FPÖ – Spalt: Fall Pilnacek: U-Ausschuss will Klärung bei widersprüchlichen Gutachten

Wien (OTS) – Der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Thomas Spalt
kündigte heute
an, dass der Untersuchungsausschuss zum Fall Pilnacek mit den
heutigen Befragungen die ermittlungstechnische Aufarbeitung
abschließen werde. Im Zentrum stünden die beiden Gerichtsmediziner
Dr. Tsokos und Dr. Matzenauer, deren Expertisen Widersprüche
aufweisen. „Besonders das Gutachten des Berliner Gerichtsmediziners
Dr. Tsokos ist relevant, da es ein Fremdverschulden zumindest in den
Raum stellt. Laut seiner Expertise lassen sich die festgestellten
Verletzungen unter anderem als Schläge interpretieren, während
typische Befunde für einen Ertrinkungstod fast gänzlich fehlen.
Demgegenüber steht das Gutachten von Dr. Matzenauer, dem
Sachverständigen der Staatsanwaltschaft Krems. Wir werden ihn heute
mit den abweichenden Gutachten konfrontieren und ihn fragen, warum er
keine Hinweise auf Gewalteinwirkung durch fremde Hand sieht“,
erklärte Spalt.

Für den freiheitlichen Mandatar haben bereits die letzten
Befragungstage große strukturelle Defizite offengelegt. „Es mangelt
nicht nur an personellen Kapazitäten bei den Gerichtsmedizinern,
sondern auch an grundlegender Ausstattung im internationalen
Vergleich. Wenn selbst die Anschaffung geeichter Thermometer zur
Feststellung der Körper- und Wassertemperatur – wie in der Schweiz
üblich – nicht als notwendig erachtet wird, zeugt das von einem
bedenklichen Zustand. Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, so
Spalt.

„Unsere Aufgabe im Untersuchungsausschuss ist es, solche Defizite
aufzudecken und zu kontrollieren, ob die Ermittlungen mit der
gebotenen Sorgfalt geführt wurden. Die Politik ist gefordert, die
notwendigen Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige
Gerichtsmedizin und eine zeitgemäß ausgestattete Exekutive zu
schaffen. Im Herbst werden wir uns dann den politischen
Entscheidungsträgern widmen“, erklärte Spalt abschließend.