LFBÖ zum EU-Ratswechsel: GAP absichern und Wiederherstellung praxistauglich finanzieren

Wien (OTS) – Anlässlich der Präsentation der Prioritäten der irischen
EU-
Ratspräsidentschaft fordern die Land&Forst Betriebe Österreich klare
Weichenstellungen für die kommenden Monate auf europäischer Ebene.
Der irische Ratsvorsitz fällt in eine entscheidende Phase für die
Zukunft der Land- und Forstwirtschaft: Mit dem Mehrjährigen
Finanzrahmen, der langfristigen Absicherung der Gemeinsamen
Agrarpolitik und der Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung
stehen zentrale Fragen für Europas Betriebe und den ländlichen Raum
auf der Agenda.

„ Die kommenden Monate sind entscheidend für die Frage, welchen
Stellenwert die Land- und Forstwirtschaft in Europa künftig haben
soll “, betont Konrad Mylius, Präsident der Land&Forst Betriebe
Österreich. „ In Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen ist
Versorgungssicherheit längst eine strategische Zukunftsfrage für
Europa. Eine starke GAP muss daher die produktive Basis der Land- und
Forstwirtschaft erhalten und die Versorgung mit Lebensmitteln, Holz
und erneuerbaren Rohstoffen absichern. Dafür braucht es gemeinsame
Regeln, eine eigenständige Budgetlinie und eine verlässliche
Finanzierung. “

Besonders kritisch sehen die Land&Forst Betriebe Österreich
mögliche Bestrebungen, neue Umwelt- und Wiederherstellungsziele aus
bestehenden GAP-Mitteln zu finanzieren. Mit Blick auf die nationalen
Wiederherstellungspläne, die die Mitgliedstaaten bis September 2026
im Rahmen der EU-Wiederherstellungsverordnung vorlegen müssen,
braucht es aus Sicht der LFBÖ frühzeitig Klarheit über Finanzierung,
Zuständigkeiten und Umsetzung.

„ Wer zusätzliche Leistungen für Natur, Biodiversität und
Klimaanpassung verlangt, muss auch für deren Finanzierung sorgen“, so
Mylius . „Die Wiederherstellungsverordnung darf nicht aus bestehenden
GAP-Mitteln bezahlt werden. Für diese Mittel werden bereits konkrete
Leistungen erbracht und sie sind für die land- und
forstwirtschaftlichen Betriebe, für Versorgungssicherheit,
Umweltleistungen und den ländlichen Raum unverzichtbar.“

Der irische EU-Ratsvorsitz bietet aus Sicht der Land&Forst
Betriebe Österreich die Gelegenheit, die Diskussion über den
künftigen EU-Finanzrahmen wieder stärker auf Verlässlichkeit,
Transparenz und Fairness auszurichten. Neue politische Ziele dürfen
nicht zu Lasten bestehender agrarpolitischer Instrumente gehen. Die
kommenden Monate sollten daher genutzt werden, um Verlässlichkeit zu
schaffen – für die Betriebe, für den ländlichen Raum und für eine
praxistaugliche Umsetzung europäischer Vorgaben. Wer Leistungen von
den Betrieben erwartet, muss ihnen auch die wirtschaftliche Grundlage
geben, diese dauerhaft zu erbringen.

Die Land&Forst Betriebe Österreich sind die freiwillige Vereinigung
österreichischer Landbewirtschafter, mit der Zielsetzung, Österreichs
Wälder und Felder als betriebliche Grundlage und gesellschaftlichen
Mehrwert zu erhalten und Bewusstsein für die Anliegen privater land-
und forstwirtschaftlicher Betriebe und deren Tätigkeit zu schaffen.
Die Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe Österreich
bewirtschaften zusammen mehr als ein Viertel des österreichischen
Waldes und produzieren jede fünfte Tonne des österreichischen
Getreides.