Wien (OTS) – Yacht-Betreiber entleeren ihre Schwarzwasser-Tanks
(Branchenjargon:
„Shit-Tanks“) systematisch im Meer. Das berichtet das
Studentenmagazin campus a auf Basis einer Recherche in der Branche
und bei Meeresbiologen. Laut MARPOL-Konvention , einem
internationalen Abkommen zur Vermeidung von Meeresverschmutzung durch
Schiffe, ist das verboten.
„Das ist ein riesiges Problem und im Grunde eine Sauerei“, sagt
der Meeresbilologe Robert Hochrichter, der das Phänomen unter anderem
anhand der kroatischen Insel KRK untersucht hat, gegenüber campus a .
„Mit Satelitensystemen wären diese Gesetzesverstöße leicht erkennbar,
doch sie werden zu wenig verfolgt und die Strafen sind für
Yachtbetreiber ein Trinkgeld.“ Besonders im nur fünfzig bis siebzig
Meter tiefen Mittelmeer und zur Hauptsaison mit tausenden Yachten auf
See sei das Problem eklatant.
Ein junger Schiffskoch schildert gegenüber dem Studentenmagazin
die Praxis: „Die Tanks werden entweder gegen 3 Uhr morgens geleert,
damit die Passagiere den Gestank nicht bemerken. Oder die Kapitäne
lassen die Ventile während einer längeren Fahrstrecke nur teilweise
öffnen, sodass die Yachten eine Fäkal-Spur samt chemischen
Bestandteilen hinter sich herziehen. Es gibt für den Bordfunk dafür
sogar eigene Codes, die nur die Crew versteh: Ready for Desert-Storm
zum Beispiel.“
Thilo Hofmann, Umweltgeowissenschaftler an der Universität Wien ,
warnt gegenüber campus a vor schwerwiegenden Umweltbelastungen
besonders in küstennahen Regionen und in und in Marinas. Eine der
Folgen sind laut den campus a -Recherchen sogenannte „Shit-Fische“,
die Fischern in oder in der Umgebung von Marinas ins Netz gehen, sich
teilweise von Fäkalien ernährt haben, stark bakterienbelastet sind
und dann trotzdem als frischer Fang aus der Region auf die Märkte und
Restaurant-Tische kommen. Zum ganzen Beitrag geht es hier .