Wien (OTS) – Die österreichischen Haushalte gaben 2025 insgesamt 80,7
Mrd. Euro
für Wareneinkäufe im Einzelhandel (ohne KFZ) aus. Die Einzelhandels-
Ausgaben wuchsen damit nominell um 2,6 %. Inflationsbereinigt (real)
lag das Wachstum bei +0,8%. Die Ausgaben im E-Commerce legten mit +
4,1 % etwas stärker zu als die allgemeine Preisentwicklung. Das zeigt
die aktuelle Analyse „ Handel in Zahlen “ von KREUTZER FISCHER &
PARTNER (KFP) im Auftrag des Handelsverbands .
„Der stationäre Handel bleibt mit einem Anteil von 87 Prozent der
mit Abstand wichtigste Einkaufskanal in Österreich. Heute entscheidet
aber nicht mehr die Frage online oder offline über den Erfolg,
sondern welcher Vertriebskanal am besten zum jeweiligen Produkt und
Konsum-Moment passt. Während manche Branchen weiterhin stark digital
wachsen, erleben andere Warengruppen wie Mode oder Sportartikel eine
Renaissance des stationären Einkaufs “, erklärt Rainer Will ,
Geschäftsführer des freiwilligen, überparteilichen und unabhängigen
Handelsverbands.
„ Abseits des Einzelhandels steigen vor allem die
Haushaltsausgaben für persönliche Dienstleistungen (+8,8 %),
Sportaktivitäten (+8,3 %), Wohnungsaufwand sowie medizinische
Behandlungen (je +7,3 %) besonders deutlich “, berichtet Andreas
Kreutzer , Studienautor und Geschäftsführer von KFP.
Zwtl.: Lebensmittelhandel: weniger Online & Alkohol, mehr Convenience
Mit 32,1 Mrd. Euro (+2,9 %) entfallen fast 40 % aller
Einzelhandels-Ausgaben auf Nahrungs- und Genussmittel . Dabei zeigt
die Studie einige bemerkenswerte Verschiebungen im Ausgabeverhalten
der der Österreicher:innen: So steigen die Ausgaben für Convenience-
Sortimente (also etwa Fertiggerichte und To-Go-Produkte) innerhalb
nur eines Jahres um +7,3 %. Alkoholische Getränke verlieren hingegen
mit -4,1 % spürbar an Beliebtheit.
Gleichzeitig büßt der Online-Lebensmittelhandel weiter an
Bedeutung ein – und zwar bereits das vierte Jahr in Folge. Die Online
-Ausgaben für Nahrungs- und Genussmittel sinken im Vorjahr um -4,6 %,
der Online-Anteil geht auf nur noch 2,2 % zurück. Besonders stark
fällt dieser Rückgang bei alkoholfreien Getränken (-19,3 %) sowie im
Convenience-Sortiment (-11,6 %) aus.
Hintergrund: Aufgrund der geringen Margen und nicht zuletzt der
Einführung des Einwegpfandes hatten sich im Vorjahr mehrere große
Lebensmittelketten aus dem kostenintensiven Zustellgeschäft
zurückgezogen.
Zwtl.: Wachstumstreiber Gesundheitsmarkt
Einer der größten Wachstumstreiber des Jahres ist hingegen der
Gesundheitsmarkt. Die Ausgaben für Medikamente, Drogeriewaren und
Kosmetik wachsen um 4,5 %, wobei hier insbesondere Medikamente (+8,6
%) hervorstechen. Aber auch der Bereich der dekorativen Kosmetik
sowie Parfüms entwickelte sich sehr erfreulich (+5,1 %). Gleichzeitig
wachsen im Segment Medikamente, Drogerie & Kosmetik die Online-
Ausgaben deutlich überdurchschnittlich (+13,5 %).
„ Gerade bei rezeptfreien Medikamenten und Gesundheitsprodukten
sehen wir eine massive Digitalisierung des Konsums. Der
Preisvergleich, die hohe Verfügbarkeit und die steigende Online-
Affinität breiter Bevölkerungsschichten treiben diesen Markt stark an
“, so Handelssprecher Rainer Will .
Zwtl.: Mode- und Sporthandel wächst – Onlineanteil schrumpft
Im Modehandel zeigt sich eine bemerkenswerte Trendwende. Der
Gesamtmarkt für Bekleidung und Schuhe legt deutlich um +3,3 % zu,
erstmals steigen jedoch die Online-Ausgaben spürbar
unterdurchschnittlich um nur +1,7 %. Als Folge sinkt der Onlineanteil
an den Ausgaben auf 29,3 %. Damenmode bleibt mit einem Online-Anteil
von 32,8 % die am stärksten digitalisierte Fashion-Kategorie, Herren
sind beim Modekauf mit einem Online-Anteil von 23,4 % deutlich
weniger online-affin. Überraschend stark entwickelt sich der
Schuhhandel (+8,3 %). Der Online-Anteil sinkt auch hier leicht auf
28,0 %).
Eine ganz ähnliche Entwicklung zeigt sich bei den Sportartikeln :
Hier steigen die Ausgaben um +3,6 % , während der Online-Anteil auf
14,8 % zurückgeht. Hintergrund hier: Das boomende Verleihgeschäft bei
Sportgeräten wie Fahrrädern oder Ski, das um +9,5 % wuchs und bereits
für mehr als 700 Mio. Euro Umsatz verantwortlich ist. Das ist bereits
mehr als ein Viertel des gesamten Sportmarktes von rund 2,5 Mrd.
