Loosdorf (OTS) – Ein weiterer Marktführer der österreichischen
Wirtschaft zieht als
Mieter in Bauteil III des „Green Logistics Park“ der
niederösterreichischen Gemeinde Loosdorf ein. Die GMS GOURMET GmbH (
Wien), führender Anbieter für Menü-, Catering- und
Gastronomieservices, beging gestern, Dienstag, 20. Jänner 2026, mit
den Projektentwicklern F & S Real Estate Solutions GmbH (Straßwalchen
) und SCHISERNIG Real Estate Investor (Salzburg) sowie den Vertretern
der Standortgemeinde Loosdorf den Spatenstich. Im gesamten
Logistikpark bewirtschaften aktuell zwölf Unternehmen rund 70.000
Quadratmeter Nutzfläche. Seit 2022 investierten die beiden
Projektentwickler mehr als 100 Millionen Euro in Entwicklung und
Errichtung.
GOURMET wird im Bauteil „Loosdorf III“ eine Fläche von 4.510
Quadratmetern für Kühllogistik betreiben. Rund drei Viertel des dafür
benötigten Stroms werde eine PV-Anlage liefern, erläuterte GOURMET-
Geschäftsführer Dipl.-Ing. Hannes Hasibar: „Für uns als nachhaltiges
Unternehmen ist dies ein weiterer großer Schritt in Richtung CO₂-
Reduktion!“ Hasibar bedankte sich bei den Projektpartnern und der
Gemeinde für die gute Zusammenarbeit bei der Umsetzung des Projektes.
Das Unternehmen wird bis Ende 2026 den zusätzlichen Lagerstandort
beziehen.
„Unser ‚Green Logistics Park‘ ist eine der größten
Betriebsansiedlungen in Niederösterreich in der letzten Zeit“,
betonte Investor Walter Schisernig. Gemeinsam mit dem Partner F & S
habe man eine Grundfläche von mehr als 20 Hektar übernommen und
weiterentwickelt. Der Altbestand mit rund 55.000 Quadratmetern
Nutzfläche wurde für Mieter aus Logistik, Handel und Industrie
adaptiert. Zusätzlich errichtet werden seit 2022 drei
maßgeschneiderte Logistikhallen als „Green Buildings“, die weitere
15.000 Quadratmeter Nutzfläche bieten. „Das gesamte Projekt und die
damit verbundenen Investitionen bedeuten, dass gerade bei
Investitionen in Logistikimmobilien enorme Nachfrage besteht“, sagte
Schisernig.
Der Geschäftsführer von F & S Ing. Alexander Liebewein ergänzte:
„Die Erfahrungen mit instabilen Logistikketten in der Corona-Zeit hat
dazu geführt, dass erfolgreiche Unternehmen die regionale
Verfügbarkeit in ihren Märkten optimieren und dafür Logistikflächen
benötigen.“ Die beiden Partner haben in den vergangenen Jahren rund
ein Dutzend Logistikstandorte an österreichischen Autobahnen und in
Ballungsräumen entwickelt.
Zwtl.: Bürgermeister: Aktives Projektmanagement der Standortgemeinde
Der Loosdorfer Bürgermeister Thomas Vasku freut sich über die
jüngsten Entwicklungen: „Wir benötigen als Kommune Investitionen von
außen, um die Lebensqualität im Ort aktiv unterstützen zu können.“
Das in den 1990er-Jahren im Zusammenhang mit der neuen
Autobahnabfahrt „Loosdorf“ ausgewiesene Gewerbegebiet sei eine
Erfolgsgeschichte. Die positive Entwicklung sei der Gemeinde
allerdings nicht in die Hände gefallen, erinnerte sich der
Bürgermeister. Nach einem fulminanten Start habe es durch die
Absiedlung eines Großbetriebs einen Rückschlag gegeben, der durch die
beiden aktuellen Projektentwickler in wenigen Jahren wettgemacht
worden sei. Im Vollbetrieb rechnet der Bürgermeister wieder mit einem
Höchststand an Kommunalsteuer, die zehn bis 15 Prozent des
Gemeindebudgets ausmacht. Durch diese Einnahmen habe man schon in der
Vergangenheit in qualitätvolle Infrastruktur und soziale
Einrichtungen wie die Kinderbetreuung investiert und könne sich diese
auch in den aktuell schwierigen Zeiten leisten, so Thomas Vasku.
Der Standortgemeinde kommt nach Ansicht des Bürgermeisters bei
derartigen Ansiedlungen die wichtige Funktion einer Drehscheibe zu:
„Wir können als Gemeinde nicht die Unternehmen an den Standort
bringen. Dazu braucht es hoch spezialisierte Unternehmen – sowohl bei
der Sicherung der Investitionen als auch bei der Entwicklung der
Immobilien. Aber die Standortgemeinde muss im Aktionsdreieck von
Betreibern, Behörden und Mietern aktiv vermitteln und unterstützen.“
Vasku plädiert für mehr politische Initiative bei der Entwicklung von
Gewerbe- und Logistikstandorten entlang der heimischen
Autobahnstrecken. Seiner Ansicht nach lasse sich mit regionalen und
überregionalen Planungen nicht nur die Versiegelung von Grünland
verringern, sondern auch die Verfügbarkeit von Ansiedlungsflächen
steigern.
Zwtl.: „Mangelnde Rechtssicherheit bei der Umsetzung“
Die beiden Projektentwickler F & S und SCHISERNIG sehen bei
Logistikimmobilien nach wie vor mehr Nachfrage als Angebot. Doch
diese Chancen würden nicht genützt, bedauert Walter Schisernig: „Man
beklagt in Österreich mangelnde Investitionen in die Wirtschaft,
unterstützt Investoren aber dort nicht, wo akuter Bedarf besteht.“
Echte Hindernisse gebe es bei den Bewilligungsverfahren, unterstrich
F & S-Geschäftsführer Liebewein. Immer wieder scheitere die
Entwicklung sogar bei Flächen, die bereits für die gewerbliche
Nutzung gewidmet sind. Der zögerliche Verlauf der Verfahren oder eine
schier unübersehbare Menge von Fachgutachten führe dazu, dass nur
wenige Grundeigentümer Flächen anbieten. Denn die Entwickler müssen
wegen der Verfahrensdauer jahrelange Optionszeiträume verlangen. Die
Nutzer benötigen die Lagerflächen aber rasch, um einen bestehenden
Bedarf zu decken. Die Projektentwickler regen an, dass sich die
Politik auf regionaler und nationaler Ebene dieser Thematik widmet.