Wien (OTS) – Soziale Brennpunkte wie der Keplerplatz in Favoriten
oder der
Praterstern in der Leopoldstadt gelten als Hotspots von Gewalt und
Kriminalität. Für die „Am Schauplatz“-Reportage „In der Verbotszone“
– zu sehen am Donnerstag, dem 20. November 2025, um 21.05 Uhr in ORF
2 und auf ORF ON – taucht Ed Moschitz ein in eine Welt voller Regeln,
Vorurteile – und alltäglicher Gefahr.
Keplerplatz: Waffenverbotszone mit Konfliktpotenzial
„Sie brauchen sich ja nur umschauen, was hier los ist, seit die
alle da sind“, klagt Herr Salvatore (72) auf der Favoritenstraße.
Gemeint sind vor allem junge Männer aus Syrien, die sich zwischen
Reumannplatz und Keplerplatz aufhalten – Orte, die durch
Messerstechereien und Gewalt traurige Bekanntheit erlangten. Seit
März 2024 ist dieser Bereich eine Waffenverbotszone. Die Polizei
kontrolliert mit Überwachungskameras, zieht beinahe jeden zweiten Tag
Waffen ein – Bußgelder bis zu 4.600 Euro drohen. Neben jungen Syrern
berichten auch zwei Favoritnerinnen über ihre Zeit im Gefängnis wegen
Drogen- und Gewaltdelikten. „Einmal Keplerplatz, immer Keplerplatz“,
sagen sie.
Alkoholverbot in Floridsdorf
Am Bahnhof Floridsdorf wurde im Februar 2025 ein Alkoholverbot
verhängt. Hintergrund: Eine Gruppe von rund 40 „Stammgästen“ – meist
österreichische Trinker – fiel durch Belästigungen und Straftaten
auf. Heute sitzen einige von ihnen demonstrativ mit Bierdosen vor dem
Bezirksamt, das außerhalb der Verbotszone liegt. Christian (54), seit
früher Jugend auf der Straße, verteidigt den Protest: „Wir sind
Floridsdorfer, das ist unser Amtshaus.“ Viele Anwohner:innen hingegen
fühlen sich durch die neu formierte Szene bedroht – und von der
Stadtpolitik im Stich gelassen.
Praterstern: Gewalt trotz Verbotszonen
Auch rund um den Praterstern gilt seit 2019 ein Waffen- und
Alkoholverbot. Dennoch wurden seither 549 Waffen sichergestellt – 200
davon bei Österreichern. Mike (38) ist seit seinem 14. Lebensjahr
Teil der Drogenszene. „Wenn du zur Polizei gehst, bist du ein
Wamser“, sagt er. Der Handel mit Substitutionsmitteln sichert hier
vielen das alltägliche Überleben.
Ob Alkohol- und Waffenverbotszonen tatsächlich mehr Sicherheit
bringen, bleibt umstritten. Kritiker:inneen sprechen von
Symbolpolitik. Befürworter:innen sehen darin ein Mittel zur
Eindämmung von Kriminalität. Fest steht: Strenge Regeln und hohe
Strafen verändern zumindest das Bild – wenn auch nicht unbedingt die
Realität auf der Straße.