Weltmuseum Wien im Herbst 2026: Vergangenheit befragen, Zukunft entwerfen

Wien (OTS) – Das Weltmuseum Wien setzt auch im Herbst 2026 auf
Ausstellungen, die
seine historischen Sammlungen nicht als abgeschlossene Archive
begreifen, sondern als Ausgangspunkt für aktuelle Debatten. Gemeinsam
ist ihnen der Blick auf die Biografien von Objekten, auf die
Bedingungen ihres Entstehens und Sammelns sowie auf die Frage, wer
Geschichte erzählt – und wessen Perspektiven fehlen.

Zeitgenössische Kunst, Provenienzforschung und die Zusammenarbeit
mit Herkunftsgesellschaften ermöglichen eine neue Auseinandersetzung
mit kolonialen Verflechtungen, kulturellem Erbe und globaler
Verantwortung. Zugleich richten mehrere Projekte den Blick auf die
ökologischen Folgen unseres Handelns und entwerfen andere
Vorstellungen eines Zusammenlebens.

„ Museen können heute nicht mehr nur bewahren und zeigen. Sie
müssen ihre eigenen Sammlungen kritisch befragen, unterschiedliche
Perspektiven zulassen und gesellschaftliche Debatten mit Offenheit
führen. Genau dazu laden unsere Ausstellungen ein “, sagt Direktorin
Claudia Banz.

Zwtl.: Herbst 2026 – Neue Ausstellungen im Überblick

Verborgene Geschichten. Schätze aus den Sammlungen
16. September 2026 bis 30. Mai 2027
Die Präsentation macht selten gezeigte Bestände sichtbar und rückt
ihre Objektbiografien, Provenienzen sowie Fragen nach Identität und
Verantwortung in den Mittelpunkt.

Ishír. Lebendige Erinnerung aus Paraguay
16. September 2026 bis 24. Jänner 2027
Die Schau bringt historische Sammlungsobjekte mit den Perspektiven
ihrer Herkunftsgemeinschaft in Dialog. Zeitgenössische Arbeiten der
Indigenen Gemeinschaft Ishír verbinden Erinnerungskultur mit dem
Widerstand gegen die fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraums.

Blutregen. Fotografie und Waffenhandel
29. September 2026 bis 18. April 2027
Die Ausstellung untersucht den Zusammenhang von Kolonialismus,
Waffenhandel und fotografischen Bildern und hinterfragt überlieferte
museale Narrative über Macht und Gewalt.

Bereits im Frühjahr eröffnete The Craftocene (bis 16. August 2026
) des Londoner Designstudios SUPERFLUX. Diese Schau verbindet
spekulatives Design mit Objekten aus der Sammlung und entwickelt
Szenarien für ein ökologisches Zusammenleben jenseits des
Fortschrittsglaubens.

Mit Kiteezi im Theseustempel (bis 11. Oktober 2026) und Materials
in Conversation im Weltmuseum Wien (bis 30. August 2026) präsentiert
die ugandische Künstlerin Nabukenya Allen (Njola Impressions) zwei
eng miteinander verbundene Arbeiten. Mit recycelten Materialien aus
Kampala und Wien macht sie globale Kreisläufe von Konsum und Müll
sichtbar und rückt jene Menschen ins Zentrum, die die Folgen dieser
Systeme täglich tragen.

Weitere Informationen und Pressebilder zu den
Ausstellungsprojekten des Weltmuseums Wien stehen unter
weltmuseumwien.at/presse zum Download bereit.