Linz (OTS) – Die gestrige Demonstration in Wien ist vor allem eines,
ein Warnruf:
Der Schuh drückt, und zwar an vielen Stellen gleichzeitig. „Das
Bewusstsein für den akuten Handlungsbedarf wird geschärft, wenn
friedlich und konstruktiv auf die brennenden Probleme hingewiesen
wird. Damit die notwendige Transformation zu einer gleichermaßen
ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen Landwirtschaft
gelingen kann, müssen viele Hebel gleichzeitig in Bewegung gesetzt
werden. Allen voran gilt es die neue gemeinsame Agrarpolitik
entsprechend auszurichten“, sagt BIO AUSTRIA Obfrau Barbara Riegler.
Zwtl.: Leistungen der Bauern für Gesellschaft honorieren
Die gemeinsame Agrarpolitik der EU und deren Umsetzung in
Österreich ist das zentrale politische Instrument, um Bäuerinnen und
Bauern zu unterstützten. Die Vorschläge der Europäischen Kommission
für die Periode ab 2028 werden den Anforderungen aus der Praxis nicht
gerecht. Neben der Absicherung der Finanzierung fehlt allen voran
eine Zweckwidmung von Mitteln für die Abgeltung der Leistungen für
die Gesellschaft durch Agrar-Umweltmaßnahmen. Ohne eine solche
Mindestdotierung droht ein Unterbietungswettbewerb, der zulasten der
österreichischen, auf Qualität ausgerichteten Landwirtschaft gehen
würde. Dabei gilt es jedenfalls alle Bestimmungen inhaltlich
nachvollziehbar und praxistauglich zu gestalten und
unverhältnismäßige Bürokratie abzubauen.
Zwtl.: Herkunftskennzeichnung und verpflichtende Bio-Zertifizierung:
Transparenz ist überfällig
BIO AUSTRIA fordert weiters seit Jahren sowohl eine
verpflichtende Herkunftskennzeichnung als auch eine verpflichtende
Bio-Zertifizierung für die Gastronomie. Ohne klare Herkunfts- und
Qualitätskennzeichnung geraten unsere Landwirt:innen in einen
unfairen Wettbewerb mit Billigimporten, deren Produktionsbedingungen
nicht den österreichischen Standards entsprechen. Transparenz darf
sich nicht auf die geografische Herkunft alleine beschränken, sondern
muss auch die Produktionsweise mit beinhalten. Auch Konsument:innen
wollen nicht nur wissen wo, sondern auch wie ihre Lebensmittel
erzeugt werden.
„Unsere Biobäuerinnen und Biobauern werden seit Jahrzehnten
jährlich kontrolliert. Das schaffen die Gastronom:innen auch. Wo Bio
draufsteht, muss auch Bio drinnen sein“, betont Barbara Riegler.