Salzburg (OTS) – Die belarussische Bürgerrechtlerin und Musikerin
Maria Kalesnikava
wird die Festrede anlässlich der Eröffnung der Salzburger Festspiele
2026 halten. Es gibt einige Neuerungen beim Festakt des Landes
Salzburg am 26. Juli in der Felsenreitschule.
Die 44-jährige Karlspreisträgerin Maria Kalesnikava wird heuer
die Festrede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele halten.
Kalesnikava wurde 2020 als eine der prägenden Stimmen der
belarussischen Zivilgesellschaft bekannt. Die Bürgerrechtlerin musste
wegen ihres Engagements gegen das Regime mehrere Jahre in Haft
verbringen. Nach mehrjähriger Inhaftierung setzt Maria Kalesnikava
ihre künstlerische und gesellschaftliche Arbeit fort und gilt als
herausragendes Beispiel für die Verbindung von künstlerischer
Exzellenz und zivilem Mut.
Edtstadler: „Sie vermittelt Mut und Zuversicht“
„Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, Maria Kalesnikava als
Festrednerin zu gewinnen. Sie vermittelt mit ihrer Haltung Mut und
Zuversicht in herausfordernden Zeiten und hat gezeigt, dass ein
Unrechtsregime nichts mehr fürchtet als Zivilcourage und das
gewaltfreie Eintreten für Bürgerrechte. Ihre Rede wird diesen Festakt
zu etwas Besonderem machen“ sagt Landeshauptfrau Karoline Edtstadler.
Der Festakt selbst wird gestrafft und die Landeshauptfrau wird in
ihrer Funktion, wie es bereits früher die Landeshauptleute gemacht
haben, die Fest- und Ehrengäste begrüßen.
Bergmann: „Kunst gibt Lebensmut und Halt“
„Maria Kalesnikava ist der Beweis, dass es die Kunst ist, die uns
Menschen Lebensmut und Halt gibt. Immer wird die Sprache von Musik
und Poesie stärker sein als Gewalt, Tyrannei und Willkür. Dass Maria
Kalesnikava heuer die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele hält“,
sagt Interimsintendantin Karin Bergmann, „darf uns in diesen
schwierigen Zeiten Zuversicht geben.“
Künstlerisches Programm spiegelt Festspielsommer wider
Mit Vitali Alekseenok leitet ein belarussischer Musikerkollege
von Maria Kalesnikava das Musikprogramm des Festakts. Alekseenok ist
Finalist des Herbert von Karajan Young Conductors Award 2021 und
nunmehr Chefdirigent der Deutschen Oper am Rhein. Das Musikprogramm
wird einen Ausblick auf den bevorstehenden Festspielsommer geben. Das
Mozarteumorchester Salzburg stimmt auf den Schwerpunkt rund um den
französischen Komponisten Olivier Messiaen ein und greift gemeinsam
mit der Geigerin Vilde Frang spanische Klänge von Édouard Lalo als
Verbindung zur Neuproduktion von Bizets Carmen auf, die am Abend der
offiziellen Festspieleröffnung Premiere hat.
Festakt am 26. Juli um 11 Uhr
Mit Musik von Lili Boulanger spannt sich der inhaltliche Bogen
von der Biografie der Festrednerin Maria Kalesnikava zur Biografie
einer zu selten aufgeführten Komponistin: Lili Boulanger gründete
während des Ersten Weltkriegs einen Briefclub, dessen Ziel es war,
einen Austausch zwischen ihren Kollegen und Kolleginnen am
Konservatorium und den Soldaten an der Front zu initiieren, um sich
in dunklen Zeiten gegenseitig Mut und Zuversicht zu geben. Neben dem
bereits traditionellen Einsatz des Mozarteumsorchesters wird es aber
auch einen Auftritt des Salzburger Festspiele und Theater Kinderchors
geben.
Der Festakt findet am 26. Juli 2026 um 11 Uhr in der
Felsenreitschule statt.
Zur Person
Maria Kalesnikava ist eine belarussische Flötistin, Dirigentin
und Kulturmanagerin, deren künstlerisches Wirken sich an der
Schnittstelle von Musik, Kunst und gesellschaftlichem Diskurs
entfaltet. Sie studierte in Minsk und Stuttgart und schloss ihr
Studium mit zwei Masterabschlüssen, und zwar in Alter Musik und Neuer
Musik, ab. Als Mitgründerin der InterAKT Initiative und Künstlerische
Leiterin des Kulturhubs OK16 in Minsk entwickelte sie eine Reihe
wegweisender internationaler Projekte in den Bereichen Kultur,
Bildung und soziale Innovation. Dabei verbindet sie zeitgenössische
Musik mit Fragen kultureller Identität, gesellschaftlicher
Verantwortung und politischer Reflexion.
Maria Kalesnikava ist Ehrenprofessorin der Universität Salzburg
und Ehrendoktorin der Kunstuniversität Graz.