Europäischer Fahrschulverband erörtert Änderungen beim Führerschein bei Branchentreff in Österreich

Wien (OTS) – Die neue EU-Führerschein-Richtlinie muss von allen
EU-Staaten
demnächst in nationales Führerscheinrecht umgesetzt werden. „Der
Europäische Fahrschulverband (EFA), dem 40 nationale Verbände
angehören, erörtert dazu die neuen Vorgaben bei der
Führerscheinausbildung derzeit im steirischen Spielberg,
internationale Experten sind hierfür im Rahmen des österreichischen
Fahrlehrertags am Red Bull Ring zusammengekommen“, ist Joachim
Steininger, Obmann des Fachverbands der Fahrschulen und des
Allgemeinen Verkehrs in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ),
erfreut.

Insgesamt sind Teilnehmer:innen aus 16 Ländern anwesend. Neben
den Fachgesprächen stehen auch praktische Fahrübungen auf Autos, Lkw,
Bussen oder Motorrädern inklusive der Möglichkeit, neueste
Fahrzeugmodelle zu testen, am Programm. „Der österreichische
Fahrlehrertag ist ein Role Model für die Führerscheinausbildung in
Europa. Dass sich Unternehmer, Fahrlehrer:innen und Prüfer:innen
gemeinsam weiterbilden und Seite an Seite Fahrübungen absolvieren
sowie Theorievorträge besuchen, ist international einzigartig“,
berichtet Steininger.

Der Trend zur Elektromobilität in unumkehrbar und soll europaweit
noch stärker in der Führerscheinausbildung verankert werden.
Fahrschüler:innen sollen schon in der Fahrschule mit Elektroautos und
Automatikfahrzeugen mit Assistenzsystemen vertraut gemacht werden,
dem tragen auch die neuen EU-Vorschriften Rechnung. Bei der
praktischen Fahrprüfung sollen Führerscheinneulinge, die ihre Prüfung
auf einem Automatikfahrzeug absolviert haben, künftig deutlich
schneller und günstiger ihre Lenkberechtigung auf einen
uneingeschränkten Führerschein ausdehnen können, der auch zum Lenken
von Fahrzeugen mit Schaltgetrieben berechtigt. „Mit der leichteren
Streichung der Automatikbeschränkung (Code 78) wollen wir nicht bis
2030 zuwarten, sondern wünschen uns, die EU-Bestimmungen vorgezogen
anzuwenden und die Fahrschulfuhrparks entsprechend früher
umzustellen“, so Steininger.

EU-Richtlinie ermöglicht auch beim Lkw begleitetes Fahren ab 17

Europaweit eingeführt wird eine weitere Möglichkeit, mit 17
Jahren die Führerscheinprüfung zu machen. Vorgesehen ist das
begleitete Autofahren mit den Eltern ab 17 Jahren bis zum 18.
Geburtstag, wie es dies schon in Deutschland, Tschechien, der
Slowakei oder seit Monatsanfang in Polen gibt. „Für uns war wichtig,
dass der bewährte heimische L17 Führerschein mit dem Alleinfahren ab
17 Jahren, bei dem Eltern ihre Kinder 3000 km begleiten, weiter
gesichert ist. Das konnten wir erreichen“, so Steininger. Optional
können die EU-Mitgliedstaaten auch beim Lkw ein Modell des
begleiteten Fahrens mit einem erfahrenen Lkw-Lenker als Begleiter ab
17 Jahren etablieren.

„Darüber hinaus wird ein EU-weiter digitaler Führerschein kommen
und Elektroautos und -Transporter dürfen mit einem B-Schein künftig
bis 4250 kg schweren Pkw gelenkt werden bei zweijährige
Führerscheinbesitz (statt 3500 kg)“, berichtet Stefan Ebner,
Geschäftsführer des Fachverbandes der Fahrschulen und des Allg.
Verkehrs, der auch Vizepräsident des Europäischen Fahrschulverbandes
ist und auch Veränderungen bei den Schulungen in ganz Europa ortet:
„Die Gefahrenwahrnehmung und Assistenzsysteme rücken zunehmend in den
Fokus“, so Ebner.

Der Europäische Fahrschulverband EFA ist die europaweite
Dachorganisation der nationalen Fahrschul- und Fahrlehrerverbände (
Unternehmerverband) aus 25 Landesverbänden und 15 assoziierten
Branchenorganisationen. Beim Treffen in Österreich kommen
Vertreter:innen aus 16 Ländern zusammen, darunter die meisten
Nachbarländer sowie Island, Skandinavien (Schweden, Dänemark), das
Baltikum (Estland, Litauen), aber auch Griechenland und Spanien.
Aktivitäten des EFA sind das Fahrschul-Lobbying bei den EU-
Institutionen und Kooperationen mit EU-Einrichtungen. Als Präsident
fungieren der Spanier Enrique Lorca sowie als Generalsekretär der
Italiener Manuel Picardi. (PWK105/DFS)