Wien (OTS) – Die von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMATINEE“ am
Sonntag, dem
26. Juli 2026, um 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON blickt zunächst
mit der vom ORF-Landesstudio Burgenland gestalteten Dokumentation
„Mord, Macht und Männer in Strapsen“ auf die beiden Großproduktionen
des vielfältigen burgenländischen Festspielsommers: die
Neuinszenierung von Giacomo Puccinis Klassiker „Tosca“ in der Oper im
Steinbruch St. Margarethen und das berühmte Travestie-Musical „La
Cage aux Folles“ – „Ein Käfig voller Narren“ – der Seefestspiele
Mörbisch. Im anschließenden Porträt „Joana Mallwitz – Dirigentin: Der
Weg nach Berlin“ (9.30 Uhr) steht die künstlerische Leiterin und
Chefdirigentin des Konzerthausorchesters Berlin im Mittelpunkt: Der
Film begleitet die Musikerin über einen Zeitraum von zwei Jahren,
während sie ihre internationale Karriere vorantreibt und gleichzeitig
Mutter wird. Den ORF-Kulturvormittag beschließt „Die Kulturwoche“ (
10.25 Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps.
„Mord, Macht und Männer in Strapsen. Der burgenländische
Festspielsommer 2026“ (9.05 Uhr)
Der diesjährige Festspielsommer im Burgenland präsentiert mit der
Oper „Tosca“ und dem Musical „Ein Käfig voller Narren“ zwei
Großproduktionen, in denen starke Künstlerpersönlichkeiten für ihre
Sache eintreten – ob 1800, zur Zeit der Napoleonischen Kriege, aus
politischer Überzeugung oder in den 1970er Jahren für die Liebe zu
wem auch immer. Giacomo Puccinis „Tosca“ ist spannend wie ein
Thriller: Die Opernsängerin Tosca, die für ihre Liebe sogar mordet,
der Maler Cavaradossi, der selbst unter Folter seinen politisch
verfolgten Freund nicht verrät, und der skrupellose Polizeichef
Scarpia, der seine Macht schamlos einsetzt. Giacomo Puccinis
Meisterwerk im Steinbruch St. Margarethen, von Regisseur Thaddeus
Strassberger eindrucksvoll in Szene gesetzt, verspricht ein
packendes, höchst dramatisches Opernerlebnis. Ebenso sehenswert ist,
was sich hinter den Kulissen abspielt. Das Making-of-Team begleitete
die Neuproduktion ein halbes Jahr lang und zeigt, wie sich das
Steinbruch-Areal in eine barocke Bühne wandelt, wie in einer
Mailänder Werkstätte einzigartige Kostüme entstehen und wie groß der
technische Aufwand ist, wenn der Philharmonia Chor Wien und der
Kinderchor Gumpoldskirchner Spatzen erstmals gemeinsam auf der
Freiluftbühne singen. Die Dokumentation von Bettina Treiber und
Silvia Freudensprung-Schöll führt auch in die Puccini-Villa in der
Toskana, wo die atemberaubende Musik entstanden ist.
Das Stück „La Cage aux Folles – Ein Käfig voller Narren“ wiederum
war einst eine große Provokation, mittlerweile ist es Kult. Die von
Jean Poiret geschriebene Travestie-Komödie zählt heute zu den
erfolgreichsten Musicals und der Song „I Am What I Am“ ist zur Hymne
für Toleranz geworden. Das schwule Paar Albin und Georges betreibt in
St. Tropez den Nachtclub „La Cage aux Folles“. Abend für Abend
begeistert Albin als Dragqueen „Zaza“ das Publikum. Weltanschauungen
prallen aufeinander, als ihr Sohn offenbart, dass er die Tochter
eines erzkonservativen Politikers heiraten möchte. Wie aufwendig eine
derartige Produktion bei den Seefestspielen Mörbisch ist, erfährt man
beim Blick hinter die Kulissen – von der Audition über den
Bühnenaufbau, die Kostümfertigung und die Proben bis zur Premiere ist
es ein langer Weg. In die Rolle der Dragqueen „Zaza“ schlüpfen
abwechselnd Alfons Haider und Drew Sarich, an ihrer Seite steht Mark
Seibert.
„Joana Mallwitz – Dirigentin: Der Weg nach Berlin“ (9.30 Uhr)
Joana Mallwitz ist eine der profiliertesten und erfolgreichsten
deutschen Dirigentinnen der Gegenwart. Früh als Ausnahmetalent
entdeckt, wurde sie jüngste Generalmusikdirektorin Europas, bevor sie
im August 2023 zur Chefdirigentin des Konzerthausorchesters Berlin –
eines der großen Traditionsorchester in Deutschland – avancierte. Auf
ihrem Weg dorthin erwarteten Mallwitz gleich mehrere Debüts in
Europa. Während die entscheidende Phase ihrer internationalen
Karriere begann, mussten sie und ihr Ehemann sich nach der Geburt
ihres ersten Kindes völlig neu organisieren. Regisseur Günter Atteln
begleitete die Vollblutmusikerin zwei Jahre lang mit der Kamera und
zeichnet ein nahes, unverstelltes Bild der außergewöhnlichen
Künstlerin. Mallwitz ist als perfektionistische Arbeiterin, als
Musikvermittlerin und als energetische Orchesterleiterin zu erleben.
Bei allem Erfolg ist der enorme Druck hautnah spürbar, den der
Dirigierberuf mit sich bringt. Bei den heurigen Salzburger
Festspielen leitet Joana Mallwitz die erweiterte Neueinstudierung der
erfolgreichen „Così fan tutte“-Neuproduktion der „Corona-Festspiele“
2020 am Pult der Wiener Philharmoniker, im September feiert sie ihren
40. Geburtstag.