St. Pölten (OTS) – Im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten wurden
30 Absolventinnen
und Absolventen des Interprofessionellen Palliativ-Basislehrgangs (
IPBL) 2026 feierlich ausgezeichnet. Die Zertifikate überreichte
Landesrat Anton Kasser. „Palliative Care ist ein zentraler
Bestandteil einer menschlichen und zukunftsfähigen
Gesundheitsversorgung. Es geht darum, Menschen am Lebensende
Sicherheit, Würde und bestmögliche Lebensqualität zu geben. Gut
ausgebildete Fachkräfte sind dafür unverzichtbar – der Palliativ-
Basislehrgang leistet hier einen ganz wesentlichen Beitrag“, so
Landesrat Anton Kasser.
Die niederösterreichische Hospiz- und Palliativlandschaft zeigt
sich stolz auf den engagierten Nachwuchs qualifizierter
Professionistinnen und Professionisten. Die neuen Absolventinnen und
Absolventen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Qualität
in Hospiz und Palliative Care stetig steigt – mit einem klaren Fokus
auf die individuellen Bedürfnisse der lebensbedrohlich und/oder
lebensverkürzend erkrankten Personen sowie ihres Familien- und
Bezugssystems.
„In einer alternden Gesellschaft und damit einhergehender Zunahme
chronischer Erkrankungen wächst der Bedarf an professioneller
Begleitung, insbesondere am Lebensende und hinsichtlich der
Gestaltung der letzten Lebenszeit unter bestmöglicher Lebensqualität.
Unser Auftrag ist es, zum Ziel beizutragen, dass Menschen in dieser
sensiblen Phase Sicherheit, Würde und Menschlichkeit durch
professionelles Gesundheits- und Pflegepersonal erhalten. Der IPBL
vermittelt genau jene fachlichen, sozialen und ethischen Kompetenzen,
die dafür notwendig sind“, betont Petra Kozisnik, Geschäftsführerin
vom Landesverband Hospiz NÖ.
Diese Haltung ist auch vor dem Hintergrund der jüngsten
Berichterstattung zur sogenannten Gastpatientenregelung von zentraler
Bedeutung. Der Landesverband Hospiz NÖ bedauert zutiefst, wenn
schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen durch organisatorische
Unsicherheiten zusätzlich belastet werden. „Hospiz und Palliative
Care folgt keinem Verwaltungsakt, sondern einem menschlichen Auftrag:
Menschen in ihrer letzten Lebensphase bestmöglich zu begleiten.
Gerade am Lebensende müssen Verlässlichkeit, klare Strukturen und
menschliche Lösungen im Vordergrund stehen“, so Petra Kozisnik.
In der Praxis arbeiten Hospiz- und Palliativeinrichtungen seit
vielen Jahren über Landesgrenzen hinweg eng zusammen, um für
Betroffene tragfähige und würdige Lösungen zu finden. Wenn
Kapazitäten an einem Ort erschöpft sind, wird gemeinsam nach
Alternativen gesucht – mit dem Ziel, niemanden allein zu lassen.
Gleichzeitig steht die Versorgung insgesamt unter hohem Druck:
steigender Bedarf und komplexe organisatorische Rahmenbedingungen
stellen alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Umso wichtiger
ist es, gezielt in Ausbildung und Qualitätssicherung zu investieren.
Der IPBL leistet hier einen entscheidenden Beitrag.
30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer schlossen den Lehrgang 2026
erfolgreich ab. Besonders erfreulich ist der anhaltende Trend zur
interprofessionellen Weiterbildung: Fachpersonen aus Pflege, Medizin,
Sozialarbeit, Seelsorge und medizinisch-technischen Diensten
entscheiden sich zunehmend für eine Spezialisierung im Bereich
Palliative Care. Der IPBL umfasst zwei Semester mit 168
Unterrichtseinheiten sowie ein 40-stündiges Praktikum. Der Abschluss
berechtigt zur Teilnahme am Universitätslehrgang Palliative Care an
der Paracelsus Medizinischen Universität (PMU) Salzburg. Darüber
hinaus stellt der IPBL eine formale Qualifikationsanforderung für die
Tätigkeit in der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung dar.
In Niederösterreich wird diese Anforderung im Sinne einer qualitativ
hochwertigen Hospiz- und Palliativversorgung konsequent umgesetzt.
Die Finanzierung der Weiterbildung für Mitarbeitende in
spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen erfolgt durch das
Amt der NÖ Landesregierung aus Mitteln des Hospiz- und
Palliativfonds, was wesentliche Barrieren in der Inanspruchnahme der
Weiterbildung reduziert.
Weitere Informationen: www.hospiz-noe.at
Rückfragen bei: Public Relations Atelier, Mag. Eva Nahrgang,
0664/5348400, [email protected] , www.pr-atelier.at