Straßburg, Frankreich (OTS) – Heute wurden die Entscheidungen der
Jurys für den 62. Grimme-Preis
2026 bekanntgegeben. Die Trophäen werden am 24. April 2026 im Marler
Theater an die Preisträger vergeben. ARTE freut sich über zwei
Auszeichnungen: Sudan – Ein Krankenhaus im Schatten des Krieges (
ZDF/ARTE) von Carl Gierstorfer und Laura Salm-Reifferscheidt sowie
Petra Kelly – Act Now! (rbb/BR/RB/ARTE) von Doris Metz.
Sudan – Ein Krankenhaus im Schatten des Krieges im Wettbewerb
Information & Kultur
Dokumentation von Carl Gierstorfer und Laura Salm-Reifferscheidt
ZDF/DW/ARTE, Docdays Productions
Deutschland 2025, 53 Min. Bis zum 14. Mai 2026 verfügbar auf arte.tv
Seit April 2023 versinkt der Sudan im Bürgerkrieg um die Kontrolle
des drittgrößten afrikanischen Landes – auf Kosten der
Zivilbevölkerung. 25 Millionen Menschen leiden unter Hunger; zwölf
Millionen sind bereits vertrieben. Hunderttausende haben Zuflucht in
den abgelegenen Nubabergen gesucht, weil hier weniger intensiv
gekämpft wird. In einem der wenigen Krankenhäuser versuchen ein
Chirurg und sein Team die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten.
In der Begründung der Jury heißt es: Der Film verhandelt das
Politische durch das Medizinische. Und das ist seine ganz besondere
Stärke. So wie die geäußerte Kritik zur Situation der Frauen, die die
Hauptarbeit, die Last und das Leid ebenso tragen wie die alleinige
Verantwortung für die Kinder. Bildung für Mädchen wird als unsinnig
angesehen. […] Das Filmteam schafft es mit einer genau
beobachtenden, zugewandten Kamera eine Atmosphäre einzufangen, die
eine große Nähe zu den Protagonist*innen herstellt. Damit gibt dieser
bildstarke Film den Millionen von Krieg, Flucht und Hunger bedrohten
Menschen im Sudan eine Stimme und stemmt sich auf beindruckende Weise
gegen das mediale internationale Vergessen. Petra Kelly – Act Now!
im Wettbewerb Information & Kultur
Dokumentarfilm von Doris Metz
rbb/BR/RB/ARTE, Bildersturm Filmproduktion/Kimmel & Metz
Filmproduktion
Deutschland 2024, 90 Min. Bis zum 18. Mai 2026 verfügbar auf arte.tv
Eine Ikone der deutschen Friedens- und Umweltbewegung: Petra Kelly
glaubte daran, dass ein einzelner Mensch die Welt verändern kann. In
den 1980er Jahren brachte sie hunderttausende Menschen gegen
Atomkraft und Atomraketen auf die Straße. Die radikale Pazifistin,
Menschenrechtsaktivistin und Feministin war eine Ausnahmeerscheinung
– bis zu ihrem tragischen Ende. In der Begründung der Jury heißt es:
Neben der Rechercheleistung, die teilweise selten gesehenes,
relevantes Material geschickt in den Film montiert und integriert,
und der thematisch angebrachten Sensibilität überzeugt vor allem die
Vielstimmigkeit des Films. Zudem fielen der Jury die Zwischenräume
der Erzählung auf, die Kellys eigene, kritische Haltung zu linken
Theorien sichtbar machten, und ihr Dilemma verbildlichten, das
letztlich zu ihrem Rückzug aus der Politik beitrugen. Die Jury sieht
den Film überdies als eine wichtige Geschichtsstunde über die
Entstehung der Partei „Die Grünen“ und ihre politischen Ziele bis
heute. Dass Metz auch Luisa Neubauer als Gesprächspartnerin gewann,
ist somit folgerichtig. Denn Petra Kellys Motive sind
generationsübergreifend.