Wien (OTS) – Mit Blick auf das heute präsentierte Doppelbudget für
2027 und 2028
kritisiert die Bundesjugendvertretung (BJV), dass es weiterhin an
wesentlichen Investitionen in die Zukunft von Kindern und
Jugendlichen fehlt. Die BJV begrüßt zwar die angekündigten
zusätzlichen Mittel, etwa für die Elementarpädagogik oder zur
Bekämpfung von Kinderarmut. Wie einzelne Maßnahmen im Detail
umgesetzt werden sollen, ist jedoch noch offen. „Mittlerweile ist
mehr als jedes 5. Kind in Österreich armuts- oder
ausgrenzungsgefährdet. Um dieser Entwicklung nachhaltig
entgegenzuwirken, braucht es mehr als einzelne Maßnahmen, nämlich die
budgetäre Absicherung der im Regierungsprogramm vorgesehenen
Kindergrundsicherung“, fordert BJV-Vorsitzender Ahmed Naief.
Klimaschutz stärker berücksichtigen
Auch im Bereich Klimaschutz setzt das Doppelbudget keine klaren
Prioritäten, kritisiert BJV-Vorsitzende Lejla Visnjic: „Die aktuelle
Klimapolitik greift jetzt schon viel zu kurz. Um die Zukunft von
Kindern und Jugendlichen zu sichern, müssen ein neues
Klimaschutzgesetz beschlossen und ausreichend finanzierte
Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Denn junge Menschen sind es,
die die Folgen der Klimakrise am längsten tragen werden.“
Finanzierung psychologischer Unterstützung reicht weiterhin nicht
aus
Ein deutlicher Ausbau ist auch im Bereich der psychischen
Gesundheit notwendig. Das Projekt „Gesund aus der Krise“ ist eine
wichtige Unterstützung, reicht jedoch nicht aus, um den seit Jahren
bestehenden österreichweiten Versorgungsbedarf zu decken, betont BJV-
Vorsitzender Moritz Mittermann: „Die Belastungen für junge Menschen
nehmen nicht ab. Statt auf zeitlich begrenzte Projektlösungen zu
setzen, braucht es nachhaltige Investitionen in kassenfinanzierte
Therapieplätze und in den Ausbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie.“
Angebote der Kinder- und Jugendarbeit absichern
Ein weiterer Bereich, in den jetzt investiert werden sollte, ist
die Kinder- und Jugendarbeit. Gerade in Zeiten multipler Krisen ist
sie für junge Menschen ein wichtiger Anker. Die Bundes-
Jugendförderung wurde aber seit ihrem 25-jährigen Bestehen lediglich
zwei Mal erhöht. „Auch wenn die budgetäre Situation herausfordernd
ist, ist die jährliche Inflationsanpassung der Förderung dringend
notwendig, damit Kinder- und Jugendorganisationen ihre Angebote auch
künftig aufrechterhalten können. Ohne diese Anpassung kommt es
schleichend zu Kürzungen zulasten junger Menschen“, warnt BJV-
Vorsitzende Anna Schwabegger.
Abschließend verweist das BJV-Vorsitzteam darauf, dass bei
Kindern und Jugendlichen keinesfalls eingespart werden dürfe: „In den
vergangenen Jahren wurde auf junge Menschen viel zu oft vergessen.
Ihre Anliegen dürfen auch in Zeiten des Spardrucks nicht weiter auf
der Strecke bleiben. Kinder und Jugendliche verdienen gute
Zukunftsperspektiven.“