„kulturMONTAG“: Filmfestspiele Cannes, Schlingensief-Schau, Salzburgs Pfingstfestspiele

Wien (OTS) – Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMONTAG“ am
18. Mai 2026
um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON befasst sich zunächst mit den
Internationalen Filmfestspielen von Cannes, die mit starker
Beteiligung Österreichs – u. a. mit Marie Kreutzers jüngstem Werk
„Gentle Monster“ im Wettbewerb – am 12. Mai gestartet sind. Einen
Schwerpunkt setzt die Sendung zu den am 15. Mai beginnenden 75.
Wiener Festwochen, die u. a. dem 2010 verstorbenen Regisseur,
Aktivisten und Autor Christoph Schlingensief eine Ausstellung im
Wiener MAK Museum für angewandte Kunst widmen. Zum Festwochen-
Jubiläum steht anschließend an das Kulturmagazin die neue
Dokumentation „Schönheit und Provokation – 75 Jahre Wiener
Festwochen“ (23.15 Uhr) auf dem Programm. Weiters Thema im
„kulturMONTAG“ sind die bevorstehenden Salzburger Pfingstfestspiele,
für die Intendantin Cecilia Bartoli eine von Barrie Kosky inszenierte
Neuproduktion von Gioachino Rossinis „Il viaggio a Reims“ ins
Programm genommen hat.

Großes Kino – 79. Filmfestspiele von Cannes

Noch bis 23. Mai ist Cannes wieder Hotspot der internationalen
Filmwelt. Denn auch bei der 79. Ausgabe des wohl bedeutendsten
Filmfestivals der Welt versammelt sich in der südfranzösischen
Kleinstadt die Crème de la Crème der Branche – angefangen von der
hochkarätigen Jury, in der unter dem Vorsitz des mehrfach
preisgekrönten südkoreanischen Filmemachers Park Chan-wook u. a.
Stars wie Stellan Skarsgård, Demi Moore oder Oscar-Preisträgerin
Chloé Zhao heuer entscheiden, wer etwa mit der „Goldenen Palme“
ausgezeichnet wird. Das diesjährige Rennen wird besonders spannend,
konkurrieren doch so große Namen wie Pawel Pawlikowski mit
„Vaterland“, Asghar Farhadi mit „Histoires parallèles“ oder Pedro
Almodóvar mit „Bitter Christmas“. Auch die Österreicherin Marie
Kreutzer ist mir ihrem mit Léa Seydoux und Catherine Deneuve
starbesetzten neuen Werk „Gentle Monster“ im Wettbewerb dabei – die
vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens unterstützte Produktion
erzählt die Geschichte zweier Frauen, die ihr Leben Männern widmen,
die dunkle Seiten haben. Mit Sandra Wollner ist eine weitere
Österreicherin in Cannes vertreten: In der Sektion „Un Certain
Regard“ stellt sie ihr, ebenfalls vom ORF-kofinanziertes, Drama
„Everytime“, in dem sie das Thema Trauerverarbeitung aufgreift, vor.
Abseits des Wettbewerbs sorgt John Travolta mit seinem Regiedebüt
„Propeller One-Way Night Coach“ für Hollywood-Glanz an der Croisette.
Der „kulturMONTAG“ berichtet über spannende Neuproduktionen, außerdem
bittet ORF-Filmexperte Christian Konrad Regisseurin Marie Kreutzer
zum Interview.

Wiener Festwochen – Schlingensief-Ausstellung im MAK

Für die einen als „Peter Pan der Provokation“, „Heiliger Narr“
oder als „genialer Wüterich“ verehrt, von den anderen als „zynischer
Provokateur ohne jegliche Substanz“ abgelehnt – Christoph
Schlingensief, subversiver Universalkünstler mit unberechenbarem Hang
zur Dreistigkeit. Man hat ihm Aktionismus vorgeworfen, ihn als
Medienclown missverstanden. Dabei erinnerte er die zutiefst
abgeklärte Kulturszene einfach nur daran, dass Handeln möglich ist,
ohne jeden Sinn für Widersprüche über Bord zu werfen. 16 Jahre nach
seinem Tod widmen die Wiener Festwochen dem Filmemacher, politischen
Aktivisten, Theater- und Opernregisseur, bildenden Künstler und
Bestsellerautor die erste umfassende Ausstellung unter dem Titel „Es
ist nicht mehr mein Problem“ im Wiener MAK. Schlingensiefs Werk
zwischen Irritation und Erkenntnis sprengte alle Grenzen. Sein
ausgeprägtes soziales Gewissen machte ihn zum Nachfolger von Joseph
Beuys, dessen Idee der sozialen Plastik ihn bis zuletzt nicht
losgelassen hat. Schlingensief glaubte an ihre weltverbessernde
Kraft, daran, dass man die Welt verändern kann, dass man sie sogar
verändern muss. Die künstlerische Auseinandersetzung mit
Fremdheitsdiskursen und populistischen Mechanismen macht deutlich,
wie aktuell sein Werk ist.

Bon Voyage – Salzburger Pfingstfestspiele 2026

„Bon Voyage“ – so lautet das Motto, das die künstlerische
Leiterin Cecilia Bartoli für die diesjährigen Pfingstfestspiele in
Salzburg ausgerufen hat. Reisen ist seit jeher fester Bestandteil im
Leben von Künstlerinnen und Künstlern sowie auch Stoff zahlreicher
Werke. Seit mehr als 40 Jahren ist das Festival ein Fixstern im
Veranstaltungskalender der Mozartstadt. Heuer lockt „die Bartoli“ mit
einer szenischen Neuproduktion von Gioachino Rossinis „Il viaggio a
Reims“ an die Salzach. Nach „La Cenerentola“ und „Il barbiere di
Siviglia“ ist es die dritte Rossini-Produktion. Für die Inszenierung
der Opera buffa, die der Italiener 1925 anlässlich der Krönung des
französischen Königs Karl X. komponierte, setzt Cecilia Bartoli
erneut nicht nur auf ihren Lieblingskomponisten, sondern auch auf
einen ihrer Lieblingsregisseure. Barrie Kosky hat für die
extravagante Geschichte über Reisende, die in einem Hotel festsitzen,
jede Menge an Feydeau’schem Witz, Drive und erotischem Slapstick
parat.

Dokumentation „Schönheit und Provokation – 75 Jahre Wiener
Festwochen“ (23.15 Uhr)

Seit 75 Jahren sind die Wiener Festwochen ein Resonanzraum für
das Unruhige, das Unfertige und das Dringliche. Was 1951 als
kultureller Neubeginn in einer vom Krieg gezeichneten Stadt begann,
entwickelte sich zu einem der bedeutendsten internationalen Festivals
für Theater, Musik und Performance – ein Ort, an dem Hochkultur auf
Avantgarde trifft und gesellschaftspolitische Fragen verhandelt
werden. Über Jahrzehnte hinweg prägten große Namen, radikale
Inszenierungen und nicht selten auch Skandale das Festival, das stets
ein „Fenster zur Welt“ sein wollte.

Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums bringt Milo Rau, Regisseur
und Intendant des spartenübergreifenden Kunstfestivals, gemeinsam mit
Wienerinnen und Wienern die Höhepunkte dieser bewegten Geschichte auf
die Bühne. In „Das beste Stück aller Zeiten“ entsteht eine ebenso
skurrile wie berührende Revue, die ikonische Momente, nie erzählte
Geschichten und persönliche Erinnerungen miteinander verwebt – von
großen Theaterabenden bis hin zu absurden, provokanten und zutiefst
emotionalen Erfahrungen. Die Stadt selbst wird dabei zur Bühne, auf
der kollektive Erinnerungen und individuelle Perspektiven
aufeinandertreffen.

Die Dokumentation von Felix Breisach begleitet diesen
außergewöhnlichen Probenprozess und lässt anhand von ausgewähltem
Archivmaterial die vergangenen 75 Jahre Wiener Festwochen wieder
lebendig werden. Ausschnitte legendärer Inszenierungen und selten
gezeigte Aufnahmen verdichten sich zu einem Panorama der Festival-
Geschichte. Interviews mit prägenden Akteuren sowie Zeitzeuginnen wie
etwa Ursula Pasterk, Milo Rau, Caroline Peters oder Rudolf Scholten
zeichnen ein vielschichtiges Bild eines Events, der seit jeher
zwischen Schönheit und Provokation, Vision und Widerstand oszilliert
– und damit bis heute nichts von seiner Relevanz verloren hat.