Christgewerkschafter erteilen wienweiter Sonntagsöffnung klare Absage

Wien (OTS) – Die Ankündigung des kürzlich ernannten ÖVP Wien Chefs
und
langjährigen Bezirksvorstehers des 1. Bezirks, eine wienweite
Sonntagsöffnung voranzutreiben, stößt bei führenden
Christgewerkschaftern auf deutlichen Widerstand.

Fritz Pöltl, FCG-ÖAAB Fraktionsführer in der Arbeiterkammer Wien,
Thomas Rasch, FCG-Wien Vorsitzender, und Peter Gattinger, FCG-
Vorsitzender der Gewerkschaft GPA Wien, stellen klar: „Wir bleiben
dabei: Es darf keine generelle Sonntagsöffnung geben.“

Die Gewerkschafter verweisen auf aktuelle Umfragen und Studien,
die zeigen, dass eine Öffnung am Sonntag keine nachhaltigen
Umsatzzuwächse bringt, sondern lediglich eine Verlagerung bestehender
Umsätze bewirkt. Gleichzeitig würde der Druck auf die Beschäftigten
im Handel massiv steigen.

„Auch wenn politische Verantwortungsträger die Sonntagsöffnung
fordern, stehen wir Schulter an Schulter mit den Handelsangestellten.
Der freie Sonntag ist ein unverzichtbarer Bestandteil des
Arbeitnehmer:innenschutzes und der sozialen Balance“, betonen Pöltl,
Rasch und Gattinger.

Darüber hinaus habe der arbeitsfreie Sonntag auch ökologische und
gesellschaftliche Vorteile. Weniger Öffnungstage bedeuten geringeren
Energieverbrauch und weniger Verkehrsaufkommen – Aspekte, die gerade
in einer Zeit intensiver Debatten über Klimaschutz und Lebensqualität
nicht außer Acht gelassen werden dürfen.

Man wäre daher gut beraten, auf die Interessen der Menschen und
Beschäftigten zu hören – und nicht einseitig den Forderungen einiger
großer Handelsketten zu folgen. Die österreichische Sonntagsregelung
sei im internationalen Vergleich ein bewährtes Modell. „Diese
Errungenschaft darf nicht zugunsten kurzfristiger politischer
Profilierung aufs Spiel gesetzt werden“, so die Christgewerkschafter
abschließend.