Neues „Universum“ über „Seeotter – Kaliforniens kleine Helden“

Wien (OTS) – Man kennt sie als entspannte Meeresbewohner, geschickte
Unterwasserjäger und die Weibchen als liebevolle Mütter: Kaliforniens
Seeotter sind wahre Sympathieträger. Dass die Tiere jedoch zur großen
Hoffnung für eines der wichtigsten Ökosysteme der Erde geworden sind
und damit sogar einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, ist weit
weniger bekannt. Die neue „Universum“-Dokumentation „Seeotter –
Kaliforniens kleine Helden“ von Claudia Schmitt und Hendrik S.
Schmitt erzählt am Dienstag, dem 27. Jänner 2026, um 20.15 Uhr in ORF
2 und auf ORF ON von diesen „pelzigen Klimakämpfern“, die mit ihrem
Appetit auf Seeigel ganze Unterwasserdschungel retten können. Der
Film zeigt, wie eng ihr Schicksal mit jenem der Kelpwälder im Ozean
verknüpft ist.

Vor der Küstenstadt Monterey in Kalifornien treiben ausgedehnte
Wälder aus Riesentang im kalten, nährstoffreichen Pazifikwasser.
Zwischen den langen Algenbändern finden zahlreiche Meerestiere
Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten. Zugleich dienen die Kelpwälder als
natürlicher Küstenschutz und wichtiger Kohlenstoffspeicher. In den
vergangenen Jahren jedoch wurde dieses Ökosystem spürbar geschwächt:
marine Hitzewellen, eine bislang ungeklärte Seestern-Krankheit und
die dadurch begünstigte Vermehrung von Purpurseeigeln haben
vielerorts dazu geführt, dass die Tangbestände ausdünnen oder völlig
absterben. In diesem Umfeld zeigt sich die Schlüsselrolle und
besondere Bedeutung der Seeotter: Die Meeressäuger zählen zu den
wenigen natürlichen Feinden der Seeigel. Durch ihren enormen Hunger
können sie deren Ausbreitung bremsen und so die Stabilität der
Unterwasserwelt beeinflussen.
„Es hat uns beeindruckt und schockiert, wie schnell ein riesiges
Ökosystem wie das der Kelpwälder kollabieren kann“, sagen die
Filmemacher Claudia Schmitt und Hendrik S. Schmitt, die immer wieder
in der Region arbeiten. „Innerhalb weniger Jahre sind die Tangwälder
fast vollständig verschwunden. Wir haben miterlebt, wie verletzlich
selbst große Naturkreisläufe sind. Wenn nur ein Element fehlt, gerät
das gesamte Gefüge ins Wanken, wie in einem Kartenhaus.“ Zugleich
zeigen Beobachtungen vor Ort, dass es auch Grund zur Hoffnung gibt.
„Dort, wo die vom Aussterben bedrohten Seeotter dank gezielter
Schutzmaßnahmen zurückkehren konnten, erweisen sich die Kelpwälder
als deutlich widerstandsfähiger. Ein eindrücklicher Beleg dafür,
welche Bedeutung Artenschutz für das Bestehen ganzer Lebensräume
hat“, so das Regie-Duo.

Mit spektakulären Über- und Unterwasseraufnahmen begleitet der
Film das Familienleben der Seeotter und anderer tierischer Bewohner
des Kelpwaldes, folgt Biologinnen und Biologen sowie
Naturschützerinnen und Naturschützern bei ihren Tauchgängen,
dokumentiert Veränderungen im marinen Ökosystem und zeigt, wie in
geschädigten Gebieten fieberhaft an Lösungen gearbeitet wird, den
Kelpwald zu regenerieren.

Das Naturfilm-Duo legt den Fokus aber auch auf die Arbeit des
renommierten Monterey Bay Aquariums, wo verwaiste Seeotterjunge
aufgepäppelt, von erfahrenen „Pflegemüttern“ an ein Leben im Meer
herangeführt und schließlich erfolgreich ausgewildert werden. So
waren es für die zwei Kameraleute nicht nur wissenschaftlich
spannende, sondern auch sehr persönliche Momente: „Seeotter sind
einfach unglaublich charismatische Tiere. Ihnen beim Dreh so nah zu
kommen, sie beim Ausruhen oder Säugen ihrer Babys zu beobachten und
Einblicke in ihr Sozialverhalten zu bekommen, waren ganz besondere
Erlebnisse für uns. Zu wissen, dass diese bezaubernden Tiere bedroht
sind und gleichzeitig so wichtig für das Überleben der Kelpwälder,
lässt uns ihre Begegnung noch mehr schätzen.“

Die „Universum“-Dokumentation richtet den Blick schließlich über
Kalifornien hinaus. „Wir setzen uns seit vielen Jahren für den Schutz
des Ozeans ein“, betonen die Filmemacher. „Dieses Projekt zeigt, wie
verletzlich das Leben im Meer ist. Aber auch, was möglich ist, wenn
Menschen konsequent für den Schutz der Natur arbeiten. Es ist immer
einfacher, etwas zu bewahren, als es zurückzuholen, wenn es einmal
verloren ist.“ Seeotter und Kelpwälder stehen sinnbildlich für das,
was weltweit auf dem Spiel steht: „Die Meere als zentrales
Lebenserhaltungssystem unseres Planeten“, betont Regisseurin und
Unterwasserkamerafrau Claudia Schmitt.

„Seeotter – Kaliforniens kleine Helden“ ist eine Produktion der
Längengrad Filmproduktion in Koproduktion mit ARTE und ORF, in
Zusammenarbeit mit ORF-Enterprise.