28. Radiopreis der Erwachsenenbildung: Bildung hörbar machen

Wien (OTS) – Wie Radio Orientierung gibt, Wissen zugänglich macht und
demokratische Teilhabe stärkt, zeigte die Verleihung der 28.
Radiopreise der Erwachsenenbildung, die am 22. Jänner 2026 im ORF
RadioKulturhaus stattfand. Ausgezeichnet wurden Radioproduktionen,
die gesellschaftlich relevante Themen fundiert, verständlich und mit
hohem erwachsenenbildnerischem Anspruch aufbereiten – und damit
beispielhaft zeigen, wie Bildung in Zeiten tiefgreifender
gesellschaftlicher Veränderungen hörbar wird.

Eröffnet wurde der Abend von Heinz Fischer, Bundespräsident a. D.
und Präsident des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen, der
einlud, den Preis als Anlass zu nehmen, gemeinsam für eine Kultur des
lebensbegleitenden Lernens einzutreten, „eine Kultur, in der Medien
und Bildung Hand in Hand gehen, um Orientierung zu geben, Teilhabe zu
ermöglichen und die Demokratie zu stärken“.

In ihren Grußworten hob die für Erwachsenenbildung zuständige
Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner die Rolle von
Erwachsenenbildung für die Demokratie hervor:
„Wir brauchen Erwachsenenbildung – ob in der KEBÖ oder im Radio –
heute mehr denn je. Ohne Medien ist Demokratie nicht denkbar und eine
Medienwelt ohne Radio ist unvollständig. Gerade in Zeiten von
Desinformation und wachsender Wissenschaftsfeindlichkeit leisten
Erwachsenenbildung und qualitätsvoller Journalismus einen
unverzichtbaren Beitrag für eine informierte und kritische
Gesellschaft.“

Einen besonderen inhaltlichen Akzent setzte die afghanische
Diplomatin, Autorin und Journalistin Manizha Bakhtari, die in ihrer
Preisrede eindringlich auf die globale Bedeutung von Bildung und
Medien aufmerksam machte: „Bildung ist kein Privileg – sie ist eine
Notwendigkeit! Erwachsenenbildung und Bildungsmedien ermächtigen
Menschen, geben ihnen Würde und öffnen Türen für Partizipation,
Hoffnung und Widerstandsfähigkeit.“

Aus insgesamt über 170 eingereichten Produktionen von
österreichischen Radiosendern wählte eine Jury jene Beiträge aus, die
durch journalistische Qualität, gesellschaftliche Relevanz und
besonderen erwachsenenbildnerischen Wert überzeugten. John Evers,
Sprecher der Jury und Vorsitzender der Konferenz der
Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ), betonte: „Die ausgezeichneten
Sendungen zeigen, wie Radio komplexe Themen verständlich macht,
Orientierung bietet und Menschen befähigt, sich aktiv mit
gesellschaftlichem Wandel auseinanderzusetzen.“

Die Radiopreise der Erwachsenenbildung 2025 gingen an folgende
Produktionen: In der Kategorie Literatur, Kultur und Kunst wurde der
Ö1-Radiokolleg-Beitrag „Das Absurde“ ausgezeichnet. Der Eduard-Ploier
-Preis* für ökonomische, demokratische und politische Bildung ging an
die Ö1-Sendereihe „Es war ein kämpferisches Leben“ . In der Kategorie
Wissenschaftsvermittlung, -kommunikation, technische Bildung und
Digitalisierung wurde „Einfach erklärt – der Wissenspodcast in
einfacher Sprache“ (Inklusive Lehrredaktion / FM4 / Ö1 Campus Radio)
prämiert. Der Preis in der Kategorie Nachhaltigkeit und
Zukunftskompetenzen ging an „Kein Zurück: Fürs Klima ins Gefängnis“
aus der Sendereihe „Hörfeld“ von Radio Radieschen. In der Kategorie
Menschenrechte und Gesellschaft zeichnete die Jury zwei Beiträge aus:
„Im Gespräch: Francesca Albanese“ (Ö1) sowie „Netzwerk Vöcklabruck
gegen Gewalt“ vom Freien Radio Salzkammergut.

Die ausgezeichneten Produktionen zeigen eindrucksvoll, welche
Rolle Erwachsenenbildung und Bildungsmedien bei der Einordnung
aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen spielen – von
Demokratie und Menschenrechten über Klimakrise und Digitalisierung
bis hin zu inklusiver Wissensvermittlung. Damit spiegeln sie auch
zentrale Anliegen der österreichischen Erwachsenenbildung wider:
Menschen für den gesellschaftlichen Wandel zu stärken, kritisches
Denken zu fördern und Bildung als lebensbegleitenden Prozess zu
verstehen – bereit für den Wandel, getragen von Medienvielfalt und
journalistischer Verantwortung.

Der Radiopreis wird seit 1998 von zehn Verbänden der Konferenz
der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) gestiftet – die
Arbeitsgemeinschaft Bildungshäuser Österreich, das
Berufsförderungsinstitut Österreich, der Büchereiverband Österreichs,
das Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich, das
Ländliche Fortbildungsinstitut Österreich, der Ring Österreichischer
Bildungswerke, die Volkswirtschaftliche Gesellschaft Österreich, der
Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung, der Verband
Österreichischer Volkshochschulen und das
Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich.

*Der 1998 verstorbene österreichische Erwachsenenbildner Eduard
Ploier war Direktor des Bildungshauses Schloss Puchberg und von 1974
bis 1998 Mitglied der Hörer- und Sehervertretung des ORF und Mitglied
im Kuratorium.