Wien (OTS) – 16.01.26: Mit der Ankündigung der Gegenfinanzierung
eines
Industriestrompreises über neue Energieabgaben und der
undurchsichtigen Marktprämienverordnung schafft die Regierung erneut
Ungewissheit, statt Planungssicherheit und Zukunftsperspektive. Wenn
man Unternehmen gerade jetzt erneut Eigenmittel nimmt, sei das nicht
investitionsfördernd, mahnen auch Wirtschaftsforscher.
Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung am
Industriestandort Österreich wären mit diesem Ansatz erst recht
bedroht. Dabei würde gerade ein Plus bei Erneuerbaren preisstabilen,
heimischen Strom schaffen.
Wien, 15.01.26 „Statt strukturelle Lösungen zu finden, setzt sich
die Serie erratischer Maßnahmen fort, die dem Ausbau heimischer
Erneuerbarer zunehmend die Luft zum Atmen nimmt. Am Tag der
Präsentation der Industriestrategie muss klar gesagt werden:
heimische, sichere und saubere Energie ist – wie auch in der
Strategie definiert – ein Schlüssel für preisstabilen Industriestrom.
Gerade auch in der Winterstromerzeugung durch Windenergie. Dazu sind
dringend Perspektiven für die Erzeugung nötig – die Strategie selbst
schafft keine Sicherheit, wenn ihr die Maßnahmen widersprechen. Seit
Monaten verschlechtert sich der Standort Österreich für genau diesen
Erneuerbaren-Ausbau fundamental. Dabei können und wollen
mittelständische, heimische Unternehmen in regionale Stromerzeugung
investieren – gerade das stabilisiert Preise nachweislich und schafft
Versorgungssicherheit,” so IG Windkraft-Geschäftsführer Florian
Maringer . Wenn sich Wirtschafsforscher, wie WIFO-Ökonom Gabriel
Felbermayr schon nicht besonders begeistert über zusätzliche
Investitionshemmnisse zeigen würden und IHS-Ökonomen sowie der
Produktivitätsrat für einen stärkeren Ausbau strompreisdämpfender
Erneuerbarer eintreten, sollte die Regierung ihre Maßnahmen danach
messen, so Maringer.
Zwtl.: Höhere Erzeugungskosten schaden auch Industrie
Wenn das Kapital für Investitionen zur Finanzierung des
Industriestrompreises herangezogen wird, fehlt dieses Kapital für den
Ausbau erneuerbarer, heimischer Energie. „Das ist Loch-auf-Loch-zu
Politik, die erst recht substanziellen Schaden für den Arbeitsmarkt
und Industriestandort anrichten kann. Den Industriestrompreis durch
Bremsklötze am Ausbau heimischer Erneuerbarer zu finanzieren, wird
uns doppelt einholen: uns fehlt die heimische und günstige Energie ja
bereits – wir brauchen im Gegenteil mehr, um nachhaltig, günstige
Energie zu gewährleisten.“
Zwtl.: Marktprämie neu – Windstrom wird durch ElWG teurer
Auch die zu den Weihnachtsfeiertagen eingebrachte, erneute
Änderung der Marktprämienverordnung sorgt in der Windbranche für
Unverständnis. Sprunghafte Änderungen ohne fachliche Einbindung
erschweren den Windausbau. Das der Änderung zugrundeliegende
Gutachten wurde von der Realität überholt: das erst kürzlich
beschlossene ElWG ist darin nicht abgebildet. “Wir müssen zurück zur
Sachlichkeit. Es kann nicht das Ziel sein, Verunsicherung zu
schaffen. Die Wirtschaft braucht Stabilität und bietet Unterstützung
an, das Schiff wieder flott zu bekommen. Das Angebot an die Regierung
steht. Warum es nicht angenommen wird, bleibt unverständlich – bringt
uns in der Sache aber nicht weiter,” so Maringer.
Zwtl.: Über die IG Windkraft
Die IG Windkraft ist die Interessenvertretung der
österreichischen Windbranche. Heimische Windräder versorgen schon
heute rund 2,75 Millionen Haushalte im Land mit sauberem,
unabhängigem und günstigem Strom. Nach einer aktuellen,
repräsentativen Umfrage befürworten 83 % der Österreicher: innen den
Ausbau der Windenergie. Die IG Windkraft repräsentiert rund 180 in
den Regionen verankerte, meist mittelständische Unternehmen entlang
der gesamten Wertschöpfungskette der Energieform – von der
Herstellung über die Planung und Errichtung bis hin zu Betrieb und
Wartung. Die österreichische Windbranche beschäftigt etwa 8.000
Menschen und hat in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt 1,2
Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet. Durch Milliarden-
Investitionen stärkt sie den heimischen Wirtschaftsstandort.