Equal Pay: BPW Austria fordert Lohntransparenz ohne Schlupflöcher

Wien (OTS) – Die EU-Lohntransparenzrichtlinie 2023/970 muss bis 7.
Juni 2026 in
nationales Recht umgesetzt werden. In Österreich liegt wenige Tage
vor Ablauf der Frist noch kein finaler Gesetzesentwurf vor. BPW
Austria fordert die Bundesregierung auf, die Umsetzung rasch, wirksam
und ohne Schlupflöcher vorzulegen.

„Österreich hatte drei Jahre Zeit. Diese Frist darf nicht
ungenützt verstreichen“, sagt Rita Volgger, Präsidentin von BPW
Austria. „Gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit ist
kein freiwilliges Goodwill-Thema, sondern ein Grundrecht. Wer
Lohntransparenz verzögert oder verwässert, nimmt in Kauf, dass Frauen
weiterhin strukturell benachteiligt werden.“

Zwtl.: Transparenz ist keine Bürokratie – sie ist Voraussetzung für
Fairness

In der aktuellen öffentlichen Debatte wird Lohntransparenz immer
wieder als zusätzlicher Verwaltungsaufwand dargestellt. BPW Austria
hält dem entschieden entgegen: Transparenz schafft keine Ungleichheit
– sie macht bestehende Ungleichheit sichtbar und damit korrigierbar.

„Wenn über Preise, Bilanzen, Leistungskennzahlen und
Produktivität selbstverständlich gesprochen wird, darf ausgerechnet
beim Einkommen nicht plötzlich Schweigen zur Tugend erklärt werden“,
so Volgger. „Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Transparenz
unbequem ist. Die Frage lautet: Was soll unsichtbar bleiben – und
warum?“

Lohntransparenz bedeutet nicht, dass alle Gehälter öffentlich
gemacht werden. Sie bedeutet, dass Beschäftigte nachvollziehen
können, nach welchen Kriterien bezahlt wird, ob gleichwertige Arbeit
gleich entlohnt wird und welche Rechtsmittel bei Diskriminierung
bestehen. Das ist weder Neid noch Misstrauen – das ist
Rechtsstaatlichkeit im Arbeitsleben.

Zwtl.: Faire Löhne sind auch gute Wirtschaftspolitik

BPW Austria betont, dass Lohntransparenz nicht gegen Unternehmen
gerichtet ist. Im Gegenteil: Faire und nachvollziehbare
Gehaltsstrukturen stärken Arbeitgeberattraktivität,
Mitarbeiterbindung und Vertrauen. Gerade in Zeiten des
Fachkräftemangels können es sich Unternehmen nicht leisten,
qualifizierte Frauen durch intransparente oder ungerechte Entlohnung
zu verlieren.

„Wer Frauen fair bezahlt, gewinnt Talente, Loyalität und
Führungspotenzial“, sagt Volgger. „Equal Pay ist kein Kostenfaktor,
sondern ein Standortfaktor. Unternehmen, die Transparenz ernst
nehmen, positionieren sich als moderne, faire und zukunftsfähige
Arbeitgeber.“

Internationale Studien zeigen seit Jahren den Zusammenhang von
Diversität, Frauen in Führungspositionen und wirtschaftlichem Erfolg.

Zwtl.: BPW Austria fordert klare Regeln und wirksame Durchsetzung

BPW Austria fordert von der Bundesregierung eine vollständige,
fristgerechte und wirksame Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie
– mit klaren Berichtspflichten, verständlichen Informationsrechten,
wirksamen Kontrollen und Sanktionen sowie ohne Schlupflöcher, die
Transparenz faktisch wieder aushebeln.

„Equal Pay ist kein Symbolthema, sondern eine Frage von Fairness,
Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlicher Vernunft. Jetzt braucht es
klare Rechte, wirksame Transparenz und konsequente Durchsetzung.“

Quellenhinweis:
EU-Richtlinie 2023/970; ORF/ZIB 2 vom 31.05.2026; Europäische
Kommission; EIGE; Statistik Austria; McKinsey „Diversity Matters Even
More“.