„Das versteckte Geschlecht – Kunst und Scham“: „dokFilm“-Premiere am 15. Februar auf kunsthistorischer Spurensuche

Wien (OTS) – Die Darstellung von Nacktheit in der bildenden Kunst war
über
Jahrhunderte hinweg immer wieder strengen Verboten und
Zensurmaßnahmen unterworfen, besonders jene von Geschlechtsteilen,
die noch bis heute ein sensibles Tabuthema ist. Dennoch fanden
Künstlerinnen und Künstler aller Epochen Wege, sich den Restriktionen
zu entziehen. Feigenblätter, Perlenketten, drapierte Tücher oder
strategisch platzierte Accessoires sollten das Anstößige verdecken,
bewirkten jedoch das Gegenteil. Der Blick fiel oft erst recht auf die
verborgene Nacktheit. Die „dokFilm“-Premiere „Das versteckte
Geschlecht – Kunst und Scham“ am Sonntag, dem 15. Februar 2026, um
23.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON begibt sich auf eine spannende
kulturhistorische Spurensuche.

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Warum kringelt sich das Haar von Botticellis Venus ausgerechnet
an ihrer Scham zu einer zweideutigen Locke? Weshalb suggerieren
Waffenscheiden, Schwerter oder Degen in zahlreichen Darstellungen das
männliche Geschlecht oft eindringlicher, als es eine offene
Darstellung getan hätte? Für die Dokumentation gingen Regisseurin
Agnès Obadia und ihr Team Fragen wie diesen nach und recherchierten
dafür in Frankreich, England und Dänemark. In Gesprächen mit
Konservatorinnen und Konservatoren, Kunsthistorikerinnen und
Kunsthistorikern sowie zeitgenössischen Kunstschaffenden beleuchtet
der Film die vielschichtige Beziehung zwischen Kunst, Körper, Moral
und Scham und zeigt, wie subtil und wirkungsvoll das Verborgene sein
kann. „Das versteckte Geschlecht – Kunst und Scham“ untersucht, wie
die Zensur von Körper- und Geschlechtsteilen die Bildsprache der
Kunst geprägt hat und mit welcher Raffinesse Künstlerinnen und
Künstler versuchten, diese Einschränkungen zu umgehen. Nicht wenigen
gelang es, durch geschicktes Verbergen sogar noch mehr zu enthüllen
und die Grenzen des Erlaubten lustvoll auszuloten.