Wien (OTS) – Die Österreichische Privatuniversitäten Konferenz (ÖPUK)
reagiert mit
Entsetzen auf die Ankündigung von Wissenschaftsministerin Eva-Maria
Holzleitner, den Bundesländern künftig die Finanzierung von
Privatuniversitäten untersagen zu wollen.
Ein derartiger Schritt wäre ein massiver Eingriff in die
Gestaltungsmöglichkeiten der Länder und ein schwerer Schlag gegen die
Vielfalt des österreichischen Hochschulsystems. Privatuniversitäten
erfüllen wichtige Aufgaben in Forschung, Lehre, Kunst und der
Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte. Zahlreiche Einrichtungen
wurden in den vergangenen Jahren gerade durch das Engagement der
Länder aufgebaut und erfolgreich entwickelt.
„Während Österreich über Fachkräftemangel, Innovation und
internationale Wettbewerbsfähigkeit diskutiert, soll ausgerechnet
jenen Hochschulen die Unterstützung entzogen werden, die hier
wesentliche Beiträge leisten. Ein Finanzierungsverbot für die Länder
wäre ein ideologisch motivierter Rückschritt und ein fatales Signal
für den gesamten Hochschulstandort“, erklärt Martin Rummel,
Vorsitzender der ÖPUK.
Besonders unverständlich ist der Vorstoß vor dem Hintergrund der
aktuellen budgetären Herausforderungen im Hochschulbereich. Wer den
Ländern die Möglichkeit nimmt, in leistungsfähige Hochschulen zu
investieren, schwächt den Wissenschafts-, Bildungs- und
Innovationsstandort Österreich insgesamt. Die ÖPUK weist zudem darauf
hin, dass die Länder seit vielen Jahren wesentliche Partner bei der
Entwicklung regionaler Hochschul- und Forschungsstrukturen sind.
Die ÖPUK fordert die Bundesministerin auf, diese Pläne nicht
weiterzuverfolgen und stattdessen den Dialog mit allen
Hochschulsektoren zu suchen. Österreich braucht mehr Kooperation und
mehr Investitionen in Hochschulbildung – nicht neue Schranken
innerhalb eines vielfältigen und leistungsfähigen Hochschulsystems.