Wien (OTS) – Klimaschutz und Wirtschaft: In Wien sind diese beiden
Begriffe
untrennbar miteinander verbunden. Und dieses Bündnis, das in Wien
seit mehr als einem Vierteljahrhundert gedeiht, wird künftig noch
stärker: Mit der Klima-Allianz bekennen sich Stadt und Unternehmen
erstmals schriftlich zur umfassenden gegenseitigen Unterstützung.
Heute, Freitag, fiel der offizielle Startschuss: Bürgermeister
Michael Ludwig und Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky haben
Vertreterinnen und Vertreter von 17 großen heimischen Unternehmen ins
Rathaus geladen, um die Vereinbarungen feierlich zu unterzeichnen.
Die Devise lautet: Klimaschutz vorantreiben und damit
gleichzeitig Wirtschaftswachstum sichern. Die Klima-Allianz ist eine
Symbiose zwischen Stadt und Unternehmen, von der alle Beteiligten
gleichermaßen profitieren. Kern der Allianz: Die Stadt Wien bietet
den Unternehmen die Rahmenbedingungen für klimaneutrales
Wirtschaften, und die Unternehmen unterstützen die Stadt dabei, durch
ihr Wirtschaften die heimischen Klimaziele zu erreichen.
„Erstmals in der Geschichte Wiens binden sich heimische
Unternehmen und Betriebe schriftlich daran, aktiv mit uns die
Klimaneutralität in unserer Stadt voranzutreiben, während die Stadt
Wien sich dazu verpflichtet, die Rahmenbedingungen für einen
zukunftsfitten Wirtschaftsstandort zu bieten.“, sagt Wiens
Bürgermeister Michael Ludwig . „Daran sieht man, dass Klimaschutz und
Wirtschaft in Wien Hand in Hand gehen – und zwar nicht erst seit
gestern. Schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert, mit dem Beginn
des ersten Klimaschutzprogramms, bauen wir dieses Bündnis auf, weil
wir früh erkannt haben, dass Wirtschaft und Klima keine Gegenspieler
sind, sondern voneinander profitieren“, ergänzt Ludwig. Dieses
Verständnis trage auch dazu bei, dass Wien das einzige
österreichische Bundesland mit Wirtschaftswachstum sei, so Ludwig.
„Klimaschutz ist Krisenschutz“ , sagt Klimastadtrat Jürgen
Czernohorszky. „Unsere Lebensqualität ist zurzeit von verschiedenen
Krisen bedroht; sie zu schützen hat daher oberste Priorität. Schutz
bedarf es etwa vor Hitze, vor der Energiekrise und auch vor der
Wirtschaftskrise. Wenn wir heimisch Energie erzeugen, reduzieren wir
unsere Abhängigkeit vom internationalen Energiemarkt, machen unsere
Energieversorgung stabiler und leistbarer und unterstützen die
heimische Wirtschaft. Profitieren werden davon jene Menschen, denen
es nicht egal ist, wenn heizen, kühlen oder tanken teurer sind.
Klimaschutz hat Lösungen für diese Krisen! Deshalb wollen wir in Wien
bis 2040 ‚Raus aus Gas‘!“
„Ökonomie und Ökologie sind kein Gegensatz, sondern eine
Verbindung von der Wien stark profitieren kann – die Bevölkerung wie
auch die Unternehmen. Mit seiner Vielfalt entwickelt sich der
Wirtschaftsstandort Wien überdurchschnittlich gut und hat auch die
besten Voraussetzungen dafür, die Chancen der Green Economy zu
nutzen. Denn unsere Unternehme sind innovativ und flexibel – und
Nachhaltigkeit schließt wirtschaftlichen Erfolg nicht aus, sondern
kann ihn auch unterstützen. Allein im Bereich der Kreislaufwirtschaft
kann eine Wertschöpfung von 3,5 Milliarden Euro realisiert werden.
Mit Klima-Allianzen gehen wir gemeinsam einen weiteren Schritt in die
Zukunft“, sagt Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck . Die
Stadt Wien und die WKW haben bereits Ende Jänner eine Klima-Allianz
unterzeichnet.
„Die Klimakrise ist eine große Herausforderung und gleichzeitig
eine wirtschaftliche Chance. Mit den im Wiener Klimagesetz
verankerten Klima-Allianzen zeigen wir: Gemeinsam mit der Wiener
Wirtschaft haben wir einen der stärksten Hebel für diese
Transformation. Unsere Betriebe sind nicht nur Teil der Lösung – sie
treiben sie voran. Sie entwickeln neue Technologien, investieren und
machen Klimaschutz zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Darum setzen wir
auf echte Partnerschaft und holen sie aktiv an Bord. Wenn wir
Innovation ermöglichen und die Energiewende konsequent vorantreiben,
stärken wir den Wirtschaftsstandort und sichern Arbeitsplätze. Der
Weg zur Klimaneutralität 2040 ist damit auch eine Chance, Wien
moderner, wirtschaftlich stärker und lebenswerter zu machen.“, so
NEOS-Klubobfrau Selma Arapovic .
Zwtl.: Klima-Allianz startet mit 17 ersten Unternehmen
Bei der heutigen feierlichen Unterzeichnung der Klima-Allianz
waren siebzehn etablierte heimische Unternehmen anwesend: Ankerbrot,
Billa, Del Fabro Kolarik, EVVA, Intervet, Hoerbiger, Holcim, Takeda,
Salesianer Miettex, Schachinger Logistics, Herba Chemosan,
Ottakringer, Porr, Siemens AG und Siemens Mobility, die Wiener
Stadtwerke und Wienerberger . Diesem starken Startschuss werden
Vereinbarungen mit weiteren Unternehmen folgen. Ziel ist es, das
Netzwerk stetig auszubauen und das Bündnis zwischen Stadt und
Wirtschaft derart zu stärken, dass sowohl die städtischen Klimaziele
schneller erreicht als auch Wirtschaftswachstum gefördert werden.
Markus Raunig, CEO von Ottakringer : „Nachhaltigkeit gelingt nur
gemeinsam. Als familiengeführtes Unternehmen in der Wiener Klima-
Allianz übernimmt Ottakringer Verantwortung und gestaltet eine
zukunftsorientierte, lebendige Stadt.“
Nicole Ehrlich-Adám, Geschäftsführerin von EVVA : „EVVA optimiert
die Produktion für Energieeffizienz und verwendet recycelbare
Materialien. Durch den Austausch mit den Mitgliedern der Klima-
Allianz erhofft sich EVVA, die Klimaziele von Wien, Österreich und
der EU gemeinsam zu erreichen.“
Katharina Kostecki, Managing Director von Intervet : „Intervet
ist Teil der Klima-Allianz, weil Intervet seine lange
Produktionsgeschichte in Wien nachhaltig gestaltet: mit
Energieeffizienz, PV-Anlagen, Abfallreduzierung, Kreislaufwirtschaft
und Mitarbeiterschulungen.“
Thomas Krautschneider, Geschäftsführender Gesellschafter von
Salesianer : „Salesianer übernimmt Verantwortung, weil Klimaschutz
Teamarbeit ist. So werden Synergien geschaffen, die weit über das
eigene Unternehmen hinauswirken – für eine nachhaltige Stadt und eine
starke Wirtschaft.“
Christian Prinz, Managing Director von Hoerbiger : „Hoerbiger
engagiert sich für Klimaneutralität und entwickelt Technologien zur
Senkung des Energieverbrauchs und Emissionen, optimiert durch
nachhaltige Materialien und ressourcenschonende Verfahren.“
Peter Weinelt, Generaldirektor von den Wiener Stadtwerken : „Die
Wiener Stadtwerke bieten innovative, leistbare Lösungen für die
Mobilitäts- und Energiewende in der Metropolregion Wien, um
Lebensqualität und Wirtschaftsstandort zu fördern.“
Haimo Primas, CEO von Holcim: „ HOLCIM bringt Klimaneutralität
für Infrastruktur, Industrie und Gebäude voran. Eine erfolgreiche
grüne Transformation braucht ein starkes, branchenübergreifendes
Miteinander – deshalb engagiert sich Holcim in der Klima Allianz.“
Günther Gfrerrer, Geschäftsführer von Schachinger :
„Nachhaltigkeit ist für Schachinger zentral: Mit „Driving Change“ und
„Roadmap to Zero“ zielt das Unternehmen auf Dekarbonisierung der
Flotte bis 2040 sowie 50 % CO₂-Reduktion bis 2035.“
Maximilian von Künsberg-Sarre, CFO von Herba Chemosan : „HERBA
CHEMOSAN setzt Maßnahmen zur CO₂-Reduktion um: Ausbau der E-
Ladeinfrastruktur, E-Mobilität im Fuhrpark, eine PV-Anlage in Wien
und ausschließliche Nutzung von Grünstrom.“
Maria Löflund, Vorstandsmitglied und Standortleiterin von TAKEDA
in Wien: „Ein gesunder Planet ist die Voraussetzung für ein gesundes
Leben. Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Effizienz gehen dabei Hand
in Hand und werden durch branchenübergreifende Kooperationen gezielt
gestärkt.“
Christian Wölfel, Head of Sustainability von Siemens Österreich :
„Siemens AG Österreich verbindet wirtschaftlichen Erfolg mit
Klimaschutz – durch nachhaltige Kundenlösungen und konsequente
Maßnahmen im eigenen Unternehmen, getragen von Innovation,
Partnerschaft und Verantwortung. Dieses Engagement bringen wir aktiv
in die Wiener Klima-Allianz ein.“
Tina Schrettner, Geschäftsführerin von Ankerbrot : „Wir wollen
Ressourcen schonen, Emissionen senken und den positiven Wandel aktiv
mitgestalten. Der Beitritt zur Wiener Klima-Allianz ist für uns ein
sehr naheliegender Schritt. Wir wollen gemeinsam mit der Stadt Wien
und anderen Betrieben konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz
vorantreiben und unsere Verantwortung aktiv wahrnehmen.“
Tanja Kienegger, CEO von Siemens Mobility Austria : „Siemens
Mobility entwickelt und produziert in Wien nachhaltige
Schienenfahrzeuge – zum Beispiel den gemeinsam mit der TU Wien
entwickelten bionische Wagenkasten. Er reduziert das Gewicht von U
Bahn-Wagen um rund 20 Prozent und spart dadurch Rohstoffe, Energie
und CO₂. Mit dem Einstieg in die Wiener Klima Allianz verstärkt
Siemens Mobility nun die Zusammenarbeit mit Partnern aus Stadt und
Wirtschaft, um innovative Lösungen voranzubringen und die
Transformation zu einer klimaneutralen, lebenswerten Stadt aktiv
weiterhin mitzugestalten.“
Robert Nagele, Vorstandsmitglied von Billa : „Als Teil der REWE
Group verfolgen wir ambitionierte Klimaziele und bekennen uns klar zu
den Science Based Targets (SBTi). In Österreich treiben wir den
Ausbau erneuerbarer Energien, die Begrünung unserer Märkte und
funktionierende Kreislauflösungen voran. Kreislaufwirtschaft
verstehen wir dabei als gemeinsame Verantwortung, die nur durch
branchenübergreifende Kooperation gelingt – etwa im Rahmen unseres
Engagements in der Wiener Klima-Allianz.“
Johann Marchner, Country Managing Director von Wienerberger
Österreich : „Wir bekennen uns klar zur Klimaneutralität und treiben
aktiv die Dekarbonisierung unserer Produktion sowie innovative,
nachhaltige Baustofflösungen voran. Die Teilnahme an der Wiener Klima
-Allianz unterstreicht unser Engagement, gemeinsam mit starken
Partnern wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz umzusetzen und Wien
auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt zu unterstützen.“
Natalie Schwendenwein, Head of Sustainability bei Porr : „Als
internationales Bauunternehmen verfolgen wir eine klare
Dekarbonisierungsstrategie, um unsere Emissionen bis 2030
systematisch zu reduzieren. Die Wiener Klima-Allianz ist für uns eine
wichtige Plattform, um gemeinsam konkrete Lösungen für
klimafreundliches und leistbares Bauen umzusetzen.“
Ferdinand Schludermann, Geschäftsführer von Del Fabro Kolarik :
„Del Fabro Kolarik, Teil der Ottakringer Gruppe, setzt auf
umfassenden Klimaschutz durch eine 5.000 m² Photovoltaikanlage, E-
Mobilität und Energieeffizienz im Logistikzentrum. Mit der Wiener
Klima-Allianz werden konkrete Herausforderungen angegangen, die sich
nur gemeinsam lösen lassen. Das ist gleichermaßen wichtig für die
Wirtschaft und das Klima.“
Zwtl.: Zur Klima-Allianz
Die Klima-Allianz ist ein im Wiener Klimagesetz rechtlich
verankerter Zusammenschluss zwischen Stadtverwaltung und (Privat-)
Unternehmen mit dem Ziel, gemeinsam die heimischen Klimaziele
schneller zu erreichen, und dadurch sowohl Wirtschaftsstandort zu
stärken als auch die Lebensqualität aller Wienerinnen und Wiener zu
schützen. Stetig wachsen soll die Klima-Allianz durch die
schriftliche Unterzeichnung eines „Memorandum of Understanding (MoU)“
durch Stadt Wien und die teilhabenden Unternehmen.