Wien (OTS) – Dass Tatverdächtige ausgeforscht und überführt werden
können, ist ein
wesentlicher Verdienst von Wissenschaftern und Wissenschafterinnen
aus den Bereichen Molekularbiologie, Gerichtsmedizin oder
Pollenanalytik. Seit den 1990er Jahren wird die forensische
Molekularbiologie verstärkt für Strafprozesse vor Gericht eingesetzt.
Eine DNA-Spur gilt vor Gericht mittlerweile als wichtiges Indiz. Wie
wird in der Molokularbiologie oder Pollenanalytik gearbeitet? Wie
werden DNA-Spuren gesichert und aufbewahrt? Und wohin entwickeln sich
die modernen Analyseformen – Stichwort „künstliche Intelligenz“? „Am
Schauplatz“-Reporterin Gudrun Kampelmüller geht in ihrer Reportage
„Kommissar DNA“ am Donnerstag, dem 8. Jänner 2026, um 21.05 Uhr in
ORF 2 und auf ORF ON auf Verbrecherjagd und zeigt, wie die
Wissenschaft der Polizei hilft, komplexe Kriminalfälle aufzuklären.
Österreich war weltweit eines der ersten Länder, das 1997 eine
DNA-Datenbank eingeführt hat. Bisher konnten mehr als 45.000
Straftaten nur durch die DNA geklärt werden. Professor Franz Neuhuber
und sein Molekularbiologen-Team konnten beispielsweise in Salzburg
jüngst einen Mord und einen schweren Unfall klären. In beiden Fällen
tappten die Ermittler jahrelang im Dunkeln. Erst DNA-Treffer führten
sie zu Personen, die tatverdächtig waren. „Für mich war es wichtig,
dass der Schuldige gefasst wurde, damit er sieht, was er angerichtet
hat“, sagt Unfallopfer Anna. Sie wurde von einem unbekannten Mann mit
einem Fahrrad niedergestoßen und schwer verletzt am Weg
liegengelassen.
Gerichtsmediziner Fabio Monticelli kritisiert, dass viel zu
selten Obduktionen angeordnet werden. Nur ein bis zwei von 100 Toten
werden obduziert, sagt der Mediziner, und damit würden viele
Todesfälle, auch Morde, für immer ungeklärt bleiben. „Ich habe sogar
schon erlebt, dass ein Leichenbeschauer eine Schussverletzung
übersehen hat“, erzählt der Leiter der Gerichtsmedizin in Salzburg.
Die Eltern von Angela D. kämpfen schon seit neun Jahren um die
Wiederaufnahme der Ermittlungen rund um den Tod ihrer Tochter in
Linz. Die Polizei ging 2017 von einem Suizid aus, die junge Frau sei
vom Balkon ihrer Wohnung gesprungen. Freunde und Eltern glauben das
aber nicht. Viele Fragen seien noch offen, sagen sie. Unter anderem
fand sich eine fremde männliche DNA auf der Wärmeflasche von Angela
D. Kann diese Spur helfen, den Fall wieder aufzunehmen?