Maurer zum Ausbau der Schulsozialarbeit: Schüler:innen erhalten lediglich 11 Minuten Unterstützung pro Schuljahr

Wien (OTS) – Die Grünen üben scharfe Kritik am Bildungsministerium:
Eine aktuelle
parlamentarische Anfrage zeigt, dass bislang keine der angekündigten
65 neuen Stellen für Schulsozialarbeit an Bundesschulen besetzt
wurde.

„Zwischen den Ankündigungen des Ministers und der Realität an den
Schulen liegen Welten. Während Bildungsminister Wiederkehr von einer
großen Offensive spricht, kommt bei den Schüler:innen nichts davon
an“, sagt Sigi Maurer, Bildungssprecherin und stellvertretende
Klubobfrau der Grünen. Besonders bezeichnend sei, dass das
Ministerium zwei Tage vor Ablauf der Anfragefrist neue Stellen
ausgeschrieben habe.

Auch der tatsächliche Umfang der Aufstockung sei völlig
unzureichend: „Bei rund 500.000 Bundesschüler:innen bleiben
rechnerisch gerade einmal elf Minuten zusätzliche Unterstützung pro
Kind und Schuljahr. Mentale Gesundheit darf kein Luxusgut sein. Die
Jugendlichen fordern zu Recht Werkzeuge und echte
Ansprechpartner:innen direkt an ihren Schulen – und zwar permanent,
nicht nur auf dem Papier. Das ist keine Offensive, sondern ungerechte
Symbolpolitik auf dem Rücken junger Menschen.“

Besonders problematisch sei die Situation außerhalb Wiens. Fast
die Hälfte der neuen Stellen entfällt auf die Hauptstadt, während
Flächenbundesländer massiv unterversorgt bleiben. „Faire
Bildungschancen dürfen nicht vom Wohnort abhängen. Im ländlichen Raum
müssten Jugendliche ja wochenlang auf Unterstützung warten, wenn
Fachkräfte rein rechnerisch bis zu 20 Standorte gleichzeitig betreuen
würden“, so Maurer.

Hinzu komme der Personalmangel in der Schulpsychologie: Von 69
neu ausgeschriebenen Stellen konnten 16 gar nicht besetzt werden.
„Wer Chancengerechtigkeit ernst meint, muss die Forderungen der
Jugendlichen auch ernst nehmen. Was sie brauchen, ist echte
Unterstützung an ihren Schulen – dauerhaft und flächendeckend“,
betont Maurer.