FPÖ – Belakowitsch/Pfeifer: „Leistung und Handwerk müssen sich wieder lohnen!“

Wien (OTS) – Am Tag vor dem 1. Mai, dem „Tag der Arbeit“, übten heute
FPÖ-
Klubobmannstellvertreterin und Sozialsprecherin NAbg. Dagmar
Belakowitsch und FPÖ-Lehrlingssprecher NAbg. Manuel Pfeifer im Rahmen
einer Pressekonferenz scharfe Kritik am Umgang der Verlierer-
Regierung mit den heimischen Leistungsträgern und plädierten für eine
Aufwertung der Lehrberufe. Während sich SPÖ und ÖVP am morgigen
Feiertag selbst abfeiern würden, verhöhnten sie in Wahrheit die
arbeitende Bevölkerung, so Belakowitsch. „Wir werden hier einen ganz
anderen Weg gehen: Für uns ist der 1. Mai der Tag, an dem wir die
Menschen, die arbeitende Bevölkerung in den Mittelpunkt stellen“,
erklärte die FPÖ-Sozialsprecherin. Heuer wolle man besonders jene
Leistungsträger würdigen, die mit ihre Hände Arbeit Großartiges für
die Gemeinschaft schaffen: „Ich meine damit in erster Linie die
fleißigen Handwerker. Und auch andere Personengruppen, Dienstleister,
die nach einer Absolvierung einer Lehre einen Beruf erlernt haben,
den sie auch noch immer ausüben.“

Die falsche Politik der letzten Jahrzehnte habe zu einer
gesellschaftlichen Abwertung von Lehrberufen geführt. „Wir haben ein
gesellschaftspolitisches Klima, in dem jungen Menschen eingeredet
wird, dass wenn sie nicht ein Studium absolvieren, sie nicht einen
Titel vor oder hinter ihrem Namen tragen, sie ohne akademischen Titel
eigentlich nur noch ein halber Mensch seien“, kritisierte
Belakowitsch. Dieses Klima werde durch Politiker befeuert, die sich
mit zweifelhaften Titeln schmückten, anstatt stolz auf eine
praktische Ausbildung zu sein. Besonders verwerflich sei die
Tonalität von Regierungsmitgliedern, die von „sogenannten
bildungsfernen Schichten“ sprechen. „Das ist ja eine Deklassierung
von Personen, die nach einem Pflichtschulabschluss einen Beruf
erlernt haben. Wer Facharbeiter und Handwerker zur bildungsfernen
Schicht zählt, der beweist nur seine eigene Realitätsferne“, so
Belakowitsch. Die Folgen dieser Entwicklung seien dramatisch: Die
Zahl der Lehrlinge habe sich seit 1980 beinahe halbiert, während die
Wartezeiten auf Handwerker immer länger würden. Verschlechterungen
wie die Streichung der abschlagsfreien „Hacklerregelung“ und der
Kaufkraftverlust bei mittleren und niedrigen Löhnen hätten die
Situation weiter verschärft.

Um Leistung wieder anzuerkennen und den Wohlstand zu fördern,
forderte Belakowitsch eine massive steuerliche Entlastung: „Wir
fordern daher, dass es für Arbeitnehmer möglich sein muss, bis zu
15.000 Euro im Jahr steuerfrei dazu zu verdienen.“ Der aktuelle
Freibetrag von 730 Euro sei seit den 1980er-Jahren nicht mehr
angepasst worden. „Das war es, was uns den Wohlstand gebracht hat.
Und wir leben in einer Zeit, in der es fast unmöglich für die meisten
Menschen in diesem Land geworden ist, sich Wohlstand zu erarbeiten“,
betonte Belakowitsch. Abschließend hielt sie fest: „Handwerk hat
goldenen Boden. Das hat meine Oma schon immer gesagt. Aber nur durch
eine Aufwertung dieses Handwerks und der Lehre hat Österreich auch
eine goldene Zukunft.“

FPÖ-Lehrlingssprecher NAbg. Manuel Pfeifer, selbst gelernter
Maschinenbautechniker, unterstrich die Dringlichkeit einer
Modernisierung der Lehrausbildung. „Heute steht die Lehre in
Österreich an einem entscheidenden Punkt. Immer weniger junge
Menschen entscheiden sich für eine Lehre und gleichzeitig suchen die
Betriebe händeringend nach Fachkräften“, so Pfeifer und weiter: „So
wie das System heute ist, reicht es nicht mehr aus. Deshalb ist unser
Ansatz einfach und klar: Flexibel statt starr und modern statt
veraltet!“

Ein zentraler Vorschlag sei die Einführung flexibler
Arbeitszeitmodelle: „Eine 4-Tage-Vollzeitwoche muss auch für
Lehrlinge möglich sein. Das heißt, dass die tägliche Arbeitszeit auf
zehn Stunden erhöht werden kann und so ein Wochentag frei ist, wenn
es gewünscht wird.“ Es gehe um eine Option, nicht um Zwang. Starre
Regelungen würden Betriebe davon abhalten, Lehrlinge auszubilden.
Zudem müssten bürokratische Hürden abgebaut und praxisferne
Vorschriften, wie das Verbot für 15-jährige Malerlehrlinge, auf eine
Leiter zu steigen, überdacht werden. „Man lernt einen Beruf nicht aus
Büchern, man lernt ihn aus der Praxis“, so Pfeifer. Auch die Kosten
für Weiterbildungen wie die Meisterprüfung dürften nicht auf den
jungen Fachkräften lasten. „Wer sich anstrengt und gute Leistungen
bringt, soll das auch finanziell spüren und nicht nur ideell“, sagte
Pfeifer und schloss mit einem persönlichen Bekenntnis: „Müsste ich
mich noch einmal entscheiden, dann würde ich hundertprozentig die
Lehre wiederholen, denn eines ist klar: Mit einer Lehre hat man eine
fundierte Ausbildung, es steht einem die Berufswahl offen. Das ist
das richtige Modell, das in Österreich wieder Zukunft haben muss.“