Wien/Berlin (OTS) – Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat
gemeinsam mit der
Heinrich-Böll-Stiftung und dem Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) die Marktmacht der großen Konzerne im
Lebensmittelbereich – vom Saatgut bis in den Einzelhandel – unter die
Lupe genommen.
Für Österreich fällt dabei genau jene Marktkonzentration ins
Auge, die in den vergangenen Jahren die Preise für Konsument:innen
hat explodieren lassen. “Die Preise für Lebensmittel sind in den
letzten fünf Jahren der realen Kaufkraft davon galoppiert. Während
immer mehr Menschen immer mehr Geld für Essen ausgeben müssen,
finanzieren sich Konzerne ihre Übergewinne – sie kontrollieren nicht
weniger als 90% des Marktes”, kritisiert Anna Leitner, Ressourcen-
Sprecherin und Atlas-Co-Autorin bei GLOBAL 2000, die aktuelle
Lebensmittel-Situation in Österreich harsch.
Dabei sind Lösungsansätze vorhanden. Genossenschaftliche
Zusammenschlüsse von Betrieben, die nicht profitorientiert
wirtschaften, erfreuen sich steigender Beliebtheit. “Von
solidarischer Landwirtschaft wie GeLa Ochsenherz , bis hin zu Mitmach
-Supermärkten wie MILA – Menschen werden in sämtliche Arbeitsschritte
eingebunden und profitieren am Ende mit einem günstigen und
nachhaltigen Einkauf”, zeigt Anna Leitner, wie Lebensmittel-
Wirtschaft anders gedacht werden kann.
Gleichzeitig verweist Leitner auf zusätzliche positive Effekte:
“Die Belebung von Ortskernen, Stärkung der Gemeinschaft, Reduzierung
von Emissionen und die Verringerung des stetig anwachsenden
Müllbergsaufkommens sollten zusätzlicher Ansporn sein, für den Agrar-
und Lebensmittelsektor eine Versorgung mit Lebensmitteln jenseits von
Wachstums- und Profitdruck anzustreben.”
Für mehr Infos kann der Konzern-Atlas KOSTENLOS BESTELLT werden.
Spielball
Die zuvor beschriebene Entwicklung entwickelt sich natürlich
nicht im luftleeren Raum. Weltweit bestimmen wenige Konzerne über
Saatgut, Pestizide, Dünger und landwirtschaftliche Maschinen – damit
auch über unser Essen. Zucker- & fetthaltige Produkte bringen – nicht
selten in Kombination mit hohem Pestizid-Einsatz – hohe Gewinne,
haben aber gleichzeitig gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit
der Menschen. SoÜber Umwege belasten sie zudem die weltweiten
Gesundheitssysteme massiv.
Die fortschreitende Digitalisierung der Landwirtschaft verschärft
die Situation zusätzlich. Von selbstfahrenden Traktoren zu
ferngesteuerten Mähdreschern – Patente, Kartelle und ständig
steigende Abhängigkeiten drohen immer mehr Menschen die Entscheidungs
-Souveränität abzunehmen, was letztlich auf ihren Tellern landet.
Möglichkeiten das zu ändern gibt es: Der Konzern-Atlas zeigt auf,
wie Bürger:innen und Politik eine umweltverträgliche, sozial gerechte
und nachhaltige Ernährung auf den Weg bringen können. “Wir haben die
Mittel. Es braucht jedoch den notwendigen Mut und politischen Willen,
entsprechende Entscheidungen zu treffen”, appelliert Leitner
abschließend.
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– Einzelne Grafiken gerne auf Anfrage.