Graz (OTS) – Beim Bundeskongress der Grünen haben am Samstag nicht
nur
Politiker:innen und Parteimitglieder gesprochen. Im Rahmen des
Projekts „Deine Rede“ standen drei Bürger:innen auf der Bühne, die
ihre Erfahrungen, Sorgen, Hoffnungen und Wünsche auf die politische
Bühne tragen konnten, vor mehreren hundert Delegierten. Ziel der
Grünen ist es, Politik nicht nur für Menschen zu machen, sondern mit
ihnen. Darum steht das Zuhören im Mittelpunkt, um persönliche
Perspektiven direkt in politische Debatten einzubringen.
Sarah Majdak (19) aus Wien sprach über die schwere Erkrankung ME
(Myalgische Enzephalomyelitis), von der sie selbst betroffen ist. Sie
schilderte eindrücklich, wie schwierig der Alltag vieler Betroffener
ist und wie oft sie auf Unverständnis stoßen. „ME ist keine
Müdigkeit. Es ist eine schwere körperliche Erkrankung und niemand
sollte darum kämpfen müssen, als krank anerkannt zu werden“, sagte
Majdak. Ihr Appell: „Wir brauchen mehr Aufklärung, mehr Forschung,
mehr Medizin und Versorgung und vor allem Menschen, die endlich
zuhören und Betroffene ernst nehmen.“
Der Wiener Unternehmer und frischgebackene Großvater Gerhard
Martinek (61) sprach über die Verantwortung gegenüber kommenden
Generationen und die Chancen der Energiewende. Sein zentrales
Anliegen: „Die Währung der Zukunft ist ganz zweifellos die Energie.“
Österreich habe alle Voraussetzungen, um auf erneuerbare Energie zu
setzen: „Wir haben Wind, wir haben Sonne, wir haben alle
Möglichkeiten. Wir müssen das nutzen.“
Katrin Tiroch (45), ehemalige Mitarbeiterin des
Menschenrechtsbüros der Vereinten Nationen, sprach über Fairness,
funktionierende Institutionen und die Bereitschaft, Verantwortung zu
übernehmen. „Fairer statt schwerer bedeutet für mich ein Staat, der
funktioniert“, sagte sie. Gleichzeitig machte sie deutlich: „Auch
wenn der fairere Weg der schwerere ist – er ist der einzige Weg, der
uns weiterbringt.“
Die drei Reden machten deutlich, wie wertvoll persönliche
Erfahrungen für politische Debatten sind. Sie haben nicht nur den
Saal bewegt und Standing Ovations erhalten, sondern auch neue
Perspektiven auf Themen eröffnet, die viele Menschen in Österreich
betreffen. „Deine Rede“ soll genau diesen Stimmen Raum geben – denn
gute Politik beginnt mit dem Zuhören.
