Wien (OTS) – Die heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten zeigen
deutlich: Junge
Menschen zahlen den höchsten Preis für die wirtschaftliche
Stagnation. Die Zahl der Lehrstellensuchenden steigt, gleichzeitig
sinkt das Angebot an offenen Lehrstellen. Die Lehrstellenlücke ist im
Jänner 2026 auf rund 3.500 angewachsen.
„Das ist ein Alarmzeichen. Wer heute keine Lehrstelle findet,
startet mit einem Nachteil ins Berufsleben. Das dürfen wir nicht
akzeptieren“, sagt Helene Schuberth, Bundesgeschäftsführerin des ÖGB.
„Jede fehlende Lehrstelle ist eine vertane Zukunftschance.“
„Immer mehr Jugendliche finden keinen Ausbildungsplatz – obwohl
sie wollen. Betriebe bilden weniger aus, Verantwortung wird
abgeschoben, und junge Menschen zahlen die Rechnung“, so Schuberth.
„Das ist kurzsichtig, sozial unverantwortlich und trägt nichts zur
Lösung des aktuellen Fachkräftebedarfs bei.“
Überbetriebliche Lehre bleibt Auffangnetz
„Betriebe müssen Verantwortung übernehmen. Sie profitieren von
gut ausgebildeten Fachkräften – aber immer weniger bilden selbst
aus“, kritisiert die ÖGB Bundesgeschäftsführerin. „Das ist bequem,
aber unfair. Wer morgen Fachkräfte will, muss heute ausbilden.
Verantwortung lässt sich nicht outsourcen“, unterstreicht Schuberth.
Die überbetriebliche Lehre bleibe daher ein wichtiges
Auffangnetz, wenn zu wenige Betriebe selbst ausbilden und für viele
junge Menschen der einzige Weg in eine Ausbildung. Schuberth betont:
„Diese Jugendlichen sind nicht gescheitert – das System ist
gescheitert. Die überbetriebliche Lehre muss aufgewertet und
finanziell abgesichert werden“, sagt Schuberth.
„Wer heute bei der Jugend spart, zahlt morgen mit
Fachkräftemangel, Armut und sozialer Spaltung. Das ist kein
Naturgesetz – das ist eine Entscheidung. Und die muss geändert
werden“, so Schuberth abschließend.