Wien (OTS) – Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und
Wasserfach (ÖVGW)
nimmt den heutigen Trinkwassergipfel 2026 im Bundesministerium für
Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und
Wasserwirtschaft zum Anlass, um auf eine zeitnahe Umsetzung der
Maßnahmen aus dem Regierungsprogramm für die Trinkwasserversorgung
hinzuweisen.
Die Grundwasserstände in Österreich befinden sich derzeit laut
aktuellen Zahlen zu 90 Prozent auf niedrigem bis sehr niedrigem
Niveau – mit weiter sinkender Tendenz. Viele kleinere Gemeinden, aber
auch größere Städte Österreichs, hatten in den vergangenen Wochen mit
Problemen in der Wasserversorgung zu kämpfen. Die Situation ist
ernst.
Zwtl.: Gemeinsames Handeln aller Wassernutzer erforderlich
„Es muss endlich Schluss sein mit der Vogelstraußpolitik im
Wasserbereich. Wir laufen sehenden Auges in eine Versorgungskrise“ ,
sagt der Sprecher der Trinkwasserversorger, ÖVGW-Vizepräsident Mag.
Nikolaus Sauer.
Die österreichische Bundesregierung hat die Herausforderungen für
die Versorgungssicherheit im Regierungsprogramm bereits gut
aufgegriffen. Darin sind unter anderem die gesetzliche Verankerung
der Vorrangstellung der Trinkwasserversorgung in Wassermangellagen,
ein Wasserentnahmeregister für sämtliche Grundwasserentnahmen sowie
die Erarbeitung einer Trinkwasserstrategie vorgesehen.
Diese aus Sicht der ÖVGW positiven Maßnahmen aus dem
Regierungsprogramm warten bislang auf eine praktische Umsetzung.
Hierzu hat die ÖVGW schon verschiedene Umsetzungsvorschläge
vorgelegt.
Zwtl.: ÖVGW fordert drei konkrete Schritte für eine sichere
Trinkwasserversorgung
Um die Trinkwasserversorgung in Österreich langfristig
abzusichern, braucht es unter anderem die Umsetzung von drei
zentralen Maßnahmen:
Zwtl.: 1. Rasche Umsetzung eines Wasserentnahmeregisters per
Verordnung
Besonders dringlich ist aus Sicht der ÖVGW die verpflichtende
Erfassung sämtlicher Wasserentnahmen. Derzeit lasse sich nicht
feststellen, wie viel Wasser insgesamt den Grundwasserkörpern
entnommen werde.
Nur eine gemessene Erfassung der tatsächlichen Wasserentnahmen
aller Sektoren schafft die notwendige Transparenz über die
tatsächliche Nutzung.
„Es bedarf einer zeitnahen Umsetzung für alle Wassernutzer. Wir
sind hier schon zu lange im Blindflug unterwegs. Hier darf es keine
Ausnahmen geben. Jede Entnahme muss über Wasserzähler dokumentiert
und nachweisbar kontrolliert werden“ , sagt ÖVGW-Vizepräsident Sauer.
Zwtl.: 2. Gesetzliche Vorrangstellung der Trinkwasserversorgung im
Wasserrechtsgesetz
Die ÖVGW spricht sich für eine Novellierung des
Wasserrechtsgesetzes (WRG 1959) aus, um die Trinkwasserversorgung in
Wassermangellagen rechtssicher und praktikabel abzusichern. Die
derzeitige Rechtslage erschwert wirksame Maßnahmen, insbesondere in
Zeiten von Wasserknappheit. Unklare Zuständigkeiten, nicht
praktikable gesetzliche Regelungen und fehlende
Mitwirkungsmöglichkeiten öffentlicher Trinkwasserversorger gefährden
zusätzlich die Versorgungssicherheit.
„Es braucht jetzt eine praktikable und rechtssichere Lösung für
alle Beteiligten, wie die Trinkwasserversorgung langfristig
abgesichert werden kann. Die aktuellen Bestimmungen des WRG sind
nicht mehr zeitgemäß und der Klimawandel wartet nicht auf politische
Entscheidungen. Eine Untätigkeit im Bereich der rechtlichen
Absicherung der Trinkwasserversorgung ist mehr als fahrlässig“ , sagt
Nikolaus Sauer, Sprecher der Trinkwasserversorger.
Zwtl.: 3. Langfristige nationale Trinkwasserstrategie
Die ÖVGW fordert außerdem die Erarbeitung und Beschlussfassung
einer langfristig angelegten nationalen Trinkwasserstrategie unter
Mitwirkung aller relevanten Interessensgruppen. Da der Erhalt und der
Ausbau der Trinkwasserinfrastruktur mit hohen Investitionen verbunden
sind, braucht es gezielte Anreize sowie Kofinanzierungen durch die
öffentliche Hand.
„Nicht zuletzt ist auch ein stärkeres Bewusstsein in der
Bevölkerung und bei anderen Wassernutzern (Industrie und
Landwirtschaft) für einen verantwortungsvollen Umgang mit der
wertvollen Ressource Wasser entscheidend für die langfristige
Versorgungssicherheit“ , so Sauer abschließend.
Über die ÖVGW
Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW
) ist die unabhängige und freiwillige Interessenvertretung der
österreichischen Gasnetzbetreiber und Trinkwasserversorger. Zu ihren
Mitgliedern zählen 21 Gasnetzbetreiber sowie mehr als 314 Unternehmen
aus dem Wasserbereich. Über Kooperationen mit Landesverbänden
vertritt die ÖVGW mehr als 2.000 Wasserversorger, die rund 80 Prozent
der zentral versorgten Bevölkerung Österreichs mit Trinkwasser
beliefern.