Euro.
Zwtl.: Umbruch im Markt für Haus & Einrichtung
Kaum eine Branche befindet sich derzeit in einem so
tiefgreifenden Strukturwandel wie der Einrichtungsmarkt. Sowohl die
Ausgaben für Produkte für Wohnbau & Wohnbausanierung (-0,9 %) als
auch für Wohnungseinrichtung (-1,1 %) gehen leicht zurück.
Gleichzeitig wachsen insbesondere bei der Wohnungseinrichtung die
Online-Ausgaben stark (+12,4 %). Hintergrund sind hier einerseits die
Krise beim Wohnungsneubau, andererseits die Großinsolvenzen im
Möbelhandel, die regional zu Lücken im stationären Einrichtungshandel
führten.
„ Das schlechte Konsumklima und die wieder anspringende Inflation
waren im Vorjahr maßgeblich dafür verantwortlich, dass die privaten
Haushaltsausgaben nicht rascher wuchsen und dass man insbesondere bei
Investitionen in Haus & Heim auf der Bremse stand“ , sagt Andreas
Kreutzer .
Zwtl.: Höchste Online-Anteile bei Erotik, Buch und Elektronik
Deutlich besser entwickelt haben sich die Ausgaben für Elektro-
und Elektronikgeräte (+ 2,8 %), wobei hier insbesondere das
überdurchschnittliche Wachstum der Online-Ausgaben (+5,2 %)
hervorsticht. Insgesamt liegt der Online-Anteil im Segment
Elektro/Elektronik bereits bei 33,6 % . Als größter Gewinner im
Elektronikmarkt hat sich die Kategorie Videospiele und Spielcomputer
(+14,4 %) herauskristallisiert. Hier liegt der Online-Anteil an den
Ausgaben bereits bei 68 % – ein Wert, der innerhalb des gesamten
Einzelhandels nur noch bei den Erotikartikeln (82 %; Ausgaben: +8,2 %
gegenüber 2024) überschritten wird.
Einen ebenfalls sehr hohen Online-Anteil gibt es im Bereich der
Bücher und Zeitschriften . Hier haben sich die Gesamtausgaben im
Vorjahresvergleich um +1,5 % gesteigert, der Online-Anteil ist dabei
auf 39,1 % gestiegen.
Zwtl.: Hohes Wachstum bei Waffen und Kunst & Antiquitäten
Ein deutliches Wachstum gibt es im Bereich der Kunstgegenstände
und Antiquitäten zu vermelden: In diesem Marktsegment stiegen die
Ausgaben um 13,3 % .
Auch das Segment der Handfeuerwaffen (+9,9 %) erlebt in
Österreich zurzeit einen regelrechten Boom – allerdings nach einem
Minus von 6,4 % im Jahr davor. Dies lässt sich v.a. auf ein
gestiegenes Sicherheitsbedürfnis und krisenbedingte Ängste
zurückführen.
Zwtl.: Trend zu Dienstleistungen für Handel nutzen
„ 2025 war abermals ein Jahr, in dem die Ausgabe für
Dienstleistungen stärker zugelegt haben als jene für Wareneinkäufe.
Dabei hat sich in der Struktur jedoch einiges verändert. Anders als
in den Vorjahren stiegen die Ausgaben für Freizeitaktivitäten,
Gastronomie und Urlaub vergleichsweise moderat, jene für persönliche
Dienstleistungen und medizinische Behandlungen jedoch deutlich
stärker “, resümiert Studienautor Andreas Kreutzer .
„ Der Handel entwickelt sich immer stärker entlang konkreter
Konsumbedürfnisse. Manche Produkte profitieren von Beratung,
Verfügbarkeit und Einkaufserlebnis vor Ort, andere von Komfort und
digitaler Vergleichbarkeit. Den Trend in Richtung
Dienstleistungsgesellschaft kann sich auch der Handel zunutze machen.
Das zeigen die hervorragende Entwicklung bei Convenience-Produkten im
Lebensmittelhandel oder das boomende Verleih-Geschäft im Sporthandel
“, so Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will abschließend.
Zwtl.: Factbox: Die 5 wichtigsten Insights der Studie „Handel in
Zahlen“
– Die Ausgaben der privaten Haushalte im Einzelhandel wachsen im Jahr
2025 mit +2,6 % deutlich unter der allgemeinen Inflationsrate von 3,6
%. Erstmals knacken sie die Marke von 80 Milliarden Euro .
– Abseits des Einzelhandels steigen vor allem die Haushaltsausgaben
für persönliche Dienstleistungen (+8,8 %), Sportaktivitäten (+8,3 %),
Wohnungsaufwand sowie medizinische Behandlungen (je +7,3 %) besonders
deutlich.
– Der stationäre Handel behauptet sich mit einem Anteil von 87,5 % an
den gesamten Einzelhandels-Ausgaben als weitaus wichtigster
Einkaufskanal.
– Die Online-Umsätze wachsen im Vorjahr um +4,1 % , der Online-Anteil
steigt damit von 12,3 auf 12,5 % an den einzelhandelsrelevanten
Konsumausgaben.
– Mit 32,1 Mrd. Euro (+2,9 %) entfallen fast 40 % aller Einzelhandels
-Ausgaben auf Nahrungs- und Genussmittel .
Die Studie „HANDEL IN ZAHLEN 2025“ können Sie HIER bestellen.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at