Wien (OTS) – Ende Juni 2026 begeht Österreich ein besonderes
Doppeljubiläum: den
100. Geburtstag der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (25. Juni) und
die 50. Tage der deutschsprachigen Literatur (24. bis 28. Juni), in
deren Rahmen jährlich der renommierte Ingeborg-Bachmann-Preis
vergeben wird. Diesen Anlässen widmet der ORF in Kooperation mit 3sat
einen bereits seit 15. Juni laufenden umfangreichen
Programmschwerpunkt mit zahlreichen Sendungen in TV und Radio (
Details unter https://presse.ORF.at ), darunter auch der
„kulturMONTAG“ am 22. Juni um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON. Das
von Peter Schneebeger präsentierte Magazin befasst sich u. a. mit dem
Doppeljubiläum, den unterschiedlichen kulturellen Würdigungen der
Literatin und begrüßt kurz vor der Eröffnung der 50. Ausgabe der Tage
der deutschsprachigen Literatur den Jury-Vorsitzenden Klaus
Kastberger zum Gespräch im Studio. Das an die Sendung anschließende
neue Porträt „Ingeborg Bachmann – Dichten für die Wahrheit“ (23.15
Uhr) erzählt, wie aus dem Mädchen aus der österreichischen Provinz
eine der berühmtesten Autorinnen des 20. Jahrhunderts werden konnte,
und präsentiert außerdem einen in einem Berliner Archiv entdeckten
Sensationsfund. Weitere Themen im „kulturMONTAG“ u. a.: Neues von
Wolfgang Ambros und Italiens Kulturhauptstadt L’Aquila.
Doppeltes Jubiläum – 100 Jahre Ingeborg Bachmann und 50.
Bachmannpreis
Mehr als 50 Jahre nach ihrem tragischen Tod 1973 in Rom ist
Ingeborg Bachmann – zweifellos eine der bedeutendsten
Schriftstellerinnen der Nachkriegszeit – noch lange nicht vergessen.
Wer war diese ikonische Dichterin, deren Geburtstag sich am 25. Juni
zum 100. Mal jährt? Nach eigenen Aussagen war das Schreiben für die
gebürtige Kärntnerin existenzielle Notwendigkeit und untrennbar mit
ihrem Sein und ihrer Identität verbunden. Zum Jubiläum wird die
außergewöhnliche Künstlerin in zahlreichen Biografien gewürdigt, etwa
in Andrea Stolls Buch „Zwei Menschen sind in mir“, in dem die
erfahrene Bachmann-Forscherin viele Rätsel im Leben der
Schriftstellerin von den Anfängen bis zum Tod offenlegen kann.
Rechtzeitig zum Hundertsten kommt auch der semidokumentarische Film
„Ingeborg Bachmann: Jemand, der einmal ich war“ mit Sandra Hüller ins
Kino. Die an den „kulturMONTAG“ anschließende neue ORF-Dokumentation
„Dichten für die Wahrheit“ rollt das Leben der Bachmann und ihre
schwierigen Liebesbeziehungen mit prominenten Literaten neu auf. Und
die österreichische Künstlerin Deborah Sengl hat sich von Ingeborg
Bachmann zu neuen Arbeiten inspirieren lassen, die im Jubiläumsjahr
auf Schloss Ebenau in Kärnten gezeigt werden. Kurz vor der Eröffnung
der 50. Jubiläumsausgabe der „Tage der deutschsprachigen Literatur“
ist Jury-Vorsitzender Klaus Kastberger auf Stippvisite im
„kulturMONTAG“-Studio. Im Gespräch mit Peter Schneeberger erzählt der
leidenschaftliche Literaturvermittler, warum er als Juror beim
Bachmannpreis seine Abschiedsvorstellung gibt, wie sich
Literaturkritik im Laufe der Zeit verändert hat, und er gibt auch
Einblicke in die budgetär angespannte Kulturszene in der Steiermark,
wo er seit mehr als zehn Jahren an der Grazer Uni unterrichtet und
seit 2019 das Literaturhaus Graz leitet.
Lebende Legende – Wolfgang Ambros’ neuer Song
Auch er ist längst österreichisches Kulturgut und hat sich mit
seinen Liedern ins kollektive Gedächtnis seines Publikums
eingebrannt. Mit Songs wie „Da Hofa“, „Zwickt’s mi“ oder „Schifoan“
hat Wolfgang Ambros Geschichte geschrieben. Aber auch berührende
Austropop-Klassiker hat der heute 74-jährige Wiener geschaffen, etwa
sein Lied „Gezeichnet fürs Leben“ im Jahr 1980, in dem er die
Geschichte eines verzweifelten Jugendlichen erzählt, der nach einem
Diebstahl und Konflikten mit dem Vater keinen Ausweg mehr sieht. Auch
wenn das Leben manchmal absurd erscheint und der Tod immer das letzte
Wort hat, wendet sich das musikalische Urgestein jetzt mit einer
optimistischen Botschaft an seine Fans. Ende Juni veröffentlicht der
Liedermacher und Austropop-Mitbegründer einen neuen Song: die
Coverversion eines Monty-Python-Klassikers, in der er sich der
„Sunnseitn“ des Lebens widmet. Der „kulturMONTAG“ mit einer
exklusiven Premiere.
Überfällige Wiedergeburt – Italiens Kulturhauptstadt L’Aquila“
Vor 17 Jahren erschütterte ein schweres Erdbeben die Hauptstadt
der mittelitalienischen Region Abruzzen. Der Wiederaufbau von
L’Aquila ist aber noch lange nicht vollendet. Als ein wichtiger
Schritt in die erhoffte „Wiedergeburt“ wurde ihr der Titel
„Kulturhauptstadt Italiens“ verliehen. Mit mehr als 300
Veranstaltungen – von Konzerten über Performances, Ausstellungen bis
zu Diskussionsveranstaltungen und Lesungen – wird das
Kulturhauptstadtjahr gefeiert und sollen Gäste aus aller Welt
angelockt werden. Der Legende nach ist der Stadtverbund von L’Aquila
im 13. Jahrhundert durch den Zusammenschluss von 99 Burgen
entstanden, weswegen es heute in der Stadt 99 Kirchen, 99 Plätze und
99 Brunnen geben soll. In ihrer gut acht Jahrhunderte währenden
Geschichte wurde L’Aquila von sechs schweren Beben heimgesucht, von
den vielen kleineren ganz zu schweigen. Nach dem vorerst letzten
Beben mit der Stärke 6,3 in der Nacht zum 6. April 2009, das 60.000
Gebäude der Stadt zerstörte oder stark beschädigte, dazu weitere 64
Kleinstädte, Dörfer und Weiler, 309 Todesopfer und mehr als 1.600
Verletzte forderte sowie 80.000 Menschen in L’Aquila und Umgebung
obdachlos machte, ist die Altstadt zwar noch immer eine Baustelle,
aber der quirlige Alltag ist zurückgekehrt. Der „kulturMONTAG“ mit
einem Lokalaugenschein.
Dokumentation „Ingeborg Bachmann – Dichten für die Wahrheit“ (
23.15 Uhr)
Mehr als 50 Jahre nach ihrem frühen Tod in Rom, um den sich lange
Zeit Mordgerüchte rankten, gibt die Biografie der gebürtigen
Klagenfurterin immer noch Rätsel auf und erweist sich ihre
eindringliche Lyrik sowie luzide Prosa als nahezu irritierend
aktuell. Regisseurin Barbara Frank zeichnet in der neuen
Dokumentation „Ingeborg Bachmann – Dichten für die Wahrheit“ das
Porträt einer widersprüchlichen Frau, die Vieles war: das Mädchen aus
der österreichischen Provinz, das zur Diva der Dichtkunst aufstieg;
eine Frau, die die Männer gleichsam liebte und unter ihnen litt; eine
zutiefst verletzte Seele; und eine Widerständige, die den Menschen
unangenehme Wahrheiten zumutete. Die Filmemacherin präsentiert auch
ihren Sensationsfund: Bachmanns lange verschollen geglaubtes Drehbuch
zur Verfilmung ihres Hörspiels „Der gute Gott von Manhattan“, das
nicht realisiert wurde, aber einen neuen Blick auf ihr Schreiben
zulässt. Zu Wort kommen u. a. Literaturnobelpreisträger Peter Handke,
die französiche Bachmann-Expertin Françoise Rétif, ihr Wegbegleiter,
der Übersetzer Moshe Kahn, sowie ihr Bruder Heinz Bachmann. Weitere
Details zu dieser Koproduktion von ORF, ARTE und WDW Film- und
Videoproduktions Ges.m.b.H, gefördert von Fernsehfonds Austria und
Carinthia Film Commission, sind unter https://presse.ORF.at abrufbar.