent
gestiegen, im Euroraum lag der Durchschnitt hingegen nur bei 25
Prozent. Und die Lage dürfte sich weiter verschärfen: Die Zahl der
Baubewilligungen befindet sich auf einem Tiefstand, zeigen Sophie-
Kristin Hausberger und Miriam Ressi.

Das schwarze Netzwerk – Die Kaderschmiede Cartellverband

Im Österreichischen Cartellverband, einem Netzwerk katholischer
Studentenverbindungen mit Tausenden rein männlichen Mitgliedern,
werden Traditionen hochgehalten: Von Coleurnamen wie „Mars“ oder
„Sturmi“ bis zum Budenleben. Im Zentrum steht das Prinzip der
„Amicitia“: lebenslange Freundschaften, die auch im Berufsleben
wirken und Karrieren befördern können. Der Cartellverband gilt seit
Jahrzehnten als eng mit der ÖVP verflochten. Zahlreiche
Spitzenpolitiker der Volkspartei – bis zum aktuellen Bundeskanzler –
stammen aus dem CV, der nach wie vor eine Kaderschmiede ist. Laura
Franz und Miriam Ressi erhalten für den ORF-„Report“ seltene
Einblicke in eine sonst weitgehend abgeschottete Welt.