„Laut für das Lesen“ am Welttag des Buches

Wien (OTS) – Der Österreichische Buchklub der Jugend, seit über 75
Jahren eine
zentrale Institution der Leseförderung in Österreich, steht vor dem
Aus. Noch heuer droht die Schließung – damit würde eine tragende
Säule der Bildungs- und Kulturarbeit im Land verloren gehen.

Der Buchklub erreicht jährlich rund 400.000 Kinder und bringt
hochwertige Literatur direkt in Klassenzimmer – vom ländlichen Raum
bis in urbane Zentren. Er bietet Orientierung in einem
unübersichtlichen Kinder- und Jugendbuchmarkt von rund 7.500
Neuerscheinungen pro Jahr und wählt gezielt jene Titel aus, die sich
besonders für den Unterricht eignen. Darüber hinaus vernetzt er seit
Jahrzehnten erfolgreich Autor*innen, Illustrator*innen, Verlage,
Schulen und Eltern österreichweit. Ein Wegfall dieser Strukturen
hätte weitreichende Folgen: Niederschwellige Angebote zur
Leseförderung würden insbesondere für jene Kinder fehlen, die erst
Zugang zum Lesen finden.

Eine vergleichbare Organisation neu aufzubauen – so überhaupt
möglich – würde viel Zeit und Geld benötigen. Es wäre stattdessen
sehr viel sinnvoller und kostensparender, den Buchklub, mit seiner
bestehenden Infrastruktur und seinem österreichweiten Netzwerk, zu
erhalten und auszubauen.

Dabei wäre die Lösung naheliegend: Mit einer zusätzlichen
Basisfinanzierung von rund 300.000 Euro jährlich könnte der
Fortbestand des Buchklubs gesichert werden. Das entspricht weniger
als einem Euro pro erreichtem Kind. Um mehr Investitionen in eine
nachhaltige Leseförderung kommen wir so oder so nicht herum.

Zwtl.: Leseförderung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe!

Der Buchklub finanziert sich bislang größtenteils selbst,
insbesondere durch den Direktvertrieb von Lesefördermaterialien an
Schulen. Angesichts steigender Kosten für den Schulbesuch, werden
jedoch gerade Materialien zur Leseförderung und Literaturvermittlung
häufiger eingespart. Öffentliche Förderungen durch Bundesstellen
decken derzeit weniger als 20 Prozent des Budgets und sind
überwiegend projektgebunden. Eine Beteiligung der Bundesländer fehlt
bislang vollständig, obwohl der Buchklub bundesweit agiert – vor
allem im Pflichtschulbereich (VS, MS/AHS).

Neben der öffentlichen Hand sind jedenfalls auch Sozialpartner,
Organisationen und Unternehmen gefordert, sich stärker an der
Finanzierung zur Leseförderung zu beteiligen.

In Perspektive braucht Österreich dringend eine überparteiliche,
unabhängige und bundesweit tätige Institution, die sich – unabhängig
und gesamtgesellschaftlich finanziert – ausschließlich der
Leseförderung widmet. Der Buchklub bietet dafür bereits die
notwendige Basis – und die Stiftung Lesen Deutschland ein
entsprechendes Vorbild.

Zwtl.: Kunstaktion „Laut für das Lesen“ am Welttag des Buches

23. April, 11 Uhr, Ballhausplatz

Um auf die prekäre Situation aufmerksam zu machen und ins
Gespräch zu kommen, ruft der Buchklub gemeinsam mit der IG Autorinnen
Autoren und dem Österreichischen Schriftsteller/innen-Verband zur
Kunstaktion „Laut für das Lesen“ auf.

Die Aktion findet am Welttag des Buches statt und setzt ein
starkes Zeichen für den Erhalt der Leseförderung in Österreich.

Zwtl.: Appell: Jetzt gemeinsam handeln!

29 % können nicht sinnerfassend lesen! Aktuelle Ergebnisse der
internationalen PIAAC-Studie (Programme for the International
Assessment of Adult Competencies) zeigen einen akuten
Handlungsbedarf: Rund 29 % der Erwachsenen in Österreich verfügen nur
über geringe Lesekompetenzen, mit deutlich steigender Tendenz seit
2011 (Statistik Austria 2023). Das bedeutet: Fast ein Drittel der
Bevölkerung hat Schwierigkeiten, Texte sicher zu verstehen. Die
Folgen sind ernst – für den Arbeitsmarkt, die Wirtschaft und für
unsere Demokratie.

Zur Sicherung der Lesekompetenz sind Politik, Wirtschaft und
Zivilgesellschaft gleichermaßen gefordert, Verantwortung zu
übernehmen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Es braucht jetzt:

– eine nachhaltige finanzielle Absicherung für den Buchklub

– ein klares Bekenntnis der öffentlichen Hand

– verstärktes finanzielles Engagement von Unternehmen und
Organisationen

– gesellschaftliche Solidarität für Bildung und Zukunftschancen

Der Erhalt des Österreichischen Buchklubs der Jugend ist nicht
nur eine Frage der Kulturpolitik – er ist eine Investition in die
Zukunft des Landes.

Leseförderung geht uns alle an. Jetzt ist der Moment zu handeln.

Kunstaktion „Laut für das Lesen“ am Welttag des Buches

Der Buchklub ruft gemeinsam mit der IG Autorinnen Autoren und dem
Österreichischen Schriftsteller/innen-Verband zur Kunstaktion „Laut
für das Lesen“ auf.

Die Aktion findet am Welttag des Buches statt und setzt ein starkes
Zeichen für den Erhalt der Leseförderung in Österreich.

Datum: 23.4.2026, um 11:00 Uhr
Ort: Ballhausplatz
1010 Wien