Caritas und Doris Schmidauer machen zum Weltfrauentag auf Benachteiligung und hohe Armutsgefährdung von Frauen aufmerksam.

Wien (OTS) – „Armut hat in Österreich viele Gesichter – und viel zu
oft ist es ein
weibliches Gesicht. Das sehen wir in Armutszahlen genauso wie in
unserer täglichen Arbeit in den Beratungsstellen und Caritas
Häusern“, so Caritasdirektor Klaus Schwertner im Vorfeld des
Weltfrauentags. Gemeinsam mit Doris Schmidauer macht die Caritas
nachdrücklich auf die Not vieler Frauen in Österreich aufmerksam,
bittet um Spenden und ruft zu Mutbotschaften auf. Mut machen möchte
auch Doris Schmidauer, die im Vorfeld des Weltfrauentages das Mutter-
Kind-Haus Luise der Caritas in Wien besuchte: „Ich möchte alle
Frauen, die sich in Notlagen befinden, die verzweifelt sind und nicht
wissen, wie sie über die Runden kommen, ermutigen, sich Hilfe zu
holen. Denn dieser erste Schritt ist ein mutiger Schritt. In
Caritaseinrichtungen für Frauen in Not habe ich bereits viele mutige
Frauen kennengelernt, die mit Unterstützung wieder ein eigenständiges
Leben beginnen konnten. Das wünsche ich allen Frauen.“

Laut Statistik Austria sind 143.000 Frauen in Österreich massiv
armutsbetroffen. Schwertner: „Gleichberechtigung ist kein
Frauenthema, sie ist eine Frage der Gerechtigkeit und betrifft uns
alle. Solange Frauen viel zu oft von Gewalt und Belästigung betroffen
sind, ein höheres Armutsrisiko haben, seltener Führungspositionen
innehaben, mehr unbezahlte Carearbeit leisten, weniger verdienen und
einen höheren Mental Load tragen müssen, haben wir als Gesellschaft
noch viel zu tun.“

Zwtl.: 20.000 Frauen jährlich in Wien unterstützt – Caritas fordert
politische Schritte

Alleine in Wien unterstützt die Caritas jährlich mehr als 20.000
Frauen in unterschiedlichen Einrichtungen – von
Sozialberatungsstellen über Wohnhäuser für wohnungslose Frauen und
Mutter-Kind-Häuser, bis hin zu Mädchenzentren. Schwertner: „Frauen
geraten aus unterschiedlichsten Gründen in finanzielle
Notsituationen: Aufgrund einer Trennung, einem Jobverlust oder weil
sie Gewalt in der Beziehung erlebt haben. Hier braucht es rasche und
gezielte Unterstützung, damit sie ihr Leben wieder eigenständig und
mit Zuversicht gestalten können. Aber klar ist: Es braucht dringend
politische Schritte, um Frauen zu stärken und echte
Gleichberechtigung voranzutreiben.“

Um Frauen langfristig zu stärken, fordert die Caritas daher einen
österreichweit flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuung, ein
Kinderbetreuungsgeld, das echte „Halbe-Halbe“-Modelle ermöglicht und
absichert, eine Unterhaltsgarantie, die Frauen und Kinder effektiv
schützt, ausreichende Bezahlung und Arbeitszeitmodelle, die
Vereinbarkeit ermöglichen, eine faire Anrechnung von Care-Arbeit auf
die Pension und wirksame Maßnahmen gegen Altersarmut sowie eine
Reform der Sozialhilfe auf ein armutsfestes Niveau. Schwertner: „Wir
alle müssen aufmerksam bleiben, wo Frauen benachteiligt oder
abgewertet werden, oder sogar Gewalt erfahren. Hier sind auch Männer
gefragt, endlich ihre Stimme zu erheben und sich nicht in Ausreden
und Relativierungen flüchten. Und es braucht die Bereitschaft,
Verantwortung gerecht zu teilen – im Beruf, in der Familie und in der
Kinderbetreuung.“

Zwtl.: Mutbotschaften zum Weltfrauentag: Caritas sucht Mutpat*innen und
sammelt Sachspenden

Anlässlich des Weltfrauentags lädt die Caritas am 4. März von 13
bis 16 Uhr zu einer Mitmach-Aktion auf der Wiener Mariahilfer Straße
47 ein. Eine Telefonzelle wird dabei zu einem Ort der Ermutigung:
Passant*innen können Mutbotschaften verfassen, die anschließend an
Frauen in Einrichtungen der Caritas sowie über Soziale Medien
weitergegeben werden. Jede Botschaft vermittelt: Frauen in Not sind
nicht allein – Frauen sind mutig. Unter wirhelfen.shop/mut-patin kann
jede und jeder zudem Mutpat*in werden : Mit einer Spende von 25 Euro
wird ein sicherer Schlafplatz für eine Frau finanziert. Jede Spende
zählt und unterstützt Frauen in Not.

Auch Sachspenden werden dringend gebraucht, um Frauen in Not zu
unterstützen. Abgegeben werden können Hygieneartikel,
Wohlfühlprodukte und Gutscheine am 4.3 zwischen 13 und 16 Uhr auf der
Mariahilfer Straße 47 sowie danach auch in ausgewählten
Caritaseinrichtungen. Alle Informationen zur Sammlung: füreinand.at

Zwtl.: Rise! 2.000 Frauen singen für Gleichberechtigung und Solidarität.

Am Weltfrauentag wird die Wiener Staatsoper durch die
Veranstaltung „RISE! – Women’s Voices for Change“ zur Bühne für
weibliche Stärke und Zusammenhalt. Auf Initiative des Vereins MADITA
erheben 2.000 Frauen ihre Stimmen, unter der musikalischen Leitung
von Musikerinnen aus unterschiedlichen Genres, u.a. mit Star-Geigerin
Lidia Baich, Popsängerin Christina Stürmer, Staatsopern-
Ensemblemitglied Ilia Staple, der kanadischen Singer-Songwriterin
Rachelle Jeanty, der iranischen Sängerin Vazista und vielen weiteren
Frauen. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft, das Event wird am
8. März ab 11:15 Uhr live auf ORF III übertragen.

Der Reinerlös kommt Caritaseinrichtungen zugute, die Frauen und
Mädchen direkt unterstützen: Sozialberatungsstellen, Mutter-Kind-
Häuser und *peppa Mädchenzentrum. Dafür wurde ein RISE-Fond
eingerichtet, der über das Event hinaus bestehen bleibt und Frauen,
Alleinerziehenden und jungen Mädchen in schwierigen Lebenslagen akute
Hilfe bietet